Kleve: Kunst für die Identität

Kleve: Kunst für die Identität

Der Klever Künstler Manes Peters hielt den Niederrhein in seinen Bildern fest. Seine Darstellungen zeugten von der Wertschätzung für Menschen bei der Arbeit und ihrer Genügsamkeit.

Am 16. September 1980, also vor 32 Jahren, starb der Klever Künstler Manes Peters. Seinen Todestag nahm jetzt der emeritierte Pfarrer Josef Wilmsen, der 1931 in Appeldorn geboren wurde und in Kevelaer seinen Lebensabend verbringt, zum Anlass, an diesen niederrheinischen Künstler zu erinnern.

Manes Peters malte den Menschen und die Natur am Niederrhein, Bauer und Bäuerin bei der Kaffeepause auf dem Acker, den Landwirt in der Feldbestellung, bei der Getreide-, Kartoffel- und Rübenernte, die Melkerin an der Viehtränke und Pumpe, den Fuhrmann mit Gaul und Karren und die Fischer an Strom und Altrhein. Kate und Hof, Kopfweiden und Kolke, Rheinstrom und jenseitiges Ufer, Deichkrone und so manches verträumte Dorf im Klever Land bildeten den jeweiligen Hintergrund. Manes Peters kannte Land und Leute am Niederrhein. In seinen Bildern bezeugte er seine Wertschätzung für Menschen im Arbeitskleid und in der Genügsamkeit ihres Lebens.

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In die Klever Malwerkstätten von Gerhard und Heinrich Lamers hat er als Kind hineingeschaut. In München lernte er Techniken und Stilrichtungen kennen. Er war Schüler von A. Bauer und Professor Weißgärber. In weiteren Wanderjahren hat er anderen Künstlern zugeschaut. Von Hast und Tempo war das Leben des begnadeten Malers nicht geplagt. Gerne saß er im Inselgasthof in Grietherort bei Rees. 1983 brannte dieser Gasthof aus, und wertvolle Werke von Manes Peters fielen den Flammen zum Opfer. Pfarrer em. Wilmsen erinnert sich: "Gedankenvertieft hielt er Geschautes in seinem Herzen fest, um es später in kleinen und großen Bildern denen zu deuten, die ihre Sehnsucht nach der Schönheit der Heimat nie verleugnet haben." Seine ausdrucksstarken Bilder waren unverwechselbar.

Manes Peters erblickte am 6. April 1906 in Kleve als zwölftes Kind der Eheleute Heinrich Peters, genannt "Eps" und Maria, geborene Aengenheyster, das Licht der Welt. Nach seinem Tod am 16. September 1980 fand er in der Gruft seiner Eltern auf dem Klever Friedhof seine letzte Ruhestätte. Sein Freund, der aus Nütterden stammende Pastor Gerhard Siebers, schrieb auf seinen Totenzettel die denkwürdigen Worte aus Habakuk 2.: "Posten will ich beziehen, auf meine Warte mich stellen, Ausschau halten und sehen, was Er mir zeigen will. - Da sprach der Herr: 'Zeichne auf, was du gesehen, und male, was du geschaut hast, damit man es mühelos deuten kann! Denn: Das Schauen hat eine bestimmte Zeit und eilt der Erfüllung zu. Lässt diese auf sich warten, so halte pool, denn sie kommt sicher!"

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