Kleve: Der Bildhauer Günther Zins zieht in ein neues Atelier

Neues Atelier : Zins zieht ins Pannier-Gelände

Der Klever Bildhauer Zins gibt nach Jahrzehnten sein Atelier in der alten Bensdorp-Kakao-Fabrik auf. Investor Clemens Wilmsen hat ihm Räume im Pannier-Gelände angeboten, die den Künstler begeisterten.

Der filigrane und zugleich mächtige Edelstahl-Würfel des Klever Bildhauers Günther Zins setzt ein Statement auf die Pforte der alten Pannier-Fabrik in der Klever Oberstadt an der Ackerstraße. Als wolle er sagen: Dies ist auch ein Quartier für die Kultur. Zugleich wertet der Würfel das Gelände irgendwie auf.

Angekauft hat Pannier-Investor Clemens Wilmsen den Würfel. Denn es ist im Grunde das Statement, das Wilmsen gleich nach dem Kauf des Geländes abgegeben hatte: Er wolle, dass die Kulturtreibenden auf dem Gelände Bestand haben. Das betonte er jetzt wieder: „Wir wollen den Stand so ertüchtigen, dass das perspektivisch tragfähig ist“, sagt Wilmsen. Er sehe sehr viel Leben auf dem Gelände, beim „Theater im Fluss“, das unbedingte Anerkennung verdiene, beim Kung-Fu-Verein „Wing Tsun“, der „Move-Factory“ und all den anderen, die hier heimisch seien und die man als Geschenk für Kleve im Allgemeinen und das Quartier im Besonderen ansehen müsse. Im Grunde sei die Idee eines Kultur- und Quartierszentrums für die Oberstadt in den alten Fabrikgebäuden sehr reizvoll, sagt Wilmsen mit Blick über den Hof. Er wolle jetzt als nächsten Schritt unter dem Würfel in der alten Pförtner-Loge einen Treffpunkt für all die Menschen auf dem Gelände einrichten.

Für die Pforte hat Investor Wilmsen ein großes Zins-Kunstwerk angekauft – ein versinkender Würfel, der hier ein Statement für die Kultur setzt. Foto: Evers, Gottfried (eve)

Der Würfel gibt aber auch noch ein zweites Statement ab: Er verweist auf den Künstler, der bald täglich an der Pforte vorbei zu seinem Arbeitsplatz gehen wird: Günther Zins hat nämlich nach Jahrzehnten sein Atelier aus der alten Bensdorp-Fabrik in die Oberstadt auf das Pannier-Gelände verlegt. Clemens Wilmsen habe ihm ein Angebot gemacht, das er nicht habe ablehnen können, sagt der Bildhauer, dessen Werke auf Plätzen und Häusern in der ganzen Republik von der Leichtigkeit der Skulptur erzählen. Wilmsen zeigte ihm die ehmalige Schlossetei in den Werkshallen – mit einem abgetrennten Raum, in dem Zins den Stahl und Schweißstellen schleifen kann, mit einem großen Raum, in dem geschweißt werden soll, mit einem Sanitärraum und schließlich einem großzügigen Dachtsuhl, in dem fertige Werke verwahrt werden können. Die Regale dafür sind aus alten Zeiten auch noch da. Zuvor muss der Bildhauer aber sanieren: Zwar gibt es in den Räumen eine prächtige Werkbank mit kräftiger Eichenplatte, die auch schweren Arbeiten standhält, doch Wände, Decken und Böden müssen noch ausgebessert und gestrichen werden. „Trotzdem – die Räumen sind richtig gut“, sagt Zins. Das fange beim großen Tor im Parterre an: „Da passen Zwei-Meter-Werke locker durch. Ich muss jetzt nicht mehr durch’s Atelierfenster abseilen, man kommt ebenerdig raus“, sagt Zins.

Gleich hinter dem Tor hat er eine präzise, glatte Wand vorbereitet. „Hier kann ich hängende Werke präsentieren“, sagt er. Dazu wurde ein neues Ständerwerk aufgebaut, beplankt und mit Rigips verkleidet, der jetzt noch verspachtelt, geschliffen und gestrichen werden muss. Die Decke möchte der Bildhauer grau streichen, der Sanitärraum muss noch eingerichtet werden. Der Anschluss für den Starkstrom liegt bereits. Und der ist auch nötig, schließlich schweißt Zins die kleineren und mittelgroßen Werke selbst. Zudem liegt ein Anschluss für Gas, sodass das Atelier eine Heizung bekommt – mit ein wichtiger Grund für den Klever Bildhauer Zins, den Umzug zu machen.

Anfang Februar möchte Zins fertig sein. Dann sollen die Edelstahlstangen, die er in filigrane Kunstwerke verwandelt, in der Oberstadt gelagert sein und seine Arbeit hier oben beginnen.