1. NRW
  2. Städte
  3. Kleve
  4. Kultur

Hendrik Lot: Alter Blick auf Kleve neu bei Koekkoek​

Kleve : Alter Blick auf Kleve neu bei Koekkoek

Das B.C. Koekkoek-Haus hat ein Gemälde des Malers der niederländischen Romantik Hendrik Lot angekauft. Das Bild aus dem Jahr 1850 zeigt die Schwanenburg und die Stiftskirche auf den Klever Höhen.

Zunächst ist es einmal ein idyllisch-romantischer Blick auf eine Weide mit in aller Ruhe wiederkäuenden Kühen. Rechts ein Tümpel, ein Kolk vielleicht, darauf eine Entenfamilie, aber auch Schlieren von Entegrütze, die grün auf dem Wasser liegt. Links melkt sitzend eine Bäuerin eine Kuh, weiter hinten fast schemenhaft eine Person mit einem Kind, die des Wegs kommen. Dahinter beginnen die Höhen mit der Stadt. Aber das ist nicht irgendeine Stadt, deren Türme da wie im Dunst über dem Horizont stehen: links liegt die Burg mit dem aus dieser Perspektive schlanken Schwanenturm, gleich daneben die Stiftskirche mit ihren beiden Türmen und dem Dachreiter auf dem Kirchenschiff. Ein Stück weiter sieht man die Windmühle und unten die Minoritenkirche. Vor dem dunkleren Wald beleuchtet die Sonne die spitzen Dächer der noch mittelalterlichen Innenstadt im Dunst.

Heraus aus der Stadtansicht sticht ein schneeweißes Gebäude: Es ist der Atelierturm des niederländischen Malerfürsten Barend Cornelis Koekkoek, darauf schlank auch zu erahnen die Göttin Minerva - die wieder seit ein paar Jahren auch über der modernen Stadt thront. Rechts und links verliert sich das Gemälde dann in der Weite der Landschaft. Das Bild des 1878 in Düsseldorf gestorbenen Malers Hendrik Lot misst 64 mal 91 Zentimeter und ist ab jetzt im Gartensaal von Haus Koekkoek zu sehen.

  • Ein Blick in einen Verhandlungssaal des
    Prozess in Kleve : Angeklagte sollen mit hunderten Kilogramm Drogen gehandelt haben
  • Die Klever Stadtverwaltung kämpft mit krankheitsbedingten
    Vorerst kein Publikumsverkehr : Klever Standesamt muss wegen Personalmangel schließen
  • Bergauf geeht es für die Teilnehmer
    Rennen diesmal rund um die Stadthalle : Neustart beim Klever Citylauf auf flacherer Strecke

„Diese einmalige historische Ansicht der Stadt Kleve konnte der Freundeskreis Museum Kurhaus und Koekkoek-Haus Kleve für  unser Haus aus dem Kunsthandel erwerben“, freute sich jetzt Ursula Geisselbrecht-Capecki, die künstlerische Leiterin des Spezialmuseums für niederländische Malerei der Romantik und vor allem der Malerei von Barend Cornelis Koekkoek. Den Blick, den der Maler Hendrik Lot noch auf die Stadt auf dem Hügel hatte, sei durch ihre Erweiterung im Laufe der Zeit verbaut und verdeckt worden, beschreibt Geisselbrecht-Capecki die Szene weiter. „Der Maler stand unweit des Spoykanal-Ufers, wo sich später die Klever Industrie, Hafen und vor einigen Jahren die Hochschule Rhein-Waal ansiedelten“, so die Kunsthistorikerin. Und fügt an: „Charakteristisch und Merkmal der Malerei Lots sind die weidenden Rinder im Vordergrund“. Es seien aber auch einige Gebäude auf dem Bild zu sehen, die noch auf ihre Zuordnung warten, wie links ein mächtiger Hof oder rechts ein heller Bau wie das Kurhaus, sagt Geisselbrecht-Capecki und freut sich auf Tipps.

Hendrik Lot malte die romantische Ansicht Kleves in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Und nicht nur, weil er Schüler Koekkoeks in der Stadt war, leuchtet dessen Atelierturm heraus: Vielleicht auch als Zeichen einer neuen Zeit, als Zeichen für die Kunst. Der 1822 in Arnheim geborene Lot ist ein Maler der Klever Romantik, zog 1840 nach Alkmaar und war zeitweise Zeichenlehrer am Gymnasium in Wesel.

Der Niederländer war spezialisiert auf Landschaftsbilder vom Niederrhein, malte die Ansichten der Städte und lebte dann ab 1853 in Düsseldorf, wo im Rathaus seine Waldszene hängt. In der heutigen Landeshauptstadt war Lot von 1854 bis 1860 Mitglied des Düsseldorfer Künstlervereins Malkasten. Zuvor hatte er sein Studium der Malerei auch an der Düsseldorfer Akademie abgeschlossen.

In der Sammlung des Freundeskreises befinden sich bereits zwei Gemälde von seiner Hand: „Morgenrot am Rhein“ und das Pendant zu diesem Blick auf Kleve: „Ansicht von Kleve von Montebello“. Auch dieses großformatige Gemälde war damals aus dem Kunsthandel für Haus Koekkoek angekauft werden. Es zeigt einen Blick über eine Schafherde auf die Stadt Kleve im Tal.

Lots Malerei passt ideal in die Sammlung des Hauses als Teil der Klever Romantik und fügt sich ein in die verschiedenen Blicke auf die Stadt, die immer noch von Koekkoeks vergleichsweise kleinem Blick auf „Cleve“ gekrönt wird, das wie das Bild Lots auch das Atelier mit der Minerva abbildet.

Der Freundeskreis konnte das neue Lot-Bild bei einem Auktionshaus in Süddeutschland vergleichsweise günstig erwerben, weil man das Gemälde Lot zwar zuordnen konnte, aber nicht erkannt hatte, dass es Kleve war. Es sei in einem guten Zustand, werde aber bald auch von der Restauratorin begutachtet, sagt Ursula Geisselbrecht-Capecki