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Kleve: Sommerparty in der Villa Vivaldi mit Volcania

Konzert in Kleve : Sommerparty in der Villa Vivaldi

Elisabeth Champollion begeisterte mit dem Ensemble Volcania in der Stadthalle Kleve. Es war ein Sommerfest, wie man es sich wünscht:

Zu einer großen „Sommerparty“ hatte Elisabeth Champollion (Blockflötistin) als Leiterin des Ensemble Volcania in die „Villa Vivaldi“ (respektive Stadthalle Kleve) eingeladen. Ein Sommerfest, wie man es sich wünscht: Mit guten Gesprächen zwischen Instrumenten, Musizierenden und den zahlreichen Zuhörenden, prächtiger Stimmung und prickelndem Schaum musikalischer Labsal. „Die Zimmer der Villa Vivaldi“ öffneten sich einladend mit dem Konzert RV 114, gefolgt von „La Notte“ RV 104 und „La Tempesta di mare“ RV 253 – Bildprogrammatik, die über eine schöne Ebene der Sinnlichkeit verlief, eine geradezu haptische Qualität des dargebotenen Klanges, über Assoziationen zur Veränderlichkeit des Himmels und zu schmeichelhaften wie bedrückenden Träumen der Dunkelheit. Es erklang musikgewordene Fantasie, deren Puls auch den Herzschlag der Zuhörer erreichte und die auf eine innere Reise voller Träume, „Geister“ und effektvoller Ausdeutung der Noten entführte.

Besonders die schnellen Sätze des „La notte“-Konzertes, zwischen die sich unter der Bezeichnung „Der Schlaf“ ein kurzer und mit intensiver Weichheit dargebotener Satz schob, gerieten prägnant und mitreißend. Der kurze vierte Satz brach tatkräftig in die Satzfolge ein und bot den figurativen Furor Vivaldis mit rhythmischer Unbestechlichkeit und klanglicher Vehemenz. Das Laufwerk der gebrochenen Akkorde und Sequenzen, die für Vivaldi so typisch sind, gestalteten alle leger und ansprechend verziert.

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Nach der Pause erfrischte das dreisätzige Konzert RV 157 die Gemüter, bevor sich in Mark Scheibes Auftragswerk „Villa Vivaldi“ dann die ganze Party entfaltete: Allein schon die Titel der Partien „Ein Sommerabend …“, „Die Gäste treffen ein“, „Champagnerempfang“ oder „Folgen Sie mir in den Salon!“, um nur ein paar zu nennen, machten Lebenslust wie Spielfreude greifbar. Ein berauschend schönes Fest, das ebenso charmant wie geistreich durch alle Räume bis zum Aufgang der Sonne auf der Terrasse führte.

Die Musik Scheibes erwies sich als Herzöffner: Nicht durch Reibung oder Plakativ-Zeitgenössisches, sondern durch freudige Spannung in feinen Bögen spritzig-sprudelnder Erwartung, die gänzlich erfüllte, was ein Besuch in der Villa Vivaldi versprach, immer mit würdigendem Bezug zum historischen Vorbild. Geniales Beiwerk: der wahrlich „glitzernde“ Auftritt Champollions, die ihre Soloparts reich in der Modulation des Tons und der Farbe meisterte. Das Programm musste wegen eines Notfalls umgestellt werden, denn die Harfenistin konnte nicht kommen – sie wurde grandios von Fernando Olivas an der Theorbe vertreten. Einzig das Werk des Komponisten Moritz Eggert musste deshalb gestrichen werden, das allerdings durch das sehr schöne „La folia“ von Vivaldi ersetzt wurde. Auch dem abschließenden Konzert RV 443 widmeten sich Ensemble und Solisten mit viel Verve. Das Konzert begeisterte mit Präzision, die sich im Höreindruck nie als Schwere niederschlug, und allen gelang die für die Gesamtwirkung in der „Villa Vivaldi“ so wichtigen tänzerische Artikulation, belohnt von minutenlangem Applaus.