Kleve: Besondere Reihe mit Beethoven Pieces und Gieseler zum Geburtstag

Kleve: Die Konzerte der Besonderen Reihe : Marimbas und Walter Gieseler zum 100.

Die „Besondere Reihe“ der Konzerte der Stadt Kleve startet am 29. September. Die Reihe umfasst sechs Konzerte.

Es geht um Zufall und Stille, um Klavierimpressionen, um Freidenker, die sich aber dennoch respektvoll dem Werk des Komponisten Walter Gieseler nähern. Die es interpretieren, in Original und in zeitgenössischer Bearbeitung. Der Musikwissenschaftler und Komponist, das musikalische Multitalent Walter Gieseler wäre in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden und zu seinem 100. Geburtstag soll es ein besonderes Konzert geben. Am Sonntag, 29. September, eröffnet dieses Konzert die „Besondere Reihe“ im Museum Kurhaus. Dort, wo eine Komposition Gieselers das Museum 1997 eröffnete.

„Walter Gieseler war eine Schlüsselfigur des Klever Musiklebens, er gründete Konzertreihen und Ensembles, komponierte, forschte und schrieb Bücher, war an Schulen (wie dem heutigen Stein-Gymnasium) und Hochschulen pädagogisch und politisch aktiv“, schreibt Sigrun Hintzen, die Gieseler noch zu Lebzeiten begleitete und seit vielen Jahren die Klever Konzerte organisiert. Gieseler setzte sich schon früh zusammen mit dem damaligen Museumschef Dr. Friedrich Gorißen für einen Hochschulstandort in Kleve ein (der nach seinem Tod Wirklichkeit werden sollte).

Anne Maria Wehrmeyer (Violine) und Julius Schepansky (Akkordeon) kommen mit le double in die Kleine Kirche. Foto: Konzerte Stadt kleve/Konzerte Stadt Kleve

Mirjam Hardenberg (Sopran und Violoncello), die mit Gieseler in zahlreichen Konzerten mitarbeitete, Andreas Steffens (Saxofon und electronics) und Daniel M. Ziegler (Klavier und electronics) nähern sich dem Werk des Mannes, der für das Klever Kulturleben so wichtig war. Sie lassen Gieselers Kammermusik in Original erklingen. Sie fragen, welche Instrumente würde er in einer Zeit nutzen, in der man das „Klavier“ auf dem Schoß hat und die Klänge elektronisch generiert sind. Sie lassen sich auch von John Cage inspirieren, von Varèse und Stockhausen.

„Daniel Ziegler erhielt den Auftrag, für Gieselers Geburstag ein Konzerkonzept zu entwickeln. Hier ist es. Und es hätte Gieseler gefallen“, sagt Sigrun Hintzen. Die Schirmherrschaft für das Konzert hat Gieselers Tochter Anne. Auf dem Programm stehen Werke von Gieseler, John Cage, Andreas Steffens und Daniel M. Ziegler, von Pablo Casals und Luca Lombardi. Im Museum Kurhaus, 29. September, 18 Uhr.

Zum zweiten Konzert geht die „Besondere Reihe“ sogar in die Stadthalle: Denn dann gibt’s was auf junge Ohren, wie es im Programmheft heißt. Das Kinderorchester NRW unter der Leitung von Andreas Fellner spielt Werke von Debussy, Bizet, Sibelius, Tschaikowsky, Dvorak und anderen. Unterstützt werden die jungen Musiker von DJ Eva Pöpplein mit Elektronic und Live-Remix. Am Sonntag, 10. November, 17 Uhr in der Stadthalle Kleve.

„Le double“, das sind zwei Stipendiaten des Deutschen Musikwettbewerbs, die nicht nur als Instrumentalisten, sondern auch mit ihren Bearbeitungen von Werken für ihre Duo-Besetzung aus eigener Feder faszinieren, sagt Hintzen. Anne Maria Wehrmeyer (Violine) und Julius Schepansky (Akkordeon) machen am Sonntag, 8. Dezember, 18 Uhr in der Kleinen Kirche Station in Kleve und erfüllen den wunderbaren Raum der kleinen evangelischen Kirche aus dem Barock mit Bach, Händel und Strawinsky, sie haben Kompositionen von Arvo Pärt ebenso dabei wie von Scarlatti und Hindemith und Takahashi. Sigrun Hintzen hängt dabei die Latte hoch: „Dass Violine und Akkordeon perfekt miteinander harmonieren, beweisen diese beiden Rising Stars unerhört virtuos“, sagt sie.

Ruhe in den Wahnsinn der Welt bringen (so Hintzen im Programmheft) möchten dann am 12. Januar, 18 Uhr, wieder in der Kleinen Kirche, das Duo Brezel und Baguette. In der seltenen Kombination von Harfe und Saxophon offerieren zwei Preisträgerinnen aus der Bundesauswahl Konzerte Junger Künstler, Christina Bernhard (Saxofon) und Lea Maria Löffler (Harfe), einen Brotkorb mit französisch- deutschen Zutaten, beschreibt Sigrun Hintzen das Konzert. Brezel und Baguette eben. Auf dem Programm stehen Werke von Schumann, Carl Philipp Emanuel Bach, Debussy und Gotkowsky.

Es folgt am Sonntag, 9. Februar, 18 Uhr, dann zurück im MuseumKurhaus Kleve, Susanne Kessel (Klavier) mit „250 piano peaces for Beethoven“ und dem Stück von Miranda Driessen, für das die Stadt Kleve die Noten-Patenschaft übernommen hat (wir berichteten).

Den Abschluss der „Besonderen Reihe“ macht ein Konzert mit einer Magritte-Anleihe: „Ceci n’est pas ma voix“ (das ist nicht meine Stimme) heißt der Abend mit Kompositionen von Florian Wittenburg.

Wittenburg studierte bei Prof. Stephan Froleyks und wohnt in Kleve. Sebastian Oosthout (Klavier) Fabian Kraus, Raphael Bulut (Marimba, Vibraphon) und Shireen Kaijadoe (Stimme) interpretieren die Werke von Wittenburg. Ein Konzert in Zusammenarbeit mit dem Klever Label „nurnichtnur“ im Schloss Gnadenthal.

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