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Musiksommer Kleve: Erstes Abschlusskonzert mit Diplomvergabe

Kleve : Musiksommer: Erstes Abschlusskonzert mit Diplomvergabe

Der musikalische Abend in der Hauskapelle der Wasserburg Rindern war fulminant. Teilnehmer des Heinrich-Neuhaus-Meisterkurses gaben ein Konzert.

Die erste Woche ging zu Ende für die Teilnehmer des Internationalen Heinrich-Neuhaus-Meisterkurses für Klavier. Neun von ihnen waren ausgeschwärmt, um wie jeden Abend in den deutsch-niederländischen Nachbarorten zu konzertieren. Die übrigen gaben in der Hauskapelle der Wasserburg Rindern ein fulminantes Abschlusskonzert, um danach stolz ihre Meisterkurs-Diplome in Empfang nehmen.

Bereits zum elften Mal versammelten sich auf der Wasserburg herausragende junge Pianisten zu einer intensiven Unterrichtswoche bei renommierten Professoren, ergänzt durch tägliche Konzerte. Diese für Musikstudenten sehr wertvolle Kombination aus Unterricht und Auftrittsmöglichkeiten, von der die gesamte Region profitiert, macht das Konzept des Musiksommers Campus Cleve aus. Das Publikum blieb den Musikern auch in der größten Hitze treu und fand sich Abend für Abend in der Hauskapelle ein.

Klemens Elias Braun eröffnete das Abschlusskonzert mit einer klaren, kraftvollen Bach-Toccata (e-Moll BWV 914). In den strengen Fugenteilen arbeitete er die Stimmen gut hörbar heraus, in den freieren Passagen ließ er die Musik immer wieder nachdenklich innehalten. Wunderbar traumverloren gelangen die drei Chopin-Stücke des Abends. Aleksandra Kozlowskas Nocturne op. 55 Nr. 1 verströmte eine große Ruhe, sie gab dem Klang viel Raum zum Atmen und Aufblühen. Wahrhaft nächtlich raunte und rauschte es auch in Sasha Haks Nocturne op. 9 Nr. 1. Die 18-jährige Rumänin Kira Frolu brillierte mit Chopins Ballade As-Dur, ruhig und konzentriert nahm sie sich Zeit für emotionale Tiefe und musikalische Details.

Dämonisch blitzte Franz Liszts „Gnomenreigen“ unter den Fingern von My Linh Do, mit 14 Jahren die Jüngste des Abends. Die Polin Maria Wojtaszek überraschte mit einer spätromantischen „Legenda“ ihres Landsmanns Ludomir Rósycki – eine reizvolle Abwechslung zwischen den bewährten Klassikern der Klavierliteratur. Das berückend schöne Andantino aus Schumanns Sonate g-Moll op. 22 zelebrierte Anna Karácsonyi mit großer Stille und Andacht. Geradezu herzerfrischend schließlich das Duo aus Yumeka Nakagawa und Lisa Zhu, die den sechsten Ungarischen Tanz von Johannes Brahms vierhändig musizierten – mit augenzwinkernder Ironie, absoluter Einigkeit in den Tempowechseln und einem fröhlichen Lachen beim Schlussapplaus.