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Kranenburg: Katharinenhof-Kunst bei van der Grinten

Umzug wegen Umbauarbeiten : Katharinenhof-Kunst bei van der Grinten

Wegen der Umbauarbeiten am Bürgerhaus in Kranenburg ist das Museum nicht zugänglich, Ausstellungen könnten nicht gezeigt werden. Doch jetzt hat der Verein für Heimatschutz andere Räume gefunden.

Erst kam Corona, dann kommt der Bagger: Für das Museum Katharinenhof und den Verein für Heimatschutz in Kranenburg sind die Zeiten nicht einfach. Der Umbau des Bürgerhauses mit neuem Eingangsbereich unmittelbar vor dem Entree in das mittelalterliche Gemäuer des Katharinenhofes wird zwar langfristig ganz neue Perspektiven für das vom Verein ehrenamtliche geführte, traditionsreiche Kranenburger Museum eröffnen. Kurzfristig aber werden die Arbeiten dafür sorgen, dass das Museum nicht öffnen kann. Während der Bauarbeiten soll zwar in Absprache mit dem Verein auf Anfrage ein Besuch der Dauerausstellung möglich werden, doch die Räume für die Wechselausstellungen unterm Dach des Bürgerhauses sind dann überhaupt nicht mehr zugänglich, weil der Übergang vom Katharinenhof zum Bürgerhaus abgerissen werden wird, wie Michael Baumann-Mätthaus und Peter Schünemann vom Verein erklären.

Dennoch sollte die Museumsarbeit des Vereins weiter erkennbar sein in der Gemeinde und die geplanten und wegen Corona verschobenen Ausstellungen, in denen schon viel Vorbereitungsarbeit steckt, auch gezeigt werden. In privater Initiative fand der Verein jetzt eine Stätte, die in der Zeit des Umbaus und vielleicht darüber hinaus einen Raum bietet, um kleinere Ausstellungen zu zeigen: Im kürzlich von der Familie verkauften Haus van der Grinten an der Nimwegerstraße, wo in den Räumen der ehemaligen Tenne Anfang des neuen Jahrtausend kleine Ausstellungen gezeigt wurden. Rechts neben dem Hauseingang geht es durch eine Doppeltür direkt in den Ausstellungsraum. Es wird eine Toilette geben und Aufsichten zu den gewohnten Zeiten des Katharinenhofes von freitags bis sonntags jeweils von 14 bis 17 Uhr.

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Der erste, der dort ausstellt, ist – passend – ein Beuys-Schüler: Ulrich Meister studierte von 1968 bis 1973 in Düsseldorf bei Beuys. Der 75-Jährige lebt und arbeitet heute in Düsseldorf. Gezeigt werden von ihm Arbeiten auf Papier, es erscheint ein Katalog zur Ausstellung, die am 1. Mai eröffnet werden wird. In der schon lange geplanten und wegen Corona verschobenen Schau sollen etwa 40 bis 50 Arbeiten gezeigt werden.

„Es ist wichtig, dass das Museum nicht noch weiter ohne Ausstellung ist und nicht so richtig wahrgenommen werden kann“, sagt Baumann-Matthäus. Es wäre schwierig gewesen, das Museum noch weiter zu schließen  – nicht nur wegen der Wahrnehmung, sondern auch wegen der ehrenamtlichen Helfer, die es erst möglich machen, dass Kranenburg das Museum im Katharinenhof aufrecht erhalten kann. „Die Zahl der Ehrenamtlichen geht zurück“, sagt Baumann-Matthäus. Und neue sind deshalb unbedingt willkommen in der Truppe, die das Haus „am Laufen“ hält. Für die ehrenamtliche Arbeit auch im Kulturbereich haben sich eben auch die Rahmenbedingungen geändert, erklärt der Vereinsvorsitzende. „Die Menschen gehen später in Rente, sind in vielfältigen Beschäftigungen dann auch weiter eingebunden“.

Deshalb habe man nach einer Alternative für Ausstellungen gesucht, wenn der Katharinenhof nicht öffnen kann. Die habe man jetzt hier gefunden. In dem Haus, wo die Sammler-Brüder van der Grinten aufwuchsen, ihre Eltern Beuys beherbergten und wo Hans und Franz-Joseph van der Grinten ihre ersten Ausstellungen zeigten. Wo man sich später nach den teils legendären Eröffnungsreden von Hans van der Grínten zu den Ausstellungen im Katharinenhof traf und weiter diskutierte. Allerdings ist der neue Ausstellungsraum nicht der der berühmten Stallausstellungen mit Werken von Joseph Beuys, die von den Brüdern Hans und Franz-Joseph van der Grinten organisiert wurden.

Baumann-Matthäus hofft jetzt auf einen „Re-Start“ nach Corona mit vielen Besuchern an der Nimweger Straße und vielleicht den einen oder anderen, der sich für die Arbeit mit der Kunst in dem Haus und später im Katharinenhof erwärmen kann. Dass ein solcher „Re-Start“ möglich ist, machte Ursula Geisselbrecht-Capecki im Koekkoek-Haus vor, wo viele Ehrenamtliche beispielsweise den Park umsorgen oder im Haus bei den Ausstellungen helfen.

Die Verzögerungen beim Bau des Bürgerhauses können die Kranenburger Museumsmacher nicht nutzen: Es sei zu ungewiss, wie lange man in den Räumen Ausstellungen zeigen könne, bis der Bagger dann doch kommt und der Eingang zu ist. „Das lässt sich dann so einfach nicht umorganisieren“, sagt Baumann-Matthäus.