Museum Kurhaus Kleve: Neues Programm für Sonderveranstaltungen

Kurhaus Kleve mit neuem Programm : Das Museum für alle

Neues Programmheft für die Sonderveranstaltungen im Museum Kurhaus Kleve wurde vorgestellt. Es macht neugierig auf die nächste Ausstellung, hat Kurse für Kinder und eine Überraschung für Schule-Kunst-Museum.

John Akomfrah ist in Ghana geboren und lebt in London, seine Themen sind gegenwärtig: In großen filmischen Werken setzt sich der Künstler mit dem Kolonialismus auseinander, mit globaler Migration. Sein Werk steht im März in einer Kurhaus-Ausstellung im Mittelpunkt, die damit das Zeitgeschehen auf den Punkt bringt. Mit Akomfrah endet das neue Programmheft des Museum Kurhaus Kleve, das mit einer Szene aus Akomfrahs Video Tropicos neugierig macht, die eine ebenmäßig Schöne mit tiefrot geschminkten Mund aus der Zeit Elisabeth I. zeigt, mit Halskrause und steifem Kleid – vor der Kulisse Afrikas. Akomfrah wird ein Ausrufezeichen in den Ausstellungsreigen des Museums setzen. Darüber freute sich im Blick nach vorn Harald Kunde bei der Vorstellung des neuen Museums-Programm.

Ein Ausrufezeichen bekommt vielleicht auch „Schule Kunst Museum“. Das Projekt startet am 8. Februar 2020 erstmals mit der Möglichkeit, die Werke der Schüler eine Woche lang zu präsentieren. „Wir sind wahnsinnig stolz auf ,Schule Kunst Museum’ und dann können wir das auch zeigen. Und wir sind genauso stolz, dass wir als Museum ein Programmheft mit 52 Seiten Sonderveranstaltungen präsentieren können“, sagt Valentina Vlasic, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Museums, die auch die Museumspädagogen betreut, die Kurse für den „Museums-Nachwuchs“ bieten.

Harald Kunde, Valentina Vlasic vom Museum und die Kunstführer Margret Ostermann und Gerd Borkelmann in einer Installation des Künstlers Frank Maibier. Foto: Matthias Grass

„Die Kurse für die ganze Kleinen müssen wir immer doppelt geben, weil so viele Anfragen da sind“, sagt Vlasic. Alexendra Eerenstein führt Kinder im Alter zwischen drei und sechs Jahren an ihre Kreativität heran, erzählt ihnen mehr als nur ein bisschen von der Kunst, die ihnen beim Durchstreifen des Museums so begegnet. Eerensteins Kurse sind jeweils samstags im Wechsel mit den Kursen für die Größeren um 11 Uhr (auch in den Weihnachtsferien). Wenn die Kinder aus den Workshops für die Kleinen herausgewachsen sind, nimmt sie Monika Buchen in Empfang: Die Künstlerin bietet immer samstags im Wechsel zu den Kursen für die Kleinen Workshops für Kinder und Jugendliche an.

Damit nicht genug: Der Reigen für die Erwachsenen beginnt im Museum Kurhaus mit den Führungen, die jeden Sonntag die Besucher einladen, die Kunst erklärt zu bekommen und so viel mehr zu entdecken, als im Alleingang durch die Räume. Dabei haben Gerd Borkelmann und Margret Ostermann und ihre Kollegen auch Spezialthemen im Angebot, die man gesondert buchen kann. Ab Januar gibt es auch wieder die Winterlesungen am Donnerstagnachmittag, die in diesem Jahr das Motto „Terra Incognita - Reisen durch Raum und Zeit“ haben. Jeweils donnerstag vier mal ab 16. Januar.

Besonders freut sich Museumsdirektor Harald Kunde jeweils am ersten Mittwoch des Monats (von 11 bis 13 Uhr nach Voranmeldung) auf das Treffen mit Klevern, die mit ihren Schätzchen ins Haus kommen und sie einordnen lassen wollen. „Wir müssen dann auch schon mal nachgucken, weil wir ja nicht vorher gebrieft sind, wie die Experten bei Horst Lichter“, sagt Kunde. Es seien immer spannende Gespräche und manchmal ist auch eine tolle Entdeckungen dabei, wie jüngst ein Kunstwerk, das 35.000 Euro bringen würde. „Ich empfehle den Leuten dann in der Regel, sich an ein seriöses Auktionshaus zu wenden - oder das Werk dem Museum zu schenken“, sagt Kunde lächelnd. Doch nicht selten muss er auch sagen, dass das nur ein Druck ist, schön, aber nicht wirklich wertvoll.