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Kleve: Grundstein für Haus Mifgash von Klevern graviert

Kleve : Grundstein für Haus Mifgash von Klevern graviert

700 Bürger können auf 700 Tontafeln ihre Gedanken zum Zusammenleben in der Stadt schreiben. Das ganze Zusammengefügt ist dann der symbolische Grundstein für Haus Mifgash.

Wenn die Gocher Künstlerin Nicole Peters eine Skulptur macht, dann sind in der Regel die Menschen, die irgendwie mit dieser Skulptur zu tun haben, eingebunden - wie in einer sozialen Plastik. Das ist bei den Arbeiten für Kindergärten und Schulen so, wenn kleine Dinos und andere Tiere entstehen oder ein großer Drache wie Fafner für Xanten modelliert wird. Und das ist erst Recht so, wenn es gilt, einen  symbolischen Grundstein für das Klever Haus Mifgash zu schaffen. Dazu gestaltete Peters jene 700 Tontafeln die derzeit getrocknet darauf warten, dass 700 Bürger einen Gedanken darauf ritzen. Dann werden alle Tafeln in einem Behältnis zusammengefügt, der als Grundstein für das Haus der Begegnung gilt.

Die zentrale Frage für Mifgash heiße: Wie wollen wir zusammen leben?, erklärt Peters. Deshalb laden zu dieser zentralen Frage die Künstlerin und der Verein Haus Mifgash ein, den Grundstein für das Haus der Begegnung mitzugestalten und mitzulegen. Sprich: Gemeinsam einen Grundstein zu schaffen. Dazu sucht Nicole Peters 700 Bürger der Stadt Kleve, die diese Frage beantworten: „Ritze Deine Antwort in einen kleinen Tonziegel und lass Dich mit Deinem Statement fotografieren. Werde Teil der Grundsteinlegung am 10. September auf dem Platz der ehemaligen Synagoge in Kleve unterhalb der Schwanenburg“, appelliert Peters an die Klever, gemeinsam für dieses „Haus“ zu stehen. Egal welche Nationalität, Geschlecht, Hautfarbe, Bildung, Alter, Gesundheitszustand: „Als Klever Bürger gestaltest Du mit, wie sich die Menschen in Deiner Stadt begegnen“, so Peters. Dazu ist sie regelmäßig in der Hochschulstadt, damit viele Teil dieses Kunstwerkes werden können: Am Samstag 17. Juli, 10 bis 13 Uhr ist sie auf dem Marktplatz an der Linde und ebenfalls am Samstag, 17. Juli, 14 bis 17 Uhr in der Fußgängerzone Große Straße, beim Elsa-Brunnen. Am Donnerstag 22. Juli, kommt Peters von 12 bis 17 Uhr auf den Wochenmarkt von Haus Riswick, Elsenpaß 5. Hintergrund ist die Diskussion für eine Stätte der Begegnung und des Austausches der Kulturen im unmittelbaren Umfeld des Synagogenplatzes. Zur Zeit werde mit den Parteien und der Verwaltung über die Realisierung des Bauvorhabens gesprochen. Die symbolische „Grundsteinlegung“ ist für den 10. September 2021 vorgesehen, im 200. Jahr nach der Einweihung der Klever Synagoge. „Die Wahl des Datums stellt das Gedenken in den Vordergrund, die Form des Grundsteins, die Bürgerbeteiligung sowie die Zukunft und den Blick für die Moderne“, sagt die Künstlerin.