Kleve Theaterprogramm der Stadt

Theaterplan Kleve : Sechs Stücke und Juli Zeh für die Jugend

Heidi Mahler und das Ohnsorg-Theater kommen auf die Klever Stadthallenbühne, die Komödie am Kurfürstendamm ist dabei und die Landestheater. Als Klassiker gibt’s Schillers Räuber.

Ein Mitarbeiter des Nobelpreiskomitees versucht verzweifelt, die frohe Botschaft an den „Gewinner“ zu überbringen, ein Musiker will im hintersten Orchestergraben seinen Einsatz bei Takt 973 keineswegs verpassen und Lady Hillarye und Sir Geoffrye verbringen streitend ihre letzte Ruhe in einer Gruft. „Streichholzschachteltheater“ heißt das Stück, das puren Klamauk mit hintergründiger Philosophie verbinden, das absurd, grotesk und manchmal zum schreien komisch sein möchte.

Autor Michael Frayn entlarvt in 30 zündenden Unterhaltungen, quasi für jedes Zündholz eine, sprachliche Ungenauigkeiten und Verrenkungen des 21. Jahrhunderts, man trifft auf Viel-Telefonierer, Ehebrecher und Politiker, auf Bühnenarbeiter, das Nobelpreiskomitee und eben die beiden Adligen in der Gruft, die durch einen wummernden Bass aus ihrer Totenruhe geweckt wurden, weil in der Krypta ein Club aufgemacht hat. Das Streichholzschachteltheater in einer Inszenierung des Rheinischen Landestheaters eröffnet am Donnerstag, 19. September, 20 Uhr in der Stadthalle das neue Theaterprogramm der Stadt Kleve, das vom Stefan Derks, Fachbereich Kultur, vorgestellt wurde.

Grundlegendste Änderung sind die neuen Programmhefte: den Komplett-Überblick im Taschenbuchformat gibt es nicht mehr. Dafür bekommen Musik und Theater jeweils schmale Faltblätter für den Überblick (praktisch) und ebenfalls zwei schmale Programmhefte. Man habe das neue Format gewählt, weil sich die Heftchen besser in die Präsentationsregale einordnen lassen, hieß es bei der Vorstellung. Für die Übersichtlichkeit der Faltblätter und Programmhefte sorgt das Design von Grafikerin Esther Mols, die die schmalen Heftchen gestaltete. Bürgermeisterin Sonja Northing lädt gleich zu Beginn mit dem Zitat eines Malers ins Theater ein: „Kunst wäscht den Staub des Alltags von der Seele“, zitiert sie Picasso. Man möge im vorliegenden Programmheft blättern und sich auf die neue Spielzeit einstimmen, empfiehlt sie.

Das Überraschende in der neuen Spielzeit ist das Streichholzschachteltheater. Man darf gespannt sein, wie das Landestheater das absurde Kopftheater auf die Bühne bringt.Ansonsten gibt’s einen Krimi, zwei für Bühne umgeschriebene Film-Komödien, die Räuber von Schiller als den obligatorischen Klassiker und für alle Komödienfans das Ohnesorg-Theater mit Heidi Mahler. „Ein Mann mit Charakter“ heißt das Lustspiel von Wilfried Wroost und erzählt vom Bäckermeister und seiner von seinem Bruder schwangeren Braut. Am Mittwoch, 15. Januar, 20 Uhr.

Die beiden weiteren Komödien kennt man aus Film und Fernsehen: Schtonk, die Geschichte der Hitler-Tagebücher, wird von Euro-Studio Landgraf inszeniert, es spielen Luc Feit und Carsten Klemm in den Hauptrollen. Am Montag, 25. Mai, 20 Uhr. Die Komödie am Kurfürstendamm hat die Geschichte der Alt-68er Anne, Johannes und Eddi, die wieder eine Hippie-WG aufleben lassen wollen und mit der Realität einer Studenten-Wohngemeinschaft des 21. Jahrhunderts kollidieren, auf die Bühne gebracht. Mit Winfried Glatzeder, Siegfried Kadow und Claudia Rieschel. Am Montag, 4. November, 20 Uhr heißt es „Wir sind die Neuen“. Das Westfälische Landestheater erzählt mit dem Krimi „Blackout“ von Marc Elsberg vom großen Stromausfall und von Hackern. Am Mittwoch, 9. Oktober, 20 Uhr. Bleibt der Klassiker: Am 21. April macht die Burghofbühne Dinslaken mit Schillers Räubern Station in Kleve.

Das Jugendtheater wartet mit einem Stück von Juli Zeh auf: Es geht um Amokläufe, um Susanne und die Frage, was noch Fiktion und was Realität ist. Mit dem Westfälischen Landestheater am Dienstag, 24. September, 11 Uhr in der Stadthalle.

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