1. NRW
  2. Städte
  3. Kleve
  4. Kultur

Kleve: Kurhaus präsentiert Ankäufe und Schenkungen mit Werken von Haese, Uecker und Christo

Museum Kurhaus : Das Kurhaus zeigt neue Gaben

Das Museum Kurhaus zeigt die Gaben, die für die Sammlung gewonnen werden konnten – als Ankauf oder als Schenkung. Museumsdirektor Kunde richtete mit einer Auswahl das Friedrich-Wilmhelm-Bad ein.

„Sol“ zittert. Sol zittert eigentlich immer. Schon beim kleinsten Luftzug vom Vorübergehen geraten die Federn und Tentakel der feinen Skulptur von Günther Haese in Bewegung. Die zittrige „Sol“ gehört zu den guten alten Bekannten der Klever Sammlung, Haese war schon im Haus Koekkoek zu sehen und das  so feine Werk ist schon gefühlt „ewig“ Teil der Sammlung des Museums und ist nicht nur ab und an gern geseh’ner Gast der Präsentationen. Auch jetzt, in der neuen Schau der Gegenwartskunst aus der Sammlung des Museum Kurhaus im Friedrich-Wilhelm-Bad.

Dabei hat „Sol“ Gesellschaft bekommen – von „Nord.West“. „Nord-West“ ist eine andere Skultpur Haeses, ebenso filigran, ebenso so zerbrechlich. Hier greifen zwei  Arme, in ihrer Ansicht erinnern sie an einen technischen Stahl-Träger in zwei Richtungen in den Raum. „Nord.West“ eben. Man kann sie angesichts des Titels auch als See- oder Landzeichen interpretieren. An den beiden Trägern sind wiederum die Tentakel und Federn befestigt, die genauso zittrig sind, wie Sol. Nord-West ergänzt die Kurhaus-Sammlung schön und ist erst jüngst dazugekommen, erzählt Kunde. Als Anerkennung des Sammlers an das Klever Museum.

Die beiden Arbeiten von Frank Maibier in der von Harald Kunde eingerichteten Ausstellung mit Werken aus der Sammlung. Foto: Matthias Grass

„Sammle die Gaben und präsentiere die Sammlung“ hat Kunde die neue Schau im Friedrich-Wilhelm-Bad überschrieben: „Collect the present – present the collection“ steht dort Grau auf weißem Grund, wenn man die geschwungene Treppe zu den Sälen des alten Bades hinauf kommt. Man schaut dann gleich auf die beide großen Gemälde der Malerin Pia Fries, die links und rechts der großen Flügeltüren hängen, als wären sie dafür gemacht. Geradeaus durch die Tür geht’s ins Trauzimmer, rechts und links, ebenfalls durch haushohe Doppeltüren,  in die großen Säle mit Blick auf den Park und auf die einstigen Balkone. Hier hat Harald Kunde vieles von dem eingerichtet, was das Museum dazugewonnen hat oder (wiebei Sol)  hatte. Wobei Sol in Ergänzung zur neuen Schenkung steht. Kunde hat also Neues und Gewohntes miteinander kombiniert, zeigt große Namen auf kleinen Arbeiten, lässt die Konzeptkunst des Amerikaners Stephen Prina auf die fast schon brutalen Zeichnungen des jungen Düsseldorfer Bildhauers Andreas Schmitten gucken.

Schön, dass die labilen Balancen von Frank Maibier weiter Bestand haben und der Künstler eine Installation in der Klever Sammlung ließ, wie „Bögen gebogen“ an der Wand oder die   feine Filzstrebe schräg im Raum. Um die Ecke gedacht ist Prinas Sammlung aller Manet-Bilder, die er als maßstabgerechte Rechtecke aufs Blatt zeichnet. Vom  Boden herauf schaut Johannes Walds Prinzen-Portät mitsamt den Gusskanälen. Fehlen dürfen auch nicht Kundes Lieblinge, die Faltungen von Olaf Holzapfel. Und schon gar nicht Ueckers Nagelungen unter Glas.

Lange nicht gesehen hat das weißes Bild aus der Reihe der monochromen, von einem silbernem Alubond Rahmen gefassten Farbbilder von Katharina Fritsch, das auch schon länger in der Sammlung ist.  Als Ausblick auf das, was bleiben könnte und sollte, zeigt eine Wand Fotografien des US-Amerikaners Lucas Blalock. Und schaut man auf die geschwungnen Wandskultpuren von Charlotte Posenenske, hat damit das Museum Kurhaus eine wichtige Position des deutschen Minimalismus, den es sich heute nicht mehr leisten könnte.

Die Preise für Arbeiten der 1985 verstorbenen Bildhauerin und Soziologin könnte das Klever Museum heute nicht mehr stemmen, meint Harald Kunde. Erst jüngst widmete die Kunstsammlung NRW Posenenske eine große Schau. Das gleiche gilt für Christo. Auch hier ein großer Namen mit kleiner Arbeit.