Kleve: Winfried Böing vom Kölner Dom nach Düffelward

Konzert in der Niederung : Vom Kölner Dom nach Düffelward

Stehender Applaus für Organist Prof. Winfried Böing an der Rütter-Orgel.

Der Förderkreis „Musica sacra“ in der Düffelt hatte den Kölner Domorganisten Professor Winfried Böing zum Orgelkonzert am Christkönigsonntag nach Düffelward eingeladen und das kleine Gotteshaus in der Niederung war voll besetzt.

Respekt und Anerkennung an den Förderkreis unter dem Vorsitz von Dieter Paeßens, dass es ihm immer wieder gelingt, so hochkarätige Organisten für ihre Konzertreihe in der Niederung zu „begeistern“. Wie mag der Orgelvirtuose sich wohl an diesem Abend gefühlt haben? In der Kölner Kathedrale stehen Winfried Böing mit der Klais- Querhausorgel 90 Register zur Verfügung, die historische Rütter-Orgel in Düffelward verfügt über gerade einmal 10 Register. Da liegen „instrumentale Galaxien“ dazwischen und das stellt die Ausführenden dieser Konzertreihe immer wieder vor besondere Herausforderungen.Die Besucher der Orgelfeierstunde am Christuskönigtag erlebten ein mit viel Feingefühl und Stilsicherheit für die Möglichkeiten der Rütter-Orgel zusammengestelltes Programm. Mit der Passacaglia des Passauer Hofkapellmeisters Georg Muffat (+1704) erklang mit feiner Nuancierung ein Werk des Barockkomponisten, der zu seiner Zeit als einer der größten Orgelvirtuosen Süddeutschlands galt. Winfried Böing ließ bei seiner Werkauswahl einen breiten Raum für Werke heute eher selten gespielter Komponisten. Das gilt sicher auch für Johann Caspar Kerli (+1693), der als Organist am Wiener Stephansdom tätig war, und dessen Ciacona in Düffelward erklang.

Die Zuhörer durften in diesem Konzert eine technische wie musikalische „Orgelfeierstunde“ erleben, die Winfried Böing auf der Rütterorgel „zelebrierte“. Zeitweise hatte man sogar ein wenig das Gefühl den kathedralen Klang des Kölner Doms in Düffelward „mitzuhören“. Es folgten eine Sinfonia des italienischen Opernkomponisten Nicolo Piccini (+1800), mit freudigen Allegro und innigem Andante, sowie drei Stücke von Justinus Heinrich Knecht (+1817) aus Biberach an der Riß. Das Konzert schloss mit der Introduktion und Fuge C-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart, der die Orgel als Königin der Instrumente schätzte, jedoch nur wenige Werke für dieses Instrument komponierte.

Stehender Beifall der zahlreichen Zuhörer, die Professor Winfried Böing mit seinem Spiel begeisterte und die mit dem Gefühl in die Nacht gingen, einer besonderen Orgelfeierstunde eines herausragenden Musikers beigewohnt zu haben, der sich auf den Weg von der rheinischen Kathedrale in das kleine Gotteshaus nach Düffelward gemacht hatte.