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Goch: Nicole Peters monumentale Blumenbilder gegen den Klimwandel

Kunst aus Asperden : In Blumen schwelgen

Für eine neue Serie von großformatigen Blumen- und Naturgemälden als Appell gegen den Klimawandel hat die Gocher Künstlerin Nicole Peters von der Landesregierung ein „Auf geht’s“-Stipendium  für Künstler bekommen.

Wandfüllend die pink-rosa Blüten des Rhododendrons, übergroß die  Gaura mit ihren weißen Blütenblättern. Man schwelgt in Blumen, groß, farbig, versinkt geradezu in einem fast zwei mal 1,5 Meter großen Gemälde oder in einem monumentalen Porträt eines Patagonischen Eisenkrauts.

„Das Patagonische Eisenkraut ist zweijährig und eignet sich bestens für Kiesgärten“, wird man von der Malerin wieder zurück aus dem Bild ins Hier und Jetzt geholt. In das Atelier von Nicole Peters oben im offenen Spitzboden des Hauses an der Maasstraße in Goch-Asperden. Zwei Staffeleien stehen dort mit zwei großen Leinwänden, die in Blumen schwelgen ohne botanische Malerei zu sein oder einfach nur Blumen abbilden. Es ist ein Spiel mit Schärfe und Unschärfe dort auf der Leinwand gefüllt von der Übergröße der abgebildeten Pflanzen. Die Monumentalität der Blumen ist einer der Gründe, warum das Ganze als Malerei funktioniert. Selbst jetzt im halbfertigen Zustand. Matt ist die Oberfläche obwohl sie vor dem geistigen Auge glänzt, unscharf, ein fast abstraktes Farbbild, der Hintergrund.

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Es wird eine Reihe, vielleicht eine Serie von Blumen und Gartenbildern, erklärt Nicole Peters. Eine Serie allerdings, die Weile braucht. „An solchen Bildern malt man lange“, sagt die Künstlerin mit Blick auf eine Biene, der noch die Flügel fehlen und die noch ins Bild müssen. Ist es bei der Gaura eine Biene, so ist es beim Patagonischen Eisenkraut ein Falter, der sich auf der Pflanze niederlässt und den man wie beiläufig entdeckt. Und hat man den Falter einmal im Blick, fixiert man eine ganze Weile das an der Blume saugende Insekt, um es dann auch irgendwann wieder aus den Augen zu verlieren.

Als Künstlerin, die grundsätzlich den Menschen einbinden will und ihre Kunst am Bau zusammen mit Kindern entwickelt, stellt sich Nicole Peters auch immer einen pädagogischen Auftrag für ihre Kunst. Neben der Malerei sollen in diesem Fall ihre Bilder auch als Mahnung an Gärten gelten, die nicht mit Schotter abgefüllt zur Wüste werden müssen. Als Appell, sich die Pflanzen und damit auch die Insekten  und schließlich die Natur zurück zu holen. „Das ist auch eine Reaktion von mir auf die Diskussion um den Klimawandel und das Insektensterben“, sagt Peters. Sie wolle eben auch zeigen, dass wandfüllende Pflanzen nicht nur als Bild begeistern, sondern auch draußen im Garten und dort verhindern, dass unter der Plane unterm Schotter alles stirbt, dass sich der Garten aufheizt und dass inmitten der Wüste nur noch eine Alibi-Pflanze kümmert. Dagegen steht die überbordende Pflanzenpracht auf dem Bild, beispielsweise die Kraft des hier so monumentalen Patagonischen Eisenkrauts. Wobei das Bild auch noch funktioniert, wenn Schottergärten längst vergessen sind: Hat Peters doch frei nach Dürer der Natur ein Stück entrissen und zur Kunst gemacht.

Sie malt im Winter, und manchmal braucht sie einen Winter für ein Bild, sagt Peters. So wie für eine wandfüllende Winterlandschaft, die vor einigen Jahren entstand und in einen jungen Wald blickt, dessen dünne Stämme sich im Wasser spiegeln und, unterbrochen von den Eisschollen auf dem See, zu fast abstrakten Linien werden. „Die Motive finde ich bei Spaziergängen in unmittelbarer Umgebung, in meinem Garten“, sagt Peters. Nach den Fotos entstehen die Bilder.

Für die Serie der Blumenbilder hat Peters eines von 15.000 „Auf geht’s“-Stipendien  für Künstlerinnen und Künstler von der Landesregierung bekommen, das mit 7.000 Euro dotiert ist. Die Stipendien sollen helfen, begonnene Vorhaben zum Abschluss zu bringen, neue zu konzipieren oder auch neue Vermittlungsformate zu entwickeln und auszuprobieren, sagt Kultur- und Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen. Ob Peters die Serie als ihr neues Format zeigt, wenn sie fertig ist? „Das wird wohl noch eine Weile brauchen“, sagt sie. Kein Wunder, wenn ein oder vielleicht zwei Bilder einen Winter brauchen.