German Hornsound eröffnet die Klever Konzertsasion

Konzerte der Stadt Kleve : Ein ausgesprochen gut gelauntes Blech

„German Hornsound“ eröffnet die Klever Konzertsasion in der Stadthalle

Ein glänzender Einstieg in die neue Konzertsaison: Mit dem renommierten Hornisten-Quartett „german hornsound“ und 16 Jungen Blechbläsern NRW standen Profis und ausgewählte Jungmusiker zusammen auf der Klever Bühne. Für diesen Zusammenschluss war das erste Reihenkonzert in Kleve die Premiere; es lockte zahlreiche Besucher an und führte in einem großen Bogen von Musik der Renaissance bis zur heutigen Filmmusik. Ein unterhaltsamer Genre-Mix mit speziellen Arrangements fürs Blech, dem es grundsätzlich an nichts fehlte – vor allem nicht an guter Laune. Dafür sorgten auch die Moderationen zwischen einem der Profis und einem der Nachwuchsmusiker, jeweils schmissig mit dem Jingle aus „Back to the future“ – dem Motto des Abends – eingeläutet.

Beeindruckend wortgewandt berichteten die jungen Künstler während Umbauphasen von der Wahl ihres Instruments („Ich habs probiert, da kam ein Ton raus, also hab ich das gelernt!“), von Motivation, Spaß und All-time-favorites. Neben dem jüngsten Teilnehmer der Blechbläser NRW mit 13 Jahren und dem ältesten mit 26 (die „german hornsound“-Profis sind Mitte bis Ende 30 und noch gar nicht weit weg von der Zeit des Jugendorchesters und Vorspiels) hätte man gerne auch das einzige Mädchen des Ensembles, eine Trompeterin, gehört. Und wie macht man das, dass einem das Lieblingsstück – Schumanns „Romanze“ op. 86 – nicht langweilig wird, fragten die jungen Musiker die „alten Hasen“ im Gegenzug? „Man ist nie fertig mit dem Üben, neue Herausforderungen halten es spannend“, so die Profi-Antwort. Das Publikum zeigte sich ob vieler „Schmankerl“ im Programm begeistert: Die „Wiener Philharmoniker Fanfare“ von Richard Strauss als Einleitung entlockte gleich großen Applaus, der „Triumphmarsch“ aus Aida von Guiseppe Verdi vor der Pause riss zu Bravo-Rufen hin und gerade die modernen Werke wie Auszüge aus Chris Hazells „Five Brass Cats“ und die Michael-Kamen-Filmmusik zu „Robin Hood“ passten hervorragend – sowohl zum hohen Niveau der Darbietung, als auch zur Unterhaltung.

Effektvoll postierten sich sechs Bläser hinter dem Publikum für die alte Musik, Giovanni Gabrielis „Canzoni à 8 e 12“. Das Konzept war von vorne bis hinten durchdacht. Dass auch sanfte, warme Klänge zum strahlenden Blech gehören, bewies die „Trauermusik“ aus Anton Bruckners Sinfonie Nr. 7. Ohne Schärfe, aber bei gleicher Strahlkraft, wurde die Trauer-Stimmung hervorragend dargebracht; nicht zuletzt dank des Klangs der Wagnertuben, die hier zum Einsatz kamen. Gustav Mahlers „Urlicht“, im Original ein Lied für Alt und thematisch rund um Todessehnsucht verhaftet, ließ ebenfalls die dunkle Klangschönheit des Blechs klingen, während ein Wagner-Mix „groß“ dargebracht und lautmalerisch eindrucksvoll bestach.

Der Zusammenschluss der Profis mit den Jungmusikern machte nicht nur für den Musikgenuss des Publikums Sinn: Einige Nachwuchsbläser stehen bald vor der Berufswahl und bekommen durch das Quartett und die gemeinsamen Auftritte entscheidende Einblicke. Stehender Applaus belohnte die hervorragenden „HornBlechBläser“.

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