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Bedburg-Hau Niggemann: Zukunft von Schloss Moyland steht auf vier Säulen

Museum Schloss Moyland : Moylands Zukunft steht auf vier Säulen

Museum, Archiv, Schloss sowie Park und nicht zuletzt ein Reigen verschiedener Veranstaltungen sollen künftig Museum Schloss Moyland nach vorne bringen. Diverse Stellen werden jetzt ausgeschrieben.

Es regnet. Die Wasseroberfläche auf dem Burggraben, die auf Fensterhöhe vor dem Büro liegt, ist grau in grau. Doch im Gegensatz zur trüben Stimmung draußen ist Julia Niggemann, Verwaltungsdirektorin und Geschäftsführerin der Stiftung Museum Schloss Moyland, drinnen am Besprechungstisch in ihrem Büro bester Dinge. „In Moyland wird’s gut. Es wird sich jetzt viel tun. Vor allem wissen wir: Es geht weiter. Und wir werden weiter vom NRW-Ministerium für Kultur und Wissenschaft auf unserem Weg unterstützt“, sagt sie.

Grund der guten Laune: Die Unternehmensberatung actori hat die Organisation von Museum und Stiftung untersucht und die Ergebnisse jetzt vorgelegt. Und alle sind sich einig, den Weg in die Zukunft Moylands gefunden zu haben. „Was uns besonders freut: die Ergebnisse von actori basieren auf Dingen, die Moyland einzigartig machen“, sagt Niggemann.

Da ist zum einen das Museum mit seinen Ausstellungen und der bedeutenden Beuys-Sammlung. Das Schloss hat eine weitere Säule: als Beuys-Zentrum weiß es das Beuys-Archiv unter seinem Dach. Ein Anlaufpunkt nicht nur für alle Beuys-Forscher. „Das sind zwei wichtige Säulen, das Museum mit seinen Ausstellungen und der Sammlung als eine und das Archiv als eine weitere“, erklärt Niggemann.

Doch Moyland stehe, so actori in seinem Ergebnis, noch auf zwei weiteren Säulen: Da ist der Bereich Park und Schloss mit der Erlebniswelt für Kinder und Jugendliche. Schließlich ist da als vierte Säule, die Möglichkeit, mit Park und Schloss eine ganze Reihe von Veranstaltungen auf die Beine stellen zu können: Vom Weihnachtsmarkt über das Kräutergartenfest und das Jugendfestival Courage bis hin zu Tagungen in den Räumen der Vorburgen und des Schlosses. „Wir wollen vielfältige Veranstaltungen machen für die unterschiedlichsten Besuchergruppen. Aber die Veranstaltungen müssen mindestens kostendeckend sein“, sagt Niggemann. Insgesamt sollen die vier Säulen wiederum „als Gesamtkomposition vernetzt sein“, sagt die Geschäftsführerin der Stiftung. Das vorliegende actori-Konzept wird von allen Stiftern getragen.

„Natürlich stand die Frage im Raum, welche personelle und budgetäre Ausstattung mach braucht. Schließlich sollen sich die einzelnen Säulen in der Personalstruktur und auch im Budget widerspiegeln“, sagt Niggemann. Es brauche Verantwortlichkeiten für die einzelnen Bereiche mit ihren jeweiligen Budgets. „Wir wollen eine klare Struktur mit klaren Zuständigkeiten“, sagt Niggemann.

Das soll jetzt schrittweise umgesetzt werden – in Teilen schon in diesem Jahr. Dafür werden jetzt die Stellen für die Bereiche „Park und Schloss“ und „Veranstaltungen“ ausgeschrieben. „Wir suchen also einen Ingenieur, der die Instandhaltung des Gebäudes und des Parks langfristig organisiert und begleitet, wir suchen einen Eventmanager für die Veranstaltungen“, sagt Niggemann. Das sind Stellen, die noch in diesem Jahr besetzt werden sollen. „Hier hat sich das Bild konkretisiert. Wir sind uns auch einig, dass weitere Stellen wieder besetzt werden sollen. Wie beispielsweise die Leitung des Beuys-Archivs. Und natürlich vor allem die künstlerische Leitung“, sagt Niggemann.

Die künstlerische Leitung soll möglichst dieses Jahr ausgeschrieben werden, damit man die Stelle 2022 besetzen kann. „Wir erwarten erfahrene Museumsleute, die sich hier bewerben können“, sagt die Geschäftsführerin der Stiftung. Deshalb wolle man der künftigen künstlerischen Leitung ein attraktives Umfeld bieten, wolle den Ausstellungsetat verbessern und mit der Sanierung der Depots und des Schlosses möglichst weit fortgeschritten sein. Außerdem soll die Besetzung weiterer vakanter Stellen in Aussicht gestellt werden. „Wir gehen davon aus, dass weitere Stellen wie die Leitung des Beuys-Archivs, von der neuen künstlerischen Leitung besetzt werden können“, plant Niggemann. Auch hier stehe das Ministerium dahinter, es ziehen die Stifter an einem Strang. „Man sieht: das Bild der Zukunft von Museum Schloss Moyland hat sich konkretisiert“, sagt Niggemann, die Schritt für Schritt dieses Ziel auf den Weg gebracht hat. Gleichzeitig stehen auch die Ausschreibungen für die Sanierung der Depots an. „Das sind große Summen, die wir verbauen werden“, sagt sie. Der nächste Schritt in die Zukunft Moylands.