Kleve Bedburg-Hau: Neues Stück von mini-art "Ein Schaf fürs Leben"

Neues Stück von mini-art : Ein Schaf fürs Leben

Mini-art stellt neues Stück und das Programm bis Dezember vor. Zu Weihnachten kommen Ox und Esel.

Wolf ist ein Angeber. Stämmig, brummelig und vor allem hungrig stapft er durch den Schnee. Die „fette“ goldene Uhr am Arm, auf der Suche nach dem nächsten Opfer. Wolf hat tüchtig Hunger, hier mitten in der Plaine im Winter.

Schaf steht im Stall. Schaf ist naiv, kennt die Welt nicht, ist offen. Schaf ist nett, könnte die Welt umarmen, die es nicht kennt. Ist ja nicht viel rumgekommen, das Schaf. Und so versucht Wolf, als er endlich im Stall angekommen ist, Schaf zu einer Reise nach „Erfahrungen“ zu überreden. Da wo’s glitzert wie die goldene Uhr, da, wo die Welt spannend und voller Abenteuer ist und nicht so muffig wie im Stall. Eigentlich ist Wolfs Plan schlicht: Es soll Schafs letzte Erfahrung sein und er seinen Hunger stillen.

Doch Schaf ist so begeistert von dem Abenteuer, ist so nett und liebenswert, dass Wolf in einen Gewissenskonflikt gerät: Kann er Schaf, das er eigentlich auch irgendwie liebenswert findet, wirklich fressen?

Sjef van der Linden ist Wolf, brummelig, motzig, langsam in der Sprache und verschlagen will er seine Figur auf die Bühne bringen. Und Chrischa Ohler ist Schaf: liebenswert und kreuznaiv. „Ein Schaf fürs Leben“ heißt das neue Stück des mehrfach prämiierten Kinder- und Jugendtheaters mini-art nach einem Kinderbuch der niederländischen Autorin Maritgen Matter. Das erzählt wieder von zwei Tieren, von Konflikten, davon, dass der Schwächere dem Stärkeren helfen kann, aber auch davon, dass Natur eben Natur ist. Und wie das Stück ausgeht, will Crischa Ohler nicht verraten. Ein klassisches Happy End wird es aber nicht sein, brummelt Sjef van der Linden.

Auf jeden Fall wird das Stück, das sich jetzt an Zuschauer ab fünf Jahren widmet, wieder begeistern. Das zeigen schon die Standbilder, die die beiden Schauspieler bei der Vorstellung ihres Herbst-Winter-Programms von den Proben präsentierten. Und auch die Deko ist wieder traumhaft. Denn das Stück von mini-art spielt auch mit den kleinen Dingen, mit Puppen, die zu Schauspielern werden und Schauspielern, die zu Puppen werden. Die Regie hat Rinus Knobel. Die beiden ersten Aufführungen nach den Premieren sind übrigens schon ausverkauft. Die Premieren sind am 9. und 10. November.

Das neue Stück steht im Mittelpunkt des neuen Spielplans des Theaters mini-art von September bis Dezember. Der startet am Sonntag mit einer Kooperation mit der KulturBühne Goch mit dem wundersamen Stück von „Bruno, der Briefträger“. Die Gocher wollen, erzählt Sjef van der Linden, auch eine Fahrradtour von Goch nach Bedburg-Hau organisieren, wo im Theater mini-art das Stück gegeben wird. Bruno der Briefträger steht nochmals am Montag, 30. September, 10 Uhr, auf dem Programm als Schulvorstellung. Im Oktober gibt es einen Workshop für „Haptonomie“ am Freitag, 4. und Samstag 5. Oktober von 14 bis 19 und von 10 bis 16 Uhr.

Zeitgleich arbeitet mini-art wieder mit der Forensik der LVR-Klinik Bedburg-Hau zusammen. In diesem Jahr mit Patienten der Männerforensik, die hier ein Stück entwickeln. „Das läuft schon sehr gut an“, sagt van der Linden. Zumal die Patienten vorher mit der Dramatherapie zusammengearbeitet hatten. „Wir kommen da schon an unser Innerstes, das sind vor allem für die Patienten ganz wichtige Erfahrungen“, sagt van der Linden.

Der November gilt als Monat des Abschieds, in dem Veranstaltungen in Kooperation mit dem Verein Herzenswunsch auf der Bühne stehen. Da gibt’s am Samstag, 16. November, 18 Uhr, eine Lesung von und mit Dada Peng aus „Superhelden. Mein Buch vom Leben und Streben“. Mini-art gibt zusätzlich zwei Vorstellungen zu „Oscar und die Dame in rosa“ über den kleinen Oskar, zehn Jahre alt, der an Leukämie erkrankt ist, und Oma Rosa, die sich in der Kinderklinik ehrenamtlich um schwer erkrankte Kinder kümmert. Am 17. November um 16 Uhr und am 18. November um 10 Uhr.

Im Dezember stehen nochmals sechs Aufführungen von Wolf und Schaf auf dem Programm, von denen ebenfalls bereits zwei ausverkauft sind.

Und weil dann Weihnachten vor der Tür steht, gibt’s traditionell das berückende Stück von Ox und Esel, bei dem acht mal Ochs und Esel die etwas andere, aber ganz besondere Weihnachtsgeschichte erzählen: Die vom Kind im Stall, das da mitten im Stroh, der geliebten Mahlzeit von Ochs, liegt ... Mit Sjef van der Linden (Ochs) und Peter Eckartz (Esel).

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