Landrat Spreen stellt auf der ITB das neuen Knotenpunkt-System für den Kreis Kleve vor

Fahrradtourismus im Kreis Kleve : Radeln nach Zahlen

Auf der Internationalen Tourismus-Börse (ITB) in Berlin präsentierte der Kreis Klever Landrat Wolfgang Spreen das fertiggestellte Knotenpunkt-System für 1000 Kilometer Fahrradrouten. Auch Lenkerkarten und Radwanderkarte sind druckfrisch.

Mit einer Überraschung im Gepäck war der Kreis Klever Landrat Wolfgang Spreen zur Internationalen Tourismus-Börse (ITB) in Berlin angereist: Auf der Pressekonferenz unter dem Dach der Niederrhein Tourismus verkündete Spreen, dass die Vorbereitungen für das lange geplante Knotenpunkt-Netz für die Fahrradfreunde der Region abgeschlossen sind und zur Stunde die ersten großen Schilder gesetzt werden.

Will heißen: Auf einer Strecke von 1000 Kilometern Fahrradwegen werden im Kreisgebiet insgesamt 159 Hinweisschilder aufgestellt, mit denen das aus den Niederlanden bekannte Radeln nach Zahlen möglich wird. Mehr noch: Pünktlich zum Start der ITB präsentierte Spreen auch die druckfrische Knotenpunkt-Netz-Radwanderkarte für das Kreisgebiet. Neben dem Titelmotiv des Museums Schloss Moyland steht auf der wetterfesten Karte: „Jetzt neu mit Knotenpunkt-Netz – GPS-Tracks zum Download“.

„Wir dürfen dort leben, wo andere Urlaub machen“, hatte Spreen verkündet und mit Blick auf den heimischen Tourismus ein Ziel ausgegeben: „Bei 950.000 Übernachtungen im Jahr 2018 kann es nur unser Ziel sein, die Millionen-Grenze zu knacken“, sagte Spreen. Viele der Kurzzeit-Touristen sind Radfahrer. Kein Wunder deshalb, dass ein Slogan der Kreis Klever Wirtschaftsförderung lautet: „Willkommen in der Fahrrad-Region Kreis Kleve“.

Und genau dem hat man jetzt nach jahrelanger Vorarbeit Rechnung getragen: Geplant und in die Tat umgesetzt wurde ein Knotenpunkt-Netz, das die schönsten Routen im Kreisgebiet miteinander verbindet. Jeder Knotenpunkt trägt eine Ziffer und macht damit Orientierung und Fahren nach Zahlen möglich. Insgesamt 159 Hinweisschilder werden dafür im Kreisgebiet platziert.

Während der Pressekonferenz konnte Spreen auch schon das erste Schild präsentieren. „Willkommen in ihrer Radregion“ prangt darauf. Gegenüber dem Kreis-Logo wird der Standort in weißen Ziffern auf rotem Grund angeboten. Insgesamt 100 mal 76 Zentimeter groß ist jede der 159 Tafeln, die mit speziell angefertigten Rohrrahmen anwenderfreundlich platziert werden auf einem Streckennetz von genau tausend Kilometern.

„Das neue Knotenpunktsystem wird ganz sicher von den Bürgern und Gästen als eine überzeugende Bereicherung empfunden“, freute sich Spreen auf der ITB. 450.000 Euro hat der Kreis Kleve investiert, eine Landesförderung von 70 Prozent ist zugesagt. Mit dem System, das ist eine Nebenwirkung, wird natürlich auch der Anschluss an das benachbarte niederländische Netz erreicht. Bevor die Radel-Saison losgeht, werden alle Schilder zwischen Kranenburg und Elten im Norden sowie Geldern, Kerken und Straelen im Süden platziert. Nebeneffekte des Knotenpunktsystems: Bei aktuell 950.000 Übernachtungen jährlich soll der Kaufkraft-Zugewinn von 95 Millionen Euro gesteigert werden und auch die derzeitige durchschnittliche Verweildauer der Touristen von 2,1 Nächten wollen die Macher steigern.

Passend zum Netz und zur neuen Radwanderkarte gab es auch die sogenannten „Lenkerkarten“, auf denen man die Zahlen der Route notieren kann und die kleinen Schleifen ähnlich zusammengesteckt und am Lenker des Rades angebracht werden können. 20.000 dieser Streifen, auf denen Bleistiftmaler Wilhelm Schlote kleine Radfahrer verewigt hat, sind gedruckt und werden, je in einer Auflage von 1000 Stück, in den 16 Kommunen des Kreises Kleve angeboten, die restlichen 4000 bleiben bei der Wirtschaftsförderung und sind gedacht für Messeauftritte, den Counter am Airport Weeze oder die eigene Theke in Kleve.

Radfahrer auf dem Deich bei Düffelward. Foto: Stade, Klaus-Dieter (kds)/Stade,Klaus-Dieter (kds)

Wirtschaftsförderer Hans-Josef Kuypers betonte den „großen Wunsch der Radtouristen nach einem solchen Knotenpunktsystem“ und kündigte an, als nächstes Projekt werde das Thema Wandern in Angriff genommen. „Auf den jüngsten Reisemessen haben wir feststellen können, dass mit der Gruppe der Wanderer weiterer Zulauf in unserer Region zu erwarten ist“, sagte Kuypers. Gerade die Hotellerie könne sich leicht auf diese Zielgruppe einrichten, wenn die Tourismusförderer Infomaterial zur Verfügung stellen. Deshalb werde ein Arbeitskreis gebildet, um ansprechende Routen beiderseits des Rheins zu erarbeiten.