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Kreis Kleve: Weniger Kranke in der Corona-Krise

DAK-Gesundheitsreport : Weniger Kranke in der Corona-Krise

Die DAK hat ihren aktuellen Gesundheitsreport für den Kreis Kleve vorgelegt. Demnach haben sich im ersten, durch die Corona-Pandemie geprägten Halbjahr im Kreis Kleve weniger Menschen krank gemeldet.

Der Krankenstand im Kreis Kleve ist im ersten Halbjahr 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 0,2 Prozentpunkte gesunken. Mit 4,3 Prozent gab es in der Region einen etwas höheren Krankenstand als im Landesdurchschnitt (4,2 Prozent). Laut DAK-Gesundheitsreport waren damit an jedem Tag des ersten Halbjahres von 1000 Arbeitnehmern 43 krankgeschrieben. Der Krankenstand im gesamten abgelaufenen Jahr 2019 betrug in Kleve 4,2 Prozent. Der höchste Krankenstand im Jahr 2019 in Nordrhein-Westfalen wurde mit jeweils 5,2 Prozent in Hagen, Gelsenkirchen und Bottrop verzeichnet, der niedrigste mit 3,5 Prozent im Kreis Gütersloh.

Die aktuelle Analyse der DAK-Gesundheit für den Kreis Kleve zeigt die Entwicklung des Krankenstandes im vergangenen Jahr und die wichtigsten Veränderungen im ersten Halbjahr 2020 auf. Hier wird deutlich, wie sich die Anzahl und Dauer der Krankschreibungen während der Corona-Krise in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres veränderten. Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems wie Rückenschmerzen verursachten in den ersten sechs Monaten den größten Anteil am Krankenstand mit 200 Tagen je 100 Versicherte. Hier gab es einen Anstieg von fünf Prozent bei den Ausfalltagen. Bei den psychischen Erkrankungen wie Depressionen und Angstzustände ging die Zahl um knapp drei Prozent auf jetzt 145 Krankheitstage zurück. Sie landeten auf dem zweiten Rang.

Besonders im Blickfeld stehen die Atemwegserkrankungen aufgrund der Regelung des Gemeinsamen Bundesausschusses, wonach sich Patienten mit leichten Erkältungssymptomen von März bis Ende Mai telefonisch krankschreiben lassen konnten. Die Auswertung des DAK-Gesundheitsreportes für die Region zeigt, dass die Fehlzeiten bei Atemwegserkrankungen im Vergleich zum Vorjahr um 18 Prozent anstiegen. Sie liegen auch deutlich über dem Wert des Grippejahres 2018. Allerdings ist das Niveau im Kreis Kleve viel niedriger als in anderen Regionen Nordrhein-Westfalens. „Aus unserer Sicht ist das ein klarer Beleg dafür, dass einfache Lösungen für das Krankschreibungs-Geschehen sehr sinnvoll sind“, sagt Volker Dorissen von der DAK-Gesundheit in Kleve. „Wir müssen nicht nur bei COVID-19, sondern bei vielen Erkrankungen generell die Ansteckungsgefahr für das Praxispersonal und für andere Patienten mit bedenken. Wenn neue Formen der Kommunikation die persönliche Begegnung in der Arztpraxis ersetzen, ist das ein wichtiger Fortschritt.“

Der DAK-Gesundheitsreport für den Kreis Kleve analysiert neben dem ersten Halbjahr 2020 wie jedes Jahr auch die Fehlzeiten des vergangenen Jahres. Die Vollauswertung des gesamten Jahres 2019 zeigt, dass sich mehr als die Hälfte aller Fehltage auf drei Krankheitsarten zurückführen lassen. An erster Stelle stehen fast unverändert Muskel-Skelett-Probleme wie Rückenschmerzen. Sie sind für 21,3 Prozent der Fehltage von Beschäftigten in der Region verantwortlich. Danach folgen psychische Erkrankungen mit einem Anteil von 19,1 Prozent am Krankenstand. An dritter Stelle stehen mit 11,3 Prozent Verletzungen und Vergiftungen, erst dahinter folgen Atemwegserkrankungen wie Bronchitis oder Sinusitis (10,3 Prozent).

„Mit unseren Analysen zum Krankenstand im Kreis Kleve setzen wir gezielt beim Betrieblichen Gesundheitsmanagement an und bieten Arbeitgebern konkrete Hilfe,“ sagt Dorissen. Eine Liste aller Angebote sowie weitere Informationen gibt es unter www.dak.de/digitalesBGM .