Schloss Moyland: Joseph Beuys Preis für Forschung wird vergeben

Museum Schloss Moyland : Beuys-Preis wird im Mai vergeben

Der „Joseph Beuys Preis für Forschung“ wird wieder vergeben. Am Samstag, 11. Mai, ist die feierliche Verleihung im Zwirnersaal von Museum Schloss Moyland. Ministerin Pfeiffer-Poensgen schickt ihren Vertreter.

Nach längerer Pause wird der „Joseph Beuys Preis für Forschung“ im Mai im Schloss Moyland wieder vergeben. „Der Joseph Beuys Preis für Forschung ist ein sehr wichtiger Preis, einen vergleichbaren gibt es nicht“, sagt Arnim Brux, Sprecher der Stiftung Museum Schloss Moyland. Er freue sich, dass man in Moyland diesen Preis mit dem ordentlichen Preisgeld von 10.000 Euro habe. „Darüber können wir uns glücklich schätzen“, betont er. Die Vergabe des Preises, die sich ja leider etwas verzögert habe, sei ein gutes Zeichen dafür, dass man in Moyland wieder zu einer Kontinuität komme, sagt Brux.

Die Stiftung Museum Schloss Moyland lobt diesen Preis seit 2011 aus. 2014 wurde von der Jury der zweite Preisträger auserkoren, 2017 schrieb die Stiftung ihn zum dritten Mal gemeinsam mit dem Förderverein Museum Schloss Moyland und der Volksbank Kleverland aus. Doch über den Umbruch im Schloss und den Streit um die Leitung verzögerte sich die Verleihung, so dass der „Joseph Beuys Preis für Forschung“ erst jetzt mit einiger Verzögerung übergeben werden kann.

Der Beuys-Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und würdigt herausragende Leistungen junger Wissenschaftler in der interdisziplinären Forschung zu Joseph Beuys. „Gemäß dem universal angelegten Werk von Joseph Beuys ist der Preis interdisziplinär ausgerichtet. Einbezogen werden Arbeiten aus den Geisteswissenschaften, der Theologie sowie aus den Natur-, Rechts- und Sozialwissenschaften“, heißt es in der Satzung. Die Bekanntgabe des Preisträgers erfolgt mit der Vergabe der Auszeichnung. Mit dem Preis wollen Stiftung, Förderverein und Volksbank auch zugleich den Künstler Beuys ehren, dessen Heimat und erste Wirkstätte der Niederrhein war und der ein weit über die Kunstgeschichte hinausweisendes, universal ausgerichtetes Werk hinterlassen hat und heute als einer der bedeutendsten Künstler des 20. Jahrhunderts gilt, wie es in der Einladung zur Preisvergabe heißt.

„Wir haben in Moyland in vielen Jahren die Erfahrung gemacht, dass zu uns als bedeutende Sammlung und vor allem als Joseph-Beuys-Archiv viele junge Wissenschaftler kommen, die zu Beuys forschen. Und einen solchen Preis gibt es bisher noch nicht“, hatte die damalige Direktorin Bettina Paust 2011 den neuen Preis vorgestellt, den der damalige Vorsitzende des Fördervereins Hans Geurts und sein Nachfolger Frank Ruffing, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Kleverland, ins Leben gerufen hatten. Übergeben wurde der erste Preis von der damaligen Bundesbildungsministerin Annette Schavan, die erste Preisträgerin war Barbara Gronau aus Berlin, die sich als Theaterwissenschaftlerin und Dramaturgin in einer wissenschaftlichen Arbeit mit der Baseler Beuys-Aktion „Celtic+---“ aus dem Jahr 1971 und dem Beuys-Block im Darmstädter Museum auseinandersetzt hatte. Gronau ist heute Professorin für Theorie und Geschichte des Theaters an der Universität der Künste Berlin.

Frank Ruffing, Vorsitzender des Fördervereins Museums Schloss Moyland und Vorstandsvorsitzender der Volksbank Kleverland, sagt, dass Dank der „hervorragenden Arbeit der Jury“ aus den eingereichten Arbeiten erneut ein Preisträger ausgewählt worden ist, der sich durch seine herausragenden Leistungen auf dem wissenschaftlichen Gebiet der Forschung zu Joseph Beuys verdient gemacht habe. „Die jungen Wissenschaftler leisten einen wichtigen Beitrag für die Forschung rund um Joseph Beuys. Wir sind stolz darauf, dass wir diesen Preis verleihen können, denn das ist der Beweis, dass Beuys heute genauso aktuell ist wie zu seinen Schaffenszeiten“, sagt Ruffing.

Ruffing und Brux werden bei der feierlichen Verleihung am Samstag, 11. Mai, 18 Uhr, im Zirnersaal sprechen, ebenso, wie die kommissarische Leiterin von Schloss Moyland, Barbara Strieder und Franz-Joseph van der Grinten, Sammler und Stiftungsgründer. Für das Land als Stifter kommt Klaus Kaiser, Parlamentarischer Staatssekretär im Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen in Vertretung von Schirmherrin Ministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen. Für die Jury spricht Prof. Antje von Graevenitz.

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