Kleve. Ausstellung im Museum Arenacum Rindern

Ausstellung in Rindern : Auf Umwegen zur Malerei gekommen

Die Künstlerin Sofia Stika stellt 26 ihrer Werke im Museum Forum Arenacum in Rindern aus.

Sofia Stika ist in Russland geboren, in Kasachstan aufgewachsen und lebt seit mehr als 25 Jahren in Kleve. Dass sie Malerin geworden ist, führt die 58-Jährige auf glückliche Zufälle zurück: „Als Kind habe ich Malen gehasst. Immer, wenn wir in der Schule malen mussten, habe ich geweint.“ Doch als sie eine Schulfreundin besuchte und die Zeichnungen deren Bruders sah, sprang der Funke über. „Die Zeichnungen haben mich so fasziniert, dass ich selbst anfing zu malen“, erinnert sich Stika. 1975 der nächste Glücksfall: Während eines Rückflugs aus der kasachischen Hauptstadt, wo Stika sich vergeblich als Friseurin beworben hatte, kam sie mit einer Künstlerin ins Gespräch, die ihr einen Ausbildungsplatz als Kunstmalerin vermittelte. Nach erfolgreicher Ausbildung und einigen Jahren im Beruf schloss Stika ein Studium an der Universität der Künste in St. Petersburg an.

1990 dann die Auswanderung nach Deutschland – „mit zwei Kindern und zwei Koffern“, erinnert sich die Malerin. Geld musste her, und Sofia Stika bewarb sich als Putzfrau. Wieder ein glücklicher Zufall, wie sich beim Bewerbungsgespräch herausstellte, denn der Arbeitgeber war die Kunstgalerie Heselmann an der Klever Ackerstraße. Stika wurde eingestellt – aber nicht als Putzfrau, sondern als Kunstmalerin. Als ihr Arbeitgeber, für den sie vor allem Auftragsarbeiten ausführte, in Rente ging, machte Sofia Stika sich 2016 mit Atelier und Ausstellungsraum an der Emmericher Straße selbständig. In ihrem „Atelier Art“ erledigt sie nicht nur Auftrags- und Restaurationsarbeiten, sondern findet auch Zeit und Muße für eigene Projekte. Projekte, von denen sich Kunstinteressierte ab Sonntag im Museum Forum Arenacum ein Bild machen können. 26 Werke zählt die Ausstellung, die von Museumsleiter Paul Verheyen, dem Arenacum-Vorsitzenden Josef Gietemann und Kleves Bürgermeisterin Sonja Northing eröffnet wird. Zu sehen sind im Museum Forum Arenacum auch viele Werke mit lokalem Bezug: Stika hat unter anderem die Wasserburg Rindern, die Schwanenburg und das Haus Marienstift auf die Leinwand gebracht. Meist in Acryl, bisweilen in Aquarell, mit Spachtel- und anderen Techniken. „Ich bin da flexibel. Da ich seit vielen Jahren als Auftragsmalerin arbeite, habe ich viele Techniken kennengelernt. Nun habe ich auch die Zeit, mich auszutoben“, sagt die Künstlerin. Nach der Eröffnung am Sonntag um 11.30 Uhr ist die Ausstellung noch bis zum 9. Dezember in Rindern zu sehen – immer sonntags von 14 Uhr bis 17 Uhr oder nach Vereinbarung.

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