Kleve: Gelungene Uraufführung im Klever Forstgarten

Kleve : Gelungene Uraufführung im Klever Forstgarten

Zur Eröffnung des Klevischen Klaviersommers gab es eine Überraschung.

Das Eröffnungskonzert zum 30. Klevischen Klaviersommer bot einen besonderen Auftakt: Nach Grußworten der Bürgermeisterin Sonja Northing und Rainer Hoymann (Vorsitzender des Klevischen Vereins) nahm erst einmal kein Pianist auf der Bühne Platz, sondern das Kammerorchester opus m.

Unter der Leitung von Heiner Frost musizierten die Streicher Felix Mendelssohn Bartholdys Streichersinfonie g-Moll Nr. 12 und Peter Tschaikowskys „Elegie zum Gedenken an I. W. Samarin“. Anschließend kam der spannende Moment der Uraufführung von Heiner Frosts Geschenk-Komposition „#kks“, die Professor Boguslaw Strobel und Frost gemeinsam mit Hintergrundinformationen zu dem Werk im Gespräch anmoderierten: Nicht etwa als Versuch eines Klavierkonzertes zu verstehen, „versteckte“ sich in der Geburtstagsskizze nämlich im obligaten Part des Klaviers (das Anja Speh übernahm) ein Morsecode – ein „Herzlichen Glückwunsch“ in „Punkten und Strichen“, wiedergegeben in kurzen und längeren Morse-Tönen von einer Taste. Und da Frost nicht selbst „Frost“ dirigiert, erschien Alexander Kalweit auf der Bühne, unter dessen hervorragendem Dirigat das Kammerorchester opus m und Anja Speh das schöne und überaus gefällige Werk „#kks“ zum ersten Mal zum Klingen brachten.

Nach der Pause trat Lev Vinocour auf die Bühne, ein absoluter Ausnahmepianist, der mit seinem Charisma und seiner unverwechselbaren Energie und Virtuosität das Orchester opus m – wiederum von Kalweit hervorragend geleitet – musikalisch mitzog. Joseph Haydns Concertino für Klavier und Streicher C-Dur Hob. XIV./3 mit einer Kadenz von August Eberhard Müller erklang als leichtes, unterhaltsame Konzert in drei Sätzen (Allegro moderato, Menuetto, Allegro di molto) von feinster Qualität – fröhlich und tänzerisch, perfekt für die Sommeratmosphäre im Forstgarten. Frederic Chopins Grande Polonaise brillante Es-Dur op. 22 préc´dée d’un Andante spianato in der Fassung für Klavier und Streicher aus dem Jahr 1836 bot reichlich Raum für Vinocours virtuoses Spiel.

Gut angenommen wurde das Angebot des Ausschanks von Saft, Wasser und Sekt des Klevischen Vereins, und mit gut 700 Zuhörern, die sich auf Klappstühlen, Bänken und Picknickdecken niederließen oder vorbeispazierten, erfüllte der Klaviersommer wieder alle Erwartungen an den besonderen musikalischen Open-Air-Genuss.