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Dini Thomsen aus Bedburg-Hau ist gestorben

ArToll-Mitglied aus Bedburg-Hau : Die Künstlerin Dini Thomsen ist gestorben

Die Niederländerin gehörte zu den Gründungsmitgliedern des ArToll-Kunstlabors und wurde 2008 mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt. Sie wurde 77 Jahre alt.

Dini Thomsen ist tot. Die unermüdliche Streiterin für die Kunst in der Region und Trägerin des Bundesverdienstkreuzes starb plötzlich und unerwartet im Alter von 77 Jahren. Ihr Tod reißt eine Lücke in die kulturelle Landschaft des Niederrheins. Thomsen überraschte und überzeugte immer wieder mit ihren großen Kunstinstallationen, ihren manchmal auch sperrigen Ideen, ihren wunderbaren Bildern, sie war auch diejenige, die es verstand, stets die Kommunikation zwischen allen Beteiligten an Ausstellungs- und Kulturprojekten offen zu halten. Vielleicht auch deshalb könnte ihr Projekt zusammen mit der Künstlerin Inge König-Gausepohl vom EU-Beichtstuhl, mit dem sie nicht nur im Marta-Museum Herford überzeugte, beispielhaft sein: Kunst zum Anfassen, Kunst, die den Menschen einbindet und ihn zur Kommunikation animiert.

„Dini Thomsen hat seit den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts ein eindrucksvolles, sich ständig wandelndes Werk geschaffen, das sich von der Malerei zur Installation entfaltet hat. Vor allem in ihren Installationen hat sie eine besondere Sensibilität für das Elementare des Menschseins gezeigt und die Betrachter gefesselt und oft tief berührt“, sagt Kleves ehemaliger Museumsdirektor Guido de Werd, der den künstlerischen Weg Thomsens in Kleve über Jahrzehnte begleitet hat. Und fügt an: „Darüber hinaus war sie eine herausragende Kämpferin für die Kunst, die durch ihren besonderen Einsatz für Artoll, aber auch für andere oft ungewöhnliche Orte, wo Kunst gezeigt wurde und die menschliche Kreativität zentral stand, Künstlern Raum gegeben und den Betrachtern die Möglichkeit, frische, junge, noch nicht etablierte Kunst kennen zu lernen.“

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Der Vorsitzende des Kunstvereins ArToll, Wolfgang Paterok, zeigt sich bestürzt: „Ihr Tod reißt eine Lücke, die kaum zu schließen ist, ihr Einfluss auf all unsere Projekte war immens“, sagt er.  Sie war treibende Kraft in dieser außergewöhnlichen Kunstvereinigung. Tatsächlich schien ihr Tatendrang im ArToll oder in den Kunstreihen im Museum Katharinenhof ungebrochen und war immer vorausschauend gedacht.

Doch jetzt ist sie tot. Was bleibt, ist die Erinnerung und ihre Kunst, wie die beeindruckende nahe gehende Erinnerungs-Installation im Klever „Salon der Künstler“, an die Valentina Vlasic (Museum Kurhaus) denkt, ihr Gemälde im Rathaus Bedburg-Hau oder die Bilder mit ihren schwarzen zerzausten Vögeln, die bei aller Schwärze irgendwie Zuversicht  zeigen und nach vorne weisen.