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Kreis Kleve: Zahl von schweren Sturzverletzungen mit E-Bikes steigt

Kreis Kleve : E-Bikes: Zahl von schweren Sturzverletzungen steigt

Besonders die Altersgruppe der Sportler über 65 Jahren ist bei den Sturzverletzungen stark vertreten. Was Experten raten, um schwere Unfälle zu vermeiden.

(lukra) In Deutschland gibt es fast 80 Millionen Fahrräder, allein 2020 wurden zwei Millionen E-Bikes verkauft. „Bewegung ist gut“, sagt Professor Sebastian Gehrmann, Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie des Katholischen Karl-Leisner-Klinikums. Aber: Gerade ältere Menschen sollten besonders umsichtig sein, um gravierende Verletzungen zu vermeiden.

„Wir beobachten in den letzten Jahren einen kontinuierlichen und deutlichen Anstieg von Unfällen mit schweren Sturz-Verletzungen“, so Gehrmann. Besonders die Altersgruppe der Sportler über 65 Jahren ist stark vertreten. Neben einfachen Verletzungen oder unkomplizierten Brüchen sind dabei auch schwerwiegende Folgen wie Hirnblutungen und Brustkorbverletzungen festzustellen. „Vor allem die höhere Gefahr von schweren Kopfverletzungen ist bei der E-Bike-Nutzung signifikant“, sagt Professor Gehrmann. „Unsere Beobachtung wird durch aktuelle Studien der unfallchirurgischen Literatur bestätigt.“ Denn: Gerade ältere Fahrradfahrer leiden häufiger unter sogenannten Komorbiditäten – Nebenerkrankungen, die zu Einschränkungen der Fahrperformance führen könnten. Balance, Reaktionsvermögen und mangelnde Fahrpraxis bereiten Probleme.

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Um schwere Unfälle zu vermeiden sind spezielle Vorsorgeuntersuchungen sinnvoll, etwa zur Früherkennung von Gleichgewichtseinbußen bei älteren Sportlern. Oder ein spezifisches Fahrtraining um die Performance auf einem schnellen E-Bike zu verbessern. „Außerdem empfehlen wir natürlich die Verwendung von Helmen“, so Gehrmann. „Sie sind der wirksamste Schutz, um schwere Kopfverletzungen zu vermeiden.“

Den Trend bestätigen auch Zahlen der Kreis Klever Polizei. So zeigt die Verkehrsunfallstatistik für das Jahr 2020, dass sich die Zahl der verunglückten Pedelecfahrer von 65 im Jahr 2019 auf 133 im vergangenen Jahr verdoppelt hat. Dabei hat sich die Zahl der Unfälle zuletzt derart gehäuft, dass die Polizei im Mai gar einen Aktionsmonat mehr ausgerufen hatte.