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Galerie f gibt Werk für Krebshilfe des britischen Künstlers Ben Eine heraus

Kunst in Kranenburg : Es bleibt die Hoffnung

Ben Eine ist Sprayer und Streetart-Künstler. Die Werke des Briten sind gefragt. Die Galerie f in Kranenburg gibt zum Geburtstag ihres verstorbenen Gründers Georg Friedrichs die Eine-Auflage heraus. Der Erlös geht an die Krebshilfe.

Die Hoffnung. Sie ist ab heute zu haben. Im Netz. In einer verschnörkelt, geraden Schrift die an die Zeit des Swinging London erinnert. Geschaffen hat das Werk Ben Eine, ein Londoner Street-art-Künstler, von dem ein Bild – vom britischen Premier David Cameron an Barack Obama geschenkt – sogar ins Weiße Haus gekommen sein soll. Es ist ein Bild aus Buchstaben in gerade verschnörkelter Schrift, Letter für Letter: „Hang on to Hope“ heißt es da in Regenbogenfarben auf zwei Zeilen. Die Auflage ist ab sofort bei der Galerie f in Kranenburg zu haben: Auf der Internetseite www.galerie-f.de.

In London sprayte Eine ein ganzes Alphabet in eine Straße, in der Metropole soll er auch mit dem berühmten Sprayer Banksy zusammengearbeitet haben. Max und Leo Friedrichs trafen Eine 2017 in London, zusammen mit ihrem Vater Georg Friedrichs. Friedrichs hat die Galerie f aufgebaut, die als eine der ersten vor allem auch im Netz international mit Kunst handelt. Mit Werken von Beuys und Schlote, von Elvira Bach und Wilhelm Lehmbruck, von Erben und eben auch Eine. Eine als Vertreter der Streetart, der Gegenwart. Immer dabei Werke, die sich jeder leisten kann.

Georg Friedrichs, der nicht nur Kunst verkaufte, sondern sie auch sammelte oder Ausstellungen mit Museen (wie zum Beispiel Beuys oder Indiana im Kurhaus) unterstützte, starb im März 2019 viel zu früh an Krebs. Er wäre heute 55 Jahre alt geworden. Seine Söhne Max und Leo Friedrichs wollen ihrem Vater ein Gedenken setzen, an seinem Geburtstag: Mit Kunst. Mit Kunst, die verkauft wird und deren Erlös an die Deutsche Krebshilfe geht. Mit Kunst, die sich dennoch auch jeder leisten kann. „Wir wollen jetzt jedes Jahr zum 5. Dezember, zum Gedenken an unseren Vater, eine solche Auflage herausgeben“, sagt Max Friedrichs.

Den Auftakt macht Ben Eine, der für seine Kalligrafie auf Londoner Wänden und Garagentore bekannt ist, auf die er Buchstaben malt. Der Brite war sofort dabei, als die Friedrichs-Zwillinge Max und Leo ihn ansprachen. „Hang on To Hope“ ist der Spruch, den sich alle ausgesucht haben. Halte an der Hoffnung fest, kann man ihn übersetzen. Eine setzte ihn hoffnungsvoll frisch in Regenbogenfarben um, Max und Leo Friedrichs, suchten nach einer Lösung, das Werk des Sprayers entsprechend umzusetzen. Sie entschieden sich für einen Druck auf einer festen Dibond-Platte. Ein Druck, auf dem die Farbe plastisch auf dem Untergrund steht, gefühlt mehrere Millimeter hoch, auch wenn es nur ein einziger Millimeter ist, den die Farblinien in 40 Farbschichten auf der Platte hoch stehen. Und noch eines unterscheidet den Druck vom herkömmlichen Druck auf Papier: Die Farben sind lichtecht „ein Leben lang“ wie ein Ölbild, so habe ihnen der Hersteller versichert, sagen die Galeristen. „Man kann den Druck sogar Staub wischen, ohne Angst haben zu müssen, dass er kaputt geht“, sagt Leo Friedrichs. Man müsse also diesen Druck nicht hinter Glas legen, das ihn zwar schützen, ihm aber auch die Plastizität nehmen würde.

Gedruckt wird das 30 mal 70 Zentimeter große Werk in Kranenburg. Das war in der Vorbereitung zunächst schwierig: Denn Eine konnte wegen der Pandemie nicht an den Niederrhein kommen, und so mussten die Testplatten, die gedruckt wurden, immer per Post nach London und zurück geschickt werden, bis der Künstler sein Okay gab. Deshalb sitzt auf der Rückseite ein Signet signiert und mit der Nummerierung des Drucks versehen. Der Drucker braucht drei Stunden, bis ein Bild fertig ist. Es sei der Ansatz der Galerie, hochwertige Druckgrafik herzustellen und anzubieten.

Vom Eine-Druck gibt es 100 Stück, nummeriert und signiert. Gedruckt werden sie jetzt nach und nach bis zum Ende der Auflage. Zu haben sind sie bis zur nächsten Auflage im kommenden Jahr. Oder bis der Druck ausverkauft ist, schließlich ist Ben Eine als Streetart-Künstler gefragt.