Kleve: Kröten gehen auf Wanderung

Kleve: Kröten gehen auf Wanderung

Bei milden Temperaturen machen sich Amphibien auf den Weg zu Gewässern. Dort wollen sie ihren Laich ablegen. Doch auf der Strecke lauern viele Gefahren. Naturschutzexperten geben Tipps, wie man den Tieren helfen kann.

Wenn die Temperaturanzeige weiter nach oben steigt und es einwenig feucht ist, wandern Amphibien wie Kröten, Frösche und Molche vom Wald zu ihren Laichplätzen. Doch der Weg ist gefährlich, denn die Tiere müssen nicht selten stark befahrene Straßen überqueren. Hier einige Tipps, auf was Menschen bei Kröten achten müssen, und wie man ihnen auf ihrer Reise behilflich sein kann.

Wann sind Kröten unterwegs? Amphibien sind nachtaktiv. Heißt: Erst wenn es dunkel wird, beginnen Kröten mit ihrer Wanderung. "Typisches Krötenwetter beginnt ab einer Temperatur um die sieben Grad", sagt Monika Hertel, Vorsitzende des Nabu-Kreisverbandes Kleve. "Sollten die Temperaturen im Laufe der Nacht fallen, kommen die Tiere aber auch mit zwei Grad zurecht." Eine zweite Bedingung muss für die Wanderlust jedoch erfüllt sein: Feuchtigkeit. Kröten bevorzugen nassen Boden, denn so lässt es sich leichter vorwärtskommen.

Wo wandern Kröten? Grundsätzlich starten Kröten ihre Reise in Waldgebieten. Dort überwintern sie zwischen Holz und Laub, bevor es im Frühjahr Richtung Gewässer geht. Ein beliebter Ort für Wanderungen sei das Gebiet um den Tiergarten gewesen, berichtet Dietrich Cerff, Amphibien-Experte bei der Nabu Kranenburg. "Aber ein Großteil der Population wurde in den vergangenen Jahren auf der Bundesstraße überfahren."

Wie kann ich Kröten helfen? "Die Tiere aufheben und auf die andere Straßenseite setzen", sagt Hertel. Dabei sollte man ganz genau beobachten, in welche Richtung die Tiere wandern. Denn die Kröte kehrt zum Laichen an ihren Geburtsort zurück. "Kröten können nicht an einem x-beliebigen Teich ausgesetzt werden, damit tut man den Tieren keinen Gefallen", warnt Hertel. Sie würden dort ohnehin nicht verweilen und sich sofort wieder auf den Weg machen.

Wie fasse ich eine Kröte an? Experten empfehlen, Handschuhe anzuziehen. Hierbei geht es nicht nur um den besseren Griff, sondern auch den Schutz. "Das Gift in den Hautdrüsen ist für uns Menschen nicht gefährlich, kann allerdings die Schleimhäute reizen", sagt Cerff. "Im Anschluss aber unbedingt die Finger waschen." Zudem empfiehlt der Experte Gummihandschuhe. "Handschuhe aus Stoff nehmen der Krötenhaut an Feuchtigkeit, das wäre nicht gut für die Tiere."

Darf ich Kröten auch aufheben, wenn sie aufeinander hocken? Ja, weil es ohnehin fast unmöglich wäre, sie voneinander zu trennen. Krötenmännchen lassen sich vom Weibchen tragen und umklammern es dabei fest unter den Achseln. Damit wollen sie signalisieren, dass sie sich das Weibchen "gesichert" haben.

Was ist sonst noch zu beachten? "Wer bei sich zuhause oder auch an einer anderen Stelle einen starken Krötenzug bemerkt, sollte diesen bei der Naturschutzbehörde melden", sagt Hertel. Zudem rät sie Helfern eine Warnweste zu tragen, falls man Tieren über die Straße hilft. "Falls sie eine Kröte in ihrem Kellerschacht finden - setzen sie das Tier einfach zurück in den Garten, danach findet es seinen Weg von ganz alleine."

(laha)