Der Adler im Amphitheater Kleve konnte saniert werden

Adler im Amphitheater : Statt einer Replik die historische Skulptur

Der Adler vom Klever Obelisken war viel besser erhalten als zunächst gedacht.

Weit leuchtet die goldene Kugel vom Klever Obelisken herunter ins Land, darauf sitzt der Greif als wäre er nie weg gewesen. Die Bronze, mit der der Adler verkleidet wurde, ist mattgrün verwittert. Die doppelte Schicht aus Gold, die die Kugel umgibt, glänzt dagegen strahlend in der Frühlingssonne. Endlich ist die den steinernen Obelisken krönende Skulptur nach drei Jahren wieder an ihren Platz zurückgekehrt und blickt auf das europäische Gartendenkmal über den Prinz-Moritz-Kanal und die weite Niederung über den Rhein gen Hochelten.

„Zunächst war von einer Replik die Rede, wir konnten aber jetzt die Original-Skulptur in großen Teilen erhalten“, sagt Götz Verhorst, Architekt beim Gebäudemanagement der Stadt Kleve (GSK) und seit Sommer für den Vogel zuständig. Er habe die Restaurierung ausgeschrieben und das Duisburger Atelier „Die Schmiede“ habe die Sanierung der Skulptur des Kellener Bildhauers Josef Kopetzky übernommen, sagt er. Verhorst steht neben „Schmiede“-Chef Martin Kaufmann auf dem Podest über dem Ceres-Tempelchen am Fuß des Obelisken. Oben über ihren Köpfen legt Kaufmanns Mitarbeiter Martin Eisenberg am Vogel letzte Hand an.

Als Kaufmann die Skulptur bekam und das in Teilen beschädigte Kupferblech abhob, stellte er erstaunt fest, dass die Eiche unter den Blechen überraschend gut erhalten war. „Auch konnte man erkennen, das der Vogel sehr aufwendig geschnitzt war“, sagt Kaufmann. Lediglich die Kugel sei in größeren Teilen verrottet. Das Blech war vor über 60 Jahren, als Kopetzky den Vogel schnitzte, wohl nicht sehr sorgfältig verlötet gewesen, so dass Wasser eindringen konnte und das Holz des Vogels anfing, zu faulen. Als der Vogel vor drei Jahren abgenommen wurde, hieß es sogar, dass die Skulptur wohl komplett ersetzt werden müsse.

Doch Kaufmann ist Restaurator – er nahm die verfaulten Holzteile heraus und ersetzte sie. „So konnten wir den größten Teil der Skulptur erhalten“, sagt Kaufmann. Dazu gehörten auch einiger der nur Millimeter dicken Kupferbleche, mit dem der Adler verkleidet war. „Wir haben also in Teilen auch mit den alten Blechen arbeiten können“, sagt der Diplom-Restaurator. Wert legte der Duisburger auf dichte Nahtstellen beim Kupferblech, damit die Vogel besser geschützt ist. 150 Kilogramm wiegt der mit dem dünnem Blech verkleidete Adler jetzt. Mit einem Steiger wurde er auf den Obelisken gesetzt. Verhorst möchte in einem nächsten Schritt auch die weiteren Fugen des Denkmals, das Mitte des 19. Jahrhunderts über dem Amphitheater errichtet wurde, ausbessern. In den Sockel wurde später die Gedenkplatte für die Klever Gefallenen und Verstorbenen des deutsch-franzöischen Krieges 1870/71 eingelassen.

„Ich finde es sehr schön, dass man einen so großen Teil der historischen Skulptur erhalten konnte. Damit wurde die Historie dieses Adlers bewahrt“, sagt Jörg Cosar (CDU), Vorsitzender des Ausschusses für Kultur und Stadtgestaltung, mit Blick auf den endlich aufgestellten Adler. Und fügte angesichts der Dauer an: „Was lange währt, wird endlich gut“.

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