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Bedburg-Hau: Theater mini-art startet mit neuem Stück​

Bedburg-Hau : Theater mini-art startet mit neuem Stück

Der Spielplan für die zweite Jahreshälfte beginnt mit „Der Igel, das bin ich“ von Ton Tellegen, es folgt im Oktober die Premiere zu „Die ganze Zeit“. Langfristig arbeitet das Theater an einer Lösung für die Zukunft.

Der Igel hat Stacheln. Viele Stacheln. Die braucht er, um sich seine Feinde vom Leib zu halten. Sonst wäre er ja nackt und sehr verletzlich. Doch dieser Igel, der macht sich so seine Gedanken über die Stacheln – und die sind von Selbstzweifeln geprägt. Er ist unglücklich mit sich selbst, aber auch mit seinen Mitbewohnern im Wald, die ihn nicht ernst nehmen, die nicht neben ihm sitzen wollen oder diese gar bei einem Besuch als Garderobe missbrauchen möchten. Da wird es selbst dem Igel zu viel: „Ich kann nicht kommen, ich bin verhindert“.

Es ist wieder eine der einfühlsamen Geschichten des niederländischen Kinderbuchautors Ton Tellegen, die sich das Bedburg-Hauer Theater mini-art herausgesucht hat, um mit einer kleinen „Premiere“ die neue Spielzeit zu eröffnen: „Der Igel, das bin ich“ heißt es am kommenden Samstag, 20. August, 18 Uhr auf der mini-art-Bühne in der LVR-Klinik. 70 Menschen haben inzwischen auf den Rängen Platz, weil ein bisschen Vorsicht ratsam sei.

„Der Igel, das bin ich“ ist eine Geschichte vom Suchen und Finden der eigenen Person, dem „Ich“ und wo es in der Gesellschaft der anderen steht – bei Tellegen ist es die Gesellschaft der Tiere. „Nachdem wir die Kapitel vom Igel gelesen haben, glauben wir, dass Tellegen den Igel noch mehr mochte und sich noch mehr damit identifizierte als mit dem Eichhörnchen“, sagt Crischa Ohler von mini-art. Sie wird den Igel lesen, wird der Igel sein, wird alle Für und Wider des Igel- Seins durchdiskutieren und letztlich den Igel selbst neu erfinden. Denn irgendwann macht sich der Igel zum „Ogel“ und erst dann kann er seine Stacheln akzeptieren..

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„Der Igel, das bin ich“ ist eine Geschichte, die es leider zunächst auch nur an diesem einen Tag geben wird: Mit dem „Igel“ gehen Ohler und van der Linden eine neue Kooperation mit den beiden Jazz-Musikern Antje Witzler und Frank Schoppmann ein, die zunächst die Pausen zwischen den Kapiteln für den Jazz nutzen werden, sich vereinzelt aber auch in die Kapitel einschalten.

Wenige Tage nach dem „Igel“ startet dann der „Wal“ in die Spielzeit: am Donnerstag, 1. September, und Freitag 2. September, jeweils um 10 Uhr als Schulvorstellung und am Samstag 4. September, 16 Uhr als Familienvorstellung gibt’s die Geschichte vom Wal, der unbedingt einen Garten auf seinem Rücken haben möchte und sich mehr und mehr für diese Idee einschränken muss. „Ein Garten für den Wal“ war auch ein Stück auf dem Spielarten-Festival 2022 und ist im September als Gastspiel in Münster und Köln und im Oktober in Mönchengladbach zu sehen.

Der Oktober steht dann ganz im Zeichen einer weiteren Premiere: „Die ganze Zeit“ heißt das Stück und handelt von der Zeit, die rennt, die dahinfließt oder nicht vergeht. „Wir arbeiten noch dran“, sagt Sjef van der Linden. Immerhin sei verraten, dass dieses Mal auch ein Flügel eine klingende Rolle haben wird. Mit „Der kleine Prinz“ gastiert dann mini-art wieder im Rahmen von Spielarten in Mönchengladbach.

„Ännes Reise“, die Geschichte des Mädchens, das in Hadamar von den Nazis ermordet wurde, ist dann für die Spielzeit im November Programm (Schulvorstellungen: 3. und 4. November, jeweils 10 Uhr und am 5. November 19 Uhr als Familienvorstellung). Im November sind die Beiden von mini-art auf der Hürther Schultheaterwoche dabei und gastieren auf diversen Bühnen des Landes im Rahmen des Spielarten-Festivals. Im Dezember ist dann für die Weihnachtszeit die Bühne nicht für „Ox und Esel“ frei, sondern das Stück „Schaf fürs Leben“ mit der wundersamen Begegnung von Schaf und Wolf.

Sjef van der Linden und Crischa Ohler wollen das traditionelle und überregional so erfolgreiche freie Theater in gute (Nachfolger-) Hände legen. Hier sollen im August Vorschläge und Ideen entwickelt werden, wie man das machen kann, an diesem „tollen Ort mit seinen drei Standbeinen als Theater für Jung und Alt im Kreis Kleve, als Theater in der Arbeit mit Menschen in Kursen und nicht zuletzt in der Zusammenarbeit mit der LVR-Klinik“, so Ohler. „Das einzige, was dem Theater hier fehlt, sind ein paar Räume mehr“.

Dazu gab’s auch von der Gemeinde Bedburg-Hau verhalten optisch klingende Töne, berichtet Ohler: Wenn es zu dem Verkauf des Geländes kommen sollte, könne das Theater mit den Investoren einen mittelfristigen Mietvertrag abschließen und die Zeit dann nutzen, an einer langfristigen Lösung zu arbeiten, sagt Crischa Ohler.