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Moyland: Ausstellungsprogramm 2020 mit Beuys

Museum Schloss Moyland : Von Hasen, Kräutern und Joseph Beuys

Sechs Ausstellungen bietet Moyland trotz gesperrter Ausstellungshalle in den Kabinetten des Schlosses bis zum Jahreswechsel 2020/21. Mit der geplanten Schamanen-Ausstellung wirft das Beuys-Jahr 2021 Schatten voraus.

2020 ist das Jahr, das intern von der Sanierung des Schlosses geprägt sein wird. Dafür hat Schloss Moyland rund 900.000 Euro an Fördergeldern bewilligt bekommen. „Das zeigt, dass das Land hinter Schloss Moyland steht“, sagt Julia Niggemann, Geschäftsführerin der Stiftung Museum Schloss Moyland. Doch obwohl die Ausstellungshalle gesperrt sei, weil dort die Werke aus den Depots gereinigt werden müssen, sei es gelungen, so Niggemann, ein „wunderbares Ausstellungsprogramm“ auf die Beine zu stellen, das auch wieder von zahlreichen Workshops für Kinder und Jugendliche begleitet werde.

Die kommissarische künstlerische Leiterin Barbara Strieder und Kurator Alexander Grönert konnten jetzt sechs Ausstellungen vorstellen, die vorwiegend in den kleinen Kabinetten des Schlosses gezeigt werden. Darunter eine Einzelausstellung und eine Gruppenausstellung sowie eine Sonderausstellung mit Grafik des Expressionismus. Sowie im Rahmen der Kunst.Bewegt-Ausstellungen drei Schauen aus dem Bestand.

Joseph Beuys und Italien/ Drucksachen Er ist das Aushängeschild von Museum Schloss Moyland, es ist vor allem seine Kunst, die international strahlt. Moyland hat eine der größten grafischen Sammlungen von Beuys-Arbeiten weltweit. Damit man die Bandbreite der Arbeiten ausbreiten kann, hatte vor Jahren die damalige Direktorin Bettina Paust das Konzept „Kunst.Bewegt“ erfunden, das in kurzem Rhythmus immer neue Einsichten in die Sammlung gibt. 2020 sind es zwei Beuys-Ausstellungen: Vom 17. Mai bis 13. September wird Beuys’ Verhältnis zu Italien beleuchtet. Beuys war häufig dort, stellte in Rom und Neapel aus, sagt Grönert. In Venedig stand die berühmte Straßenbahnhaltestelle mit Klever Geschichte, es gab Ausstellungen mit ökologischer und sozialer Ausrichtung, so der Kurator. Zu sehen sind frühe Italienblätter, aber auch Fotografien, Plakate und Objekte aus den 1970er und 1980er Jahren.

Von 4. Oktober bis Anfang 2021 plant das Schloss eine Schau mit „Drucksachen“. So übermalte Beuys beispielsweise Tageszeitungen und Drucksachen und machte sie damit zu Kunstwerken.

Friederike Hinz – Sehfelder Mit ihrem „Idaho Massaker“ thematisiert die Lüttelforster Künstlerin Friederike Hinz in großformatigen Arbeiten eine Hasenplage, die den Staat im Nordwesten der USA heimsuchte. Auf den teils wandfüllenden Blättern sind weite Felder geradezu von Langohren bedeckt, später verirrt sich nur noch ein einzelner Meister Lampe in der Weite. Die Ausstellung wird vom 15. März bis 24. Mai zu sehen sein. Friederike Hinz hat die Einrichtung selbst konzipiert, rund 100 Werke aus den letzten 20 Jahren zeigen einen Einblick in die Arbeit der Künstlerin – auch wenn in Moyland mit Blick auf Beuys der Hase zentrales Motiv aller Arbeiten ist. „Seit 1982 untersuche ich das Phänomen ,Hase’ vor wechselnden Hintergründen und aus immer wieder unterschiedlichen Zusammenhängen heraus. Mein Blickwinkel variiert, ich meditiere, zerlege, spalte, durchdringe. Meine Stilistik wandelt sich, der Hase ist die Konstante“, erklärt Hinz

Natura Artis Magistra heißt es dann vom 21. Juni bis 25. Oktober. In einer Gruppenausstellung geht es um Naturmaterialien in der zeitgenössischen Kunst. Denn nicht erst seit Dürers Satz „Dann wahrhaftig steckt die Kunst in der Natur, wer sie heraus kann reißen, der hat sie ...“ von 1528 und Barend Cornelis Koekkoeks Aussage vom großen Lehrmeister Natur für den Maler im 19. Jahrhundert stehen Naturmaterialien im Mittelpunkt der Kunst. Sei es als Abbildung, sei es als eine poetische Betrachtung von Natur oder sei es, um mit Materialien aus der Natur ein Werk zu machen. „In der Ausstellung geht es um visuelle Poesie natürlicher und künstlerischer Formen“, sagt Sophia Tuchard, Sprecherin von Museum Schloss Moyland, und macht neugierig auf diese Gruppenausstellung mit sieben Künstlern.

Flächenbrand Expressionismus heißt es zum Jahresende: Ab 15. November sind 135 teils farbige Holzschnitte aus drei großen Sammlungen im Schloss zu sehen. Es sollen bekannte und noch zu entdeckende Namen darunter sein, sagt Strieder.

Aus der Sammlung Werke, vor allem Landschaften, von Werner Haypeter, der im Frühjahr für sein Lebenswerk die August-Macke-Medaille bekommt, Herbert Egl, Thomas Müller und Burkhart Beyerle stehen im Mittelpunkt der Kunst.Bewegt-Ausstellung, die am 13. März eröffnet wird.