Neuer Podcast in Kleve Kurioses aus der Stadtgeschichte

kleve · Das Klever Stadtarchiv hat einen vierteiligen Podcast produziert. Anhand historischer Quellen wird Kurioses aus der Geschichte der Stadt besprochen. Archivleiterin Katrin Bürgel und Schauspieler Marco Spohr produzieren den Podcast.

 Katrin Bürgel ist die Leiterin des Klever Stadtarchivs. Neben den handfesten historischen Dokumenten hat sie jetzt Teile der Stadtgeschichte in einem Podcast festgehalten. 
  RP-Archivfoto: MVO

Katrin Bürgel ist die Leiterin des Klever Stadtarchivs. Neben den handfesten historischen Dokumenten hat sie jetzt Teile der Stadtgeschichte in einem Podcast festgehalten. RP-Archivfoto: MVO

Foto: Markus van Offern (mvo)

Das Klever Stadtarchiv hat wieder einen Podcast produziert. Thema der vierteiligen Audioreihe sind Kuriositäten aus der Geschichte der Stadt Kleve. Rezitator und Schauspieler Marco Spohr liest im Podcast aus historischen Quellen, Archivleiterin Katrin Bürgel trägt interessante Hintergründe zu den Themen bei. So geht es in dem Podcast zum Beispiel um die Frage, ob Kleve von Julius Cäsar gegründet wurde, oder um die Frage, ob es auf der Schwanenburg spukt.

Eine weitere Kuriosität, derer sich Stadtarchivarin Katrin Bürgel und Sprecher Marco Spohr im Podcast angenommen haben, sind die Vorstellungen des Zirkus Holzmüller im Jahre 1929 in Kleve. In einer Anzeige im Clever Kreisblatt wird der Zirkus angekündigt als „Riesenunternehmen“ mit fast 50 Wagen, „kolossalen Lichtanlagen“ mit eigenem Elektrizitätswerk, und allerhand exotischen Tieren, darunter afrikanische Berberlöwen.

Aus einem Zeitungskommentar, den Marco Spohr ebenso vorträgt wie die Zirkusankündigung, geht allerdings ein anderes Bild des Zirkus hervor: In dem Kommentar meint der Autor des Clever Kreisblattes, Manes de Roos, dass in der Sonntagsvorstellung zwar respekteinflößendes Löwengebrüll zu vernehmen gewesen sei. Zu sehen seien die vermeintlichen Berberlöwen aber nicht gewesen: „Daraus wurde nichts und hätte auch nichts werden können, weil das Löwenbrüllen in einer dort aufgestellten Maschine seine Ursache hatte“, schreibt de Roos. Abgesehen von einem Elefanten und einigen Zebras habe es keine exotischen Tiere gegeben. „Das vermeintliche Löwengebrüll aber ist in dieser Woche noch manches Mal belächelt worden“, schließt der Autor des Clever Kreisblattes.

Unterhaltsam und informativ zugleich sind sie, die vier neuen Podcast-Beiträge des Klever Stadtarchivs. In Folge eins der Reihe „Kurioses aus der Stadtgeschichte“ geht es neben dem Zirkus und seinen unsichtbaren Löwen etwa um Charakteristika der Klever Bevölkerung. Teil zwei behandelt den Lindenbaum an der Hagsche Poort, Teil drei widmet sich Sagen der Stadt, darunter ein Bericht eines Gefangenen, der vor der Arrestzelle der Schwanenburg nachts eine geisterhafte Frauengestalt wahrgenommen haben will. Und Teil vier beschäftigt sich mit einem durch ein Gerücht ausgelösten Tumult im Jahre 1839, der ein dramatisches Ende fand.

Immer anhand historischer Quellen werden die kuriosen Themen aus der Klever Stadtgeschichte aufgearbeitet. Marco Spohr liest die Quellen mit seiner lebhaften Schauspielerstimme, und Katrin Bürgel steuert als Stadtarchivarin viel Wissenswertes bei in den vier Podcast-Folgen, die zwischen acht und 18 Minuten lang sind. „Kurioses aus der Stadtgeschichte“ ist die zweite Podcast-Reihe, die das Klever Stadtarchiv veröffentlicht hat. Die erste Reihe – bestehend aus drei Teilen – beschäftigte sich mit der Geschichte der ehemaligen Klever Synagoge und der jüdischen Schule.

Die vier Folgen des neuen Podcasts sind ebenso wie die drei Folgen des Podcasts zur Synagoge abrufbar auf der Seite des Stadtarchivs (www.stadtarchiv-kleve.de) sowie auf den Social Media-Kanälen der Stadt (Facebook, Twitter und Instagram).

Auf der Seite des Stadtarchivs findet sich neben den Podcasts auch eine Online-Ausstellung, die einige kuriose Dokumente aus dem Archiv zeigt – darunter auch die Anzeige des Zirkus Holzmüller aus dem Jahr 1929 und der Kommentar im Clever Kreisblatt, der darauf folgte.

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