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Schloss Moyland schreibt mit 10.000 Euro dotieren Beuys-Preis aus

Museum Schloss Moyland : Vierter Beuys-Preis für Forschung

Zum vierten Mal schreibt die Stiftung Museum Schloss gemeinsam mit der Volksbank Kleverland und dem Moyländer Förderverein den mit 10.000 Euro dotierten Preis aus.

Zum 100. Geburtstag von Joseph Beuys wird der mit 10.000 Euro dotierte Joseph-Beuys-Preis für Forschung zum vierten Mal ausgeschrieben. Damit auch Arbeiten aus dem Beuys-Jahr 2021 dabei sein können, soll die feierliche Preisverleihung  am 14. Mai 2022 unmittelbar nach dem 101. Geburtstag des Künstlers sein. „Die Forschung und der wissenschaftliche Diskurs zu Leben und Werk von Joseph Beuys sind für die Stiftung und im besonderen für das Joseph-Beuys-Archiv von zentraler Bedeutung“, sagt Julia Niggemann, kaufmännische Direktorin und Geschäftsführerin der Stiftung Museum Schloss Moyland. „Mit dem Joseph-Beuys-Preis für Forschung möchten wir den intensiven Diskurs fortführen und herausragende Arbeiten des wissenschaftlichen Nachwuchses würdigen“, sagt Niggemann.

Schließlich haben auch heute noch Beuys’ Werk und die Fragen, die es stellt, Einfluss. Mit Blick auf die landesweiten Projekte zum 100. Geburtstag des Künstlers – Titel: „beuys 2021“ –  betont das auch Isabel Pfeiffer-Poensgen, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, in einem Statement: „Joseph Beuys hat mit einem progressiven Kunstbegriff und seinen Ideen von Demokratie und Freiheit etwas riskiert und bewegt. Seine Impulse beeinflussen bis heute den künstlerischen und gesellschaftlichen Diskurs.“

Dass das Werk des Schamanen vom Niederrhein bis in die Gegenwart hinein weiter den künstlerischen und gesellschaftlichen Diskurs bestimmt und nicht, wie von vielen prophezeit, schnell in Vergessenheit geriet, gab 2011 mit den Ausschlag, als Hans Geurts, damals Vorsitzender des Fördervereins, Frank Ruffing als Chef der Volksbank Kleverland und Bettina Paust als Direktorin von Museum Schloss Moyland den Preis aus der Taufe hoben. Als Forschungspreis, weil man so den vielen Facetten im Werk von Beuys einigermaßen gerecht werden könne. Die erste Preisträgerin war die Theaterwissenschaftlerin Barbara Gronau mit einem neuen Interpretationsansatz für die „abgelegten“ Beuys-Arbeiten: Es fordere geradezu heraus, Beuys nicht nur mit dem Mittel der Kunstbetrachtung zu erklären, sondern ihn als Inszenierung zu erleben, so damals ihre These.

Frank Ruffing, als einziger der drei Initiatoren noch im Amt in der Doppelfunktion als Volksbank-Chef und als Vorsitzender des Fördervereins Museum Schloss Moyland, freut sich, den Preis auch im zehnten Jahr seines Bestehens ausschreiben zu können. Er erwarte viele Bewerbungen, vor allem mit Blick auf das Beuys-Jahr, für das bestimmt fleißig geforscht werde. „Um auch Arbeiten berücksichtigen zu können, die für das Beuys-Jahr gedacht waren, ist die Verleihung 2022“, erklärt Ruffing.

Für den Preis bewerben können sich junge Forscher bis 30. Juni 2021. „Das Bewerbungsformular mit Informationen zu Bewerbungsvoraussetzungen und -modalitäten sowie die Einreichungsfrist sind ab Januar 2021 über die Internetseite www.moyland.de abzurufen oder über das Büro der Künstlerischen Direktion erhältlich“, erklärt Moyland-Sprecherin Sofia Tuchard. Unter dem Vorsitz der Kunsthistorikerin und freien Autorin Petra Richter, Düsseldorf, entscheide eine international besetzte Jury über die Preisvergabe. „Alle Jurymitglieder haben sich langjährig in Forschung, Lehre und Ausstellungstätigkeit mit dem Werk von Joseph Beuys beschäftigt“, so Tuchard.

Teilnehmen an der Ausschreibung für den Beuys-Preis für Forschung können Einzelpersonen (oder Gruppen) bis zum 45. Lebensjahr. Es werden Habilitationen, Dissertationen, Magisterarbeiten, Bachelor-Arbeiten, Aufsätze, Ausstellungsprojekte und Vermittlungsprojekte angenommen. Der Joseph-Beuys-Preis für Forschung wendet sich an Nachwuchswissenschaftler, deren Forschungsgegenstand Werk und Wirken von Joseph Beuys ist. Gemäß dem universal angelegten Werk von Joseph Beuys sei der Preis interdisziplinär ausgerichtet, so Tuchard. Einbezogen werden Arbeiten aus den Geisteswissenschaften, der Theologie sowie aus den Natur-, Rechts- und Sozialwissenschaften.