Ingo Appelt gastiert auf der Klever Stadthallen-Bühne

Interview Ingo Appelt : „Nehmt euch nicht zu ernst“

Der Komiker Ingo Appelt gastiert am 28. September in der Klever Stadthalle.

Zum Kabarett-Herbst der Stadt reist Appelt mit seinem Programm „Besser …ist besser!“ am 28. September, 20 Uhr, in die Stadthalle nach Kleve. Ingo Appelt sagt, er habe eine Mission: Als „Konkursverwalter der Männlichkeit“ bekehrt er Männer, sich besser auf das Leben der Frau einzustellen. Der 52-Jährige fasst ungehemmt Themen an, die Andere beschämt links liegen lassen.

Herr Appelt, was verbindet Sie mit dem Niederrhein?

Ingo Appelt Für mich bedeutet das Gastspiel in Kleve „Back to the roots“. Meine allererste Tour war in den Neunzigerjahren eine Niederrheintour in Kleve, Xanten und Moers. Das war damals sehr geil. Außerdem kommen meine Eltern aus Hommersum-Hassum, mein Vater wohnt noch immer in Kleve.

Sie standen jahrelang im Dienst der IG Metall und sind seit mehr als 25 Jahren SPD-Mitglied. Wie politisch ist Ihr Programm?

Appelt Ich würde mein Programm als ein schnelles, amerikanisches Stand-Up mit ganz viel Politik beschreiben. Durch meine Nähe zur SPD, zur Gewerkschaft und zur Friedrich-Ebert-Stiftung habe ich ein ganz gutes Grundverständnis von Politik. Das hilft mir bei meiner Arbeit auf der Bühne. Zudem habe ich dabei eine gewisse Frustrationstoleranz entwickelt.

Gewerkschaften und die Sozialdemokratie stecken chronisch in der Krise. Ist ihr Abstieg unumkehrbar?

Appelt Das fürchte ich tatsächlich. Aber ich hätte einen Vorschlag: Der ADAC und die SPD sollten fusionieren, der gelbe Engel mit dem roten Tod. Während die SPD nämlich immer mehr Mitglieder verliert, hat der ADAC 20 Millionen Mitglieder. Und warum? Weil der ADAC jedem Autofahrer einen Nutzen bringt. Das ist der Zeitgeist: „Ich, ich, ich.“

Was wollen Sie Ihrem Publikum mit auf den Weg geben?

Appelt Ich predige: Nehmt euch nicht zu ernst. Wir haben unter uns radikale Veganer, Islamisten und Nazis, die nie gut gelaunt sind und nur über Böses lachen können. Besonders habe ich da die Männer im Visier. Wir setzen den Erdogans und Putins dieser Welt nur dann etwas entgegen, wenn wir in der Lage sind, aufzustehen und zu erklären: ´Ich bin ein Matschei´, eine Mischform aus „Macho“ und „Weichei“. Wir setzen dem die Krone auf, wenn wir dann sogar noch darüber lachen.

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