Kleve: Prinz Johann-Moritz von Nassau Siegen starb vor 440 Jahren

Todestag des Prinzen : Prinz Johann Moritz Tod vor 340 Jahren

Der Prinz prägt die Stadt Kleve bis heute, hat aber auch Schattenseiten.

Viele verehren Prinz Johann-Moritz von Nassau-Siegen als den Mann, dessen besondere Gartenarchitektur die Stadt Kleve bis heute prägt. Sein Barockgarten im Amphitheater, bekannt als Neuer Tiergarten, seine Anlage zu Füßen der Burg in den Galleien und entlang des Kermisdahls, Alter Tiergarten genannt, sind wunderbare Gartenanlagen, dazu die herrlichen Alleen wie die große Nassauerallee, die seinen Namen trägt, mit drei Baumreihen, wie die lange, schnurgerade Lindenallee oder die Tiergartenstraße Entree in die Stadt. Er gestaltete die Stadt neu als Klever Statthalter des Großen Kurfürsten. Vor 340 Jahren, am 20. Dezember 1679, ist der Prinz in Kleve gestorben. Dort, wo er sich in seinem Park, in seinem „Arcadien“, eine eigene, recht kuriose Grabstätte schuf und wo er dann doch nicht beigesetzt wurde. Seine Grabstelle ist im Stammschloss derer von Nassau-Siegen.

Moritz war Gouverneur in Brasilien (auch dort schuf er prächtige Residenzen), war brandenburgischer Gesandter bei der Wahl des deutschen Kaisers Leopold I., holländischer Feldmarschall und schließlich Statthalter in Kleve. Die Niederländer kennen ihn als den „Brasilianer“. Doch gerade als Brasilianer fiel dunkler Schatten auf die in Kleve als Lichtgestalt verehrte barocke Figur des stattlichen Fürsten. Nassau handelte mit Sklaven, seine Büste wurde zeitweise aus dem Mauritshaus in den Haag verbannt. In Kleve steht sie noch. Museumsdirektor Harald Kunde ist eben kein Bilderstürmer und hat versprochen, die Geschichte des 1604 geborenen Fürsten aufzuarbeiten.

Seine Klever Gärten laden ein, Park und die Blickachsen durchs Amphitheater oder im Alten Tiergarten zu genießen, die ja nach dem Parkpflegewerk wieder nach vorne gebracht werden sollen.