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Cinque-Programm mit Kos, Voltz und Wanninger

Kleinkunstbühne mit neuem Programm : Mehr als ein „Doppelpack“ bei Cinque

Der Klever Kleinkunstverein bringt wieder monatlich Kabarett auf die Bühne der Beuys-Aula. Für die Festwiese am alten Schützenhaus wünscht sich Vorsitzender Bruno Schmitz von der Stadt Wasser- und Stromleitungen. Nicht nur für Cinque.

Kaum hat der Klever Kleinkunstverein Cinque mit einem Paukenschlag die Saison 17/18 abgeschlossen und über 2500 Kleinkunst-Begeisterte in die Parkanlagen zum größten Open-Air-Event in den Schützenhauspark gelockt, liegt das handbreite Heftchen mit dem neuen Programm 18/19 auf dem Tisch. 2019 wechseln die Klever Kabarett-Freunde zudem in das 30. Jahr ihres Bestehens. Der runde Geburtstag soll im Spiegelzelt am Samstag, 29. Juni, gefeiert werden. Für das Spiegelzelt hat sich die Truppe ein besonderes Programm ausgedacht: Von Daves Davis über Wilfried Schmickler bis zu Lokalmatador Ludger Kazmiercak erwartet die Klever dort wieder geballtes Kabarett und Comedy. Im Mittelpunkt aber steht der Geburtstag: Let’ have Party am 29. Juni.

Doch vorher geht es in die Aula der Beuys-Gesamtschule: Von Oktober bis Mai stehen dort sechs Kabarettisten und Comedians auf der Bühne – junge, etablierte, neue und bekannte: So wie in den vergangenen 30 Jahren, als alle, die heute Rang und Namen in der Szene haben, bei Cinque waren. „Die Aula ist kein Idealzustand, aber wir arrangieren uns“, schreibt das Team, das immer noch hofft, wieder zurück nach Kellen zu Braam zu können, der Spielstätte, die wegen Brandschutzmängeln geschlossen wurde. Licht und Ton sind bei Braam fest installiert, andernorts müssen sie jeweils neu aufgebaut und bezahlt werden. „Da bleibt kaum Gewinn von unseren Veranstaltungen, manchmal gibt es sogar ein kleines Minus. Das können wir nur ausgleichen, wenn wir mit den Großveranstaltungen auf der Schützenhauswiese ein Plus machen“, sagt Cinque-Vorsitzender Bruno Schmitz. Doch auch müssen Wasser- und Stromleitungen aufwendig über lange Strecken verlegt werden, die schöne Allee zum Veranstaltungsort muss illuminiert, die Bühne, Licht und Ton entsprechend aufgebaut werden. Das kostet.

Hier solle die Politik einmal überdenken, ob die Stadt nicht die entsprechenden Leitungen für Strom und Wasser fest bis an die Schützenhauswiese verlegen kann, an die man dann direkt anschließen könnte. „Das würde uns einiges ersparen - und nicht nur Cinque hätte einen Nutzen davon“, appelliert Schmitz an die Stadt. Denn nach dem Kleinkunstverein, der die Wiese hinter dem ehemaligen Schützenhaus als erster für Groß-Events entdeckte, haben auch andere Veranstalter die Schönheit des Ortes ausgemacht.

Nachdem Kai Magnus Sting mit „Sonst noch was“ am Samstag um 20 Uhr den Auftakt macht (Einlass um 19 Uhr – das gilt für alle Cinque-Auftritte), kommt am Samstag, 10. November, Stephan Bauer mit einem alten wie jungen Thema auf die Bühne: „Vor der Ehe wollt ich ewig leben“ heißt das Programm, das aber auch hinterfragt, ob Single-Leben, Abendabschlussgefährten und Fremdgehportale im Internet eine tragbare Alternative zur Ehe sind. Cinque verspricht ein Comedy-Programm mit Tiefgang.

Die Wahl-Aachenerin Liza Kos, die mit 15 aus Russland nach Deutschland kam, spielt am Samstag, 16. Februar, mit den Identitäten und dem Selbstverständnis der Frau in ihrer neuen Heimat. „Von Minirock und weiße Stiefel tragenden Russinnen, die Wodka trinken, über Türkinnen, die ihren Mann von hinten im Auge behalten, bis zu mülltrennenden Deutschen werde jede Möglichkeit durchleuchtet“, so Schmitz über die Kabarettistin, die beschließt, eine richtige Deutsche werden zu wollen. „Was glaub’ ich, wer ich bin“, fragt Kos frei nach Precht.

Am 29. März steht ein alter Bekannter der Klever Szene auf der Bühne: Gernot Voltz spekuliert über die „Kunst bei sich zu bleiben ohne aus der Haut zu fahren“. Voltz hadert mit der Zeit, wo Autos so intelligent werden, dass sie Wahlrecht bekommen und Lügen kurze Beine haben aber so schnell laufen, dass sie kaum zu fassen sind.

Bleibt der „Doppelpack“: Stunksitzungspräsidentin Biggi Wanninger und Andrea Badey, beides gestandene Kabarettistinnen und Comedians. „Man erlebt zwei starke Frauen auf einer Bühne, die es verstehen, ihre Nummern schön zu verzahnen und damit für einen kurzweiligen Abend zu sorgen“, verspricht Bruno Schmitz. Die zwei kommen am Samstag, 25. Mai.

Im Januar steht dann auch die Fahrt zur Stunksitzung auf dem Programm. Karten dafür gibt es am 10. November bei Stefan Bauer.