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Kleve: Kultur-Vielfalt schon bei Kindern fördern

Kleve : Kultur-Vielfalt schon bei Kindern fördern

Mehr als ein Drittel der Kinder unter sechs Jahren in der Kreisstadt hat Migrationshintergrund. Unter dem Motto "Bunt als Chance - Kulturenvielfalt ist gut für Kleve" findet am 21. Oktober ein Fachtag in der Stadthalle statt. Bürger eingeladen.

Kleves Kulturenvielfalt ist groß und wächst weiter - nicht erst seit Ansiedlung der Hochschule. "Wir haben Kinder aus 16 Nationen an unserer Kindertagesstätte", sagt Ellen Rütter, Leiterin des Familienzentrums Christus König. Mehr als 40 Prozent der Kinder an der Kita haben Migrationshintergrund. Über die ganze Stadt verteilt sind es etwas weniger, wie Markus Koch vom Jugendamt der Stadt Kleve sagt. "35 Prozent der Kinder unter sechs Jahren haben mindestens ein ausländisches Elternteil, Niederländer mit inbegriffen", erklärt er. Landesweit liegt der Schnitt bei 29 Prozent.

"Bunt als Chance - Kulturenvielfalt ist gut für Kleve!" titelt der Fachtag, der am 21. Oktober gemeinsam vom Familienzentrum Christus König, der Familienbildungsstätte Kleve, dem Caritasverband Kleve und dem Fachbereich Jugend und Familie der Stadt veranstaltet wird.

"Da wir immer mehr kulturelle Vielfalt in den Einrichtungen finden, wollen wir diesen Tag nutzen, um ganz gezielt zu informieren", sagt Ellen Rütter. Auch wenn die Veranstaltung in erster Linie eine Fachtagung ist, sind alle Klever Bürger eingeladen, wie Gerald Bestier von der Familienbildungsstätte betont. Ab 17 Uhr öffnet der Markt der Möglichkeiten, an dem etwa ein Dutzend Stände Informationen rund um die Themen Integration, Kinderförderung und Prävention bieten. Ergo- und Physiotherapie, das Kindernetzwerk, der Kinderschutzbund.

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"So lernt man die Beratungsstellen und Hilfseinrichtungen ganz niederschwellig kennen. Viele sind ganz überrascht davon, welche Möglichkeiten es gibt", sagt Helmut van Kempen vom Caritasverband. Ein Thema ist dann auch Sprachförderung. "Es ist wichtig, dass die Kinder nicht nur Deutsch lernen. Auch ihre Muttersprache spielt eine große Rolle. Sie erst ermöglicht den Zugang zum Deutschen", sagt Markus Koch. Das Familienzentrum Christus König hat seinen Schwerpunkt bei Sprache und Integration, wird in diesen Bereichen besonders vom Land gefördert.

Bei der ersten Ausgabe im vergangenen Jahr waren etwa 350 Besucher in der Stadthalle, durch ein kulturelles Rahmenprogramm sollen dieses Jahr noch mehr Besucher auch jenseits des Fachpublikums von Pädagogen, Lehrern und Erziehern angesprochen werden. Ein Chor vom Hafen der Hoffnung singt russische Lieder, der brasilianische Kampftanz Capoeira wird vorgeführt, es gibt ein kleines Gitarrenkonzert. "Darüber hinaus bieten Eltern kulinarische Kostproben aus ihren Heimatländern", sagt Ellen Rütter.

Um 19 Uhr hält Dr. Prasad Reddy vom Zentrum für soziale Inklusion, Migration und Teilhabe aus Bonn einen Vortrag mit dem Schwerpunkt Familienhilfe. Welche Bedeutung hat Bildung für soziale Verantwortung und Solidarität, wie sind die Rahmenbedingungen der Familienhilfe und was sind ihre Aufgaben und Ziele. "Auch wenn es sich um einen Vortrag handelt, sind wir ganz sicher, dass er leicht verständlich und wirklich spannend sein wird", sagt Gerald Bestier. Prasad Reddy ist promovierter Erziehungswissenschaftler. Ursprünglich kommt er aus Indien. "Daher hat er vielleicht einen ganz anderen Zugang zu dem Thema", sagt er. Gegen 20.30 Uhr soll der Kulturtag sein Ende finden, die Veranstalter hoffen, dass sie weiter wachsen können. "Mit dem neuen Programm möchten wir möglichst viele Menschen ansprechen", sagt Bestier.

(RP)