Kleve: Lange Leitung fürs Abwasser

Kleve : Lange Leitung fürs Abwasser

Das alte Klärwerk in Haffen wird bald stillgelegt. Das Abwasser soll später auf die andere Rheinseite nach Hönnepel gepumpt werden. Jetzt werden die Rohre dafür verlegt. Kalkarer Bürger profitieren von der Maßnahme.

KALKAR / REES Wie eine lange Schlange liegt entlang des Doelenweges bis hin zur Rauhen Straße ein etwa 250 Millimeter dicker Schlauch aus Hartkunststoff. An manchen Stellen mit Erde bedeckt, an anderen "kriecht" er aus der Erde heraus.

Es handelt sich um eine Druckrohrleitung, die von der Kläranlage Rees-Haffen bis zum Anschlusspunkt an der Rauhen Straße verlegt wird. Insgesamt ist dieser Schlauch sechs Kilometer lang. "Nach Fertigstellung der Druckrohrleitung Mitte dieses Jahres wird die Kläranlage in Haffen stillgelegt und das gesamte Abwasser aus den Stadtgebieten Rees und Kalkar in der Zentralkläranlage Kalkar-Hönnepel gereinigt", erklärte Heinz Arntz, Betriebsleiter des Abwasserbehandlungsverbandes Kalkar-Rees.

Für eine Million Euro

Das Investitionsvolumen für dieses Bauvorhaben beträgt rund eine Million Euro. Zurzeit wird in der Haffener Kläranlage das Abwasser von rund 3500 Einwohnern von Haffen und Mehr, das entspricht etwa 2000 Haushalten, gereinigt. Die produzieren 220000 Kubikmeter Abwasser. Nach der Stilllegung wird die Anlage zur Regenwasserbehandlung genutzt.

Gestern besuchten die beiden Bürgermeister Christoph Gerwers (Rees) und Gerhard Fonck (Kalkar) die Baustelle am Doelenweg. Sie ließen sich unter anderem von Bohrgeräteführer Marco Mörs die 20 Tonnen schwere Maschine erklären, mit der rund zwei Drittel der Rohre nach dem Spülbohrverfahren verlegt werden. Mit einem Rohr wird ein Loch unter der Erde vorgebohrt, aus Sprühdüsen kommt eine Flüssigkeit, die die Erde wegspült. Auf dem "Rückweg" zieht die Maschine die Rohrleitung durch den entstandenen Tunnel. Mit diesem Verfahren schont man die Umwelt, Vögel und andere Tiere werden nur wenig gestört. Die restlichen zwei Kilometer werden in offener Bauweise verlegt. "Wir haben etwa vier Wochen vor dem großen Schnee begonnen, hatten dann eine sechswöchige Pause. Seit zwei Wochen wird hier an der Baustelle wieder gearbeitet", so Heinz Arntz. Ein Drittel des Rohres ist bereits verlegt.

Die Bürgermeister freuen sich über die gute Zusammenarbeit der beiden Städte. "Die Kläranlage in Haffen hätte komplett saniert werden müssen, diese Lösung ist auf Dauer bedeutend kostengünstiger", erklärte Gerwers. Man habe ausgerechnet, dass ca. 40000 Euro pro Jahr eingespart werden. Und auch die Kalkarer Bürger haben Vorteile. "Dadurch, dass unsere Anlage besser ausgenutzt wird, senken sich die Betriebskosten, was dem Bürger dann zugute kommt", sagte Bürgermeister Fonck.

(RP)
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