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Kleve: Kurhaus: Ein grünes Gefühl

Kleve : Kurhaus: Ein grünes Gefühl

Neben den schwarzen Bildern des Griechen Jannis Kounellis gewährt das Museum Kurhaus Kleve in seinen Kabinetten auch einen Blick in die Sammlung: Von den Klassikern der Nachkriegsmoderne wie Yves Klein mit den Blauen Bildern bis hin zu Gerhard Richters "Blatt".

Grellgrün leuchtet "Gefühl" über den Gang. Martin Creeds, 2001 mit dem hoch dotierten Turner-Preis ausgezeichnet, schuf die Schrift aus den Leuchtbuchstaben. Sie strahlen jenes Gefühl aus, das jetzt hoffnungsgrünes Licht durch den Flur im Obergeschoss des Museums Kurhaus Kleve bis hinaus durchs Fenster verbreitet. Es kommt Farbe in das Klever Museum, das derzeit von Jannis Kounellis' schwarzen Bildern bestimmt wird.

Hier oben in den kleineren Kabinetten bietet Dr. Roland Mönig, kommissarischer Leiter des Museums Kurhaus, einen Blick in einen Teil der Klever ständigen Sammlung. Der Mann der ersten Kurhaus-Stunden zeigt, welche Schätze man ansammeln konnte. Da sind die "Klassiker" der Nachkriegsmoderne: klingende Namen wie Ives Klein mit seinem tiefen Blau oder der Verpackungskünstler Christo mit einem ganz frühen Werk. Nicht zu vergessen Gerhard Richters wunderbares "weißes Blatt", das sich wie von Geisterhand geführt umblättert. Perfekte Malerei, die erst jüngst ins Bucerius-Forum nach Hamburg ausgeliehen wurde.

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Junge Malerei bietet ein Raum mit den großen Gemälden von Dirk Skreber. Seine umstürzenden Neubauten faszinieren ebenso, wie seine Lokomotive. Skreber arbeitet inzwischen in New York, er erzeugt in seinen oftmals menschenleeren Gemälden eine melancholische Ruhe, in der selbst Katastrophen wie die stürzenden Häuser in Kleve die ästhetische Qualität von Stillleben abgewonnen werden kann, sagen seine Kritiker.

Von den Werken der Schweizer Künstler Fischli&Weiss hat Mönig einen kompletten Raum komponiert. Ihre Bilder leben von der Belanglosigkeit der Motive, sagt Mönig. Es sind farbenfrohe Bilder von Blüten als Doppelbelichtung oder Fotos von Flugzeugen, die auf größte Formate aufgeblasen werden.

Bleibt Kleves Aushängeschild, die vier nackten Männer auf ihren Baumstämmen von Stephan Balkenhol. Sie stehen wieder an ihrem angestammten Platz, umgeben von mit Kreide auf Tafeln gemalte Frauenakte. Balkenhol hatte den zwei Etagen hohen Doppelsaal des Kurhauses eigens für Kleve so eingerichtet, wie er sich jetzt wieder präsentiert. Mit dem Mann, der den Blick hinaus in den Wald so zu genießen scheint und die Arme hinter dem Kopf verschränkt, völlig relaxed die Ruhe des Raums aufnimmt.

(RP/rl/jul)