Kleve: Konzertsaison 2019/20 mit Christof Kepser

Die neue Konzertsaison : Mit Mr. Händel im Pub

Es wird ein ganz besonderes Geburtstagsständchen geben, Bachs berühmte Goldberg-Variationen auf Marimba und eine Winterreise: Die Reihenkonzerte 2019/20.

Mit ihrem Orchester Spark sind sie in Kleve bestens bekannt, die beiden Flötisten Andrea Ritter und Daniel Koschintzki. Doch wenn sie sich in der Klever Konzertreihe mit Vivaldi, Bach und Puccini auf Freiersfüßen begeben, dann ist das Folkwang Kammerorchester (Foto) dabei. Eine Kombination, bei der Sigrun Hintzen, die Organisatorin der Konzerte der Stadt Kleve nicht mehr aus dem Schwärmen herauskommt: „Die in Kleve bestens bekannte Zauberflötistin und der Paganini der Blockflöte gehen mit diesem aufgeweckten Kammerorchester in einen Dialog von barocker Klangpracht, wilder Romantik und pointierter Gegenwart“. Denn zu Bach Vivaldi und Puccini gesellen sich Kompositionen des Niederländers Chiel Meijering und von Elena Kats-Chernin, der in Taschkent geborenen usbekisch-australischen Komponistin. „auf Freiersfüßen“ heißt der Abend am Dienstag, 28. April, 20 Uhr in der Stadthalle.

Den Auftakt der acht Reihenkonzerte 2019/2020, die Hintzen jetzt vorstellte, machen am Dienstag, 17. September German Hornsound und Junge Blechbläser NRW. „Die einen erzählen von ihren Träumen, die anderen davon, welche ihrer Träume wahr geworden sind“, sagt Hintzen. Und zwar mit Werken von Strauss, Gabrieli, Händel und Bruckner. Es folgt ein Klavierkonzert mit dem Schweizer Pianisten Cedric Pescia am Dienstag, 8. Oktober mit Werken von Bach und Schubert.

Und dann gibt’s endlich für Kleve Schuberts berühmten Liederzyklus „Winterreise“, die den Höhepunkt dessen Liedschaffens und gleichzeitig den Gipfel romantischer Liedkunst mit 24 Seelenzuständen bildet. Mit Mirko Roschkowski (Tenor) und dem BoArts Quartett, dabei der aus Kleve stammende Cellist Christof Kepser, der hier ein Heimspiel haben wird, sagt Hintzen. Am Dienstag, 26. November. Historisch mit einem Augenzwinkern wird es Dienstag, 17. Dezember mit dem Ensemble I Zefirelli: Ganz nach dem „historischen“ Motto, „tagsüber bei Hofe konzertieren und abends in der Kneipe das Geld verdienen“ entführt I Zefirelli mit neuer Konzertidee in einen Londoner Pub und kombiniert Barockmusik von Purcell, Corelli und Händel mit Dowland und irischer Folkmusik. Ein spannender Abend, der „Mr. Händel im Pub“ begleitet.

Es folgen Bachs berühmte Goldberg-Variationen für Marimba am 21. Januar. Lyrik ist Klang, Rhythmus und Zeit und Sinn, sagt der Schriftsteller Bas Böttcher. Zusammen mit den Streichern des Kuss Quartetts spürt er mit Beethoven, Bach und Carter den Verbindungen von Sprach- und Klangkunst und Musik nach. Deshalb heißt es am 17. März, 20 Uhr: „Tonkunst & Sprachpoesie“. Abgeschlossen wird die Saison schließlich am 12. Mai mit dem Klavier-Duo Lucas und Arthur Jussen, die Werke von Mozart, Schubert und Strawinsky interpretieren. Zum Konzertprogramm gehören neben den Reihenkonzerten aber vor allem auch die Besonderen Konzerte (Bericht folgt), die im kleinen Rahmen manches Kleinod zu bieten haben und die besondere Orte für Konzerte in der Stadt aufsuchen – wie die Kleine Kirche an der Böllenstege oder das Museum Kurhaus Kleve. Zu dessen Eröffnung schrieb kein Geringerer als der Komponist und Musikwissenschaftler Walter Gieseler eine Komposition.

Und jetzt würde Walter Gieseler 100 Jahre alt: Dabei gilt der 1999 verstorbene Gieseler als die Schlüsselfigur des Klever Musiklebens. Ihm zu Ehren gibt es eine kammermusikalische Gratulation mit seinen Werken, teils neu interpretiert. Nebenbei soll auch der große John Cage vorbeischauen, so Hintzen. Interpretiert wird Gieselers Werk von Mirjam Hardenberg (Sopran und Violoncello). Andreas Steffens (Saxofon und Electronics) und Daniel Ziegler (Klavier und Electronics). Es ist ein Konzert, das am Sonntag, 29. September, 20 Uhr, beide Reihen klammern sollte.

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