Ausstellung mit Klever Künstlern : 100 Kunstwerke für das Frauen-Café

Der Zonta-Club feiert in diesem Jahr sein 100-Jähriges. Deshalb organisieren die Zonta-Frauen eine Benefiz-Ausstellung im Möbelhaus Rexing. 13 Künstler gaben dazu ihre Werke, die Hälfte des Erlöses ist Spende.

Vom minimalistischen Würfel, den der Klever Bildhauer Günther Zins mit schlanken Stahlprofilen auf die Wand und in den Raum gezeichnet hat, bis zum weißen Wirsing aus Limoges-Porzellan, vom geflochten Gurt-Objekt bis zum wundersam inmitten von Glas schwebender amöbenhafter Figur, von Farbmalerei bis feine Grafik – Susanne Rexing hat die ganze Bandbreite von Künstlern aus der Region in den Ausstellungsräumen ihres Möbelhauses am Koekkoek-Platz in Kleve versammelt. Dreizehn Künstler, junge und etablierte, hat sie in ihr Haus geholt und gibt damit wieder einen neuen Überblick über das Schaffen von Bildhauern und Malern und Objektkünstlern, die ihre Heimat am unteren Niederrhein haben oder hatten.

Alle haben mindestens ein halbes Dutzend Arbeiten mitgebracht, die am kommenden Wochenende, Samstag, 16. November, und Sonntag 17. November, in dem Möbelhaus verkauft werden sollen. Für einen guten Zweck: Die Hälfte des Erlöses geht an das Frauen-Cafe von Haus Mifgash, das Maria Schneider-Bless seit einigen Jahren in Kleve organsiert und das versucht, Flüchtlingsfrauen in der Fremde nicht nur ein Stückchen Geborgenheit zu geben, sondern sie auch zu integrieren.

Eine der Zeichnungen von Christoph Heek. Foto: Matthias Grass

Und weil der Service-Club Zonta, mit dem Rexing seit Jahren verbunden ist und in dessen Namen die Ausstellung organisiert wird, in diesem Jahr 100 Jahre alt wird, lag das Motto auf der Hand: 100 Kunstwerke für 100 Jahre Zonta. „Wir finden es wichtig, dass wir damit die Frauen und ihre Kinder unterstützen, ihnen helfen“, sagt Künstlerin Elisabeth Schink vom Projektraum-Bahnhof25. Nicht von ungefähr ahnt man im Zentrum einer ihrer Arbeiten für die Benefiz-Ausstellung in der Mitte das Bild eines Mädchens.

Wilfried Grootens faszinierender Glaswürfel. Foto: Norbert Heyl
Monika Buchen ist mit Gemälden in der Ausstellung vertreten. Foto: Matthias Grass

Noch stehen die Bilder und Objekte in Kartons am Arbeitsplatz Rexings, müssen ausgepackt und gehängt werden. „Damit beginnen wir Montag, wir hoffen dann, dass Mitte der Woche alle Werke installiert sind“, sagt Rexing. Sie freut sich, dass so viele Künstler spontan zugesagt haben, nicht nur ihre Werke nach Kleve zu geben, sondern auch die Hälfte des Erlöses zu spenden. Dabei ist die Spanne weit gesteckt: Sie beginnt bei Gemälden im kleinen Format von Monika Buchen mit 190 Euro/Bild und reicht bis 4600 Euro für einen Glaswürfel von Wilfried Grootens, der gerade eine Ausstellung in Kanada vorbereitet.

Eines der Bilder von Elisabeth Schink für die Ausstellung. Foto: Matthias Grass

Aus den Niederlanden sind Bart Elfring und Caroline Koenders mit ihren Werken wieder in die Region gekommen, aus Bordeaux hat Barbara Schroeder ihre Arbeiten, darunter der Porzellan-Wirsing, geschickt. Gerd Borkelmann fügt Blätter hinzu und Christoph Heek ist mit feinen Zeichnungen dabei, Gitta van Heumens-Lucas steuerte ihre perfekten Strukturen hinzu und ihre inzwischen in Hamburg lebende Tochter Andrea Anatas neue Farb-Arbeiten.

Mit dabei auch die in Düsseldorf arbeitende Brigitte Dams mit ihren Gurt-Skulpturen oder Willy Oster, der wie Borkelmann und Zins einst zu den Bensdorp-Künstlern gehörte, die ihre Ateliers in dem alten Fabrik-Gebäude aufgeben. „Das ist eine kleine Gentrifizierung in Kleve“, sagt Gerd Borkelmann bitter. Bei Rexing sind wieder alle zusammen.

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