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Kreis Kleve: Wald wegen Trockenheit kurz vor der Sperrung

Brandgefahr im Kreis Kleve : Wald soll wegen Hitze gesperrt werden

Wenn es die kommenden Tage so heiß bleibt, dürfen die Niederrheiner ihre Wälder nicht mehr betreten. Die Feuerwehr wird in der Region fast stündlich wegen kleiner Brände alarmiert.

Immer wieder kommt es in diesen Tagen zu Bränden - ob an Waldgebieten, Grünstreifen an Autobahnen oder ganzen Feldern. Rund 50 Prozent mehr Einsätze als normal werden derzeit im Kreis Kleve und am gesamten Niederrhein gefahren, sagt etwa Robert Meyboom, stellvertretender Leiter der Weseler Feuerwehr. Und die Hitzewelle dauert weiter an.

Das Regionalforstamt Niederrhein plant nun eine drastische Maßnahme, um Waldbrände zu verhindern. Bianca Hutmacher, Sprecherin der Behörde, teilte mit, dass auch über ein Waldbetretungsverbot nachgedacht werde. So soll verhindert werden, dass achtlos Zigaretten in den Wald geworfen werden und es auf diese Art zu Waldbränden kommt. „So eine Lage hatten wir schon lange nicht mehr, auch ein Waldbetretungsverbot haben wir seit Jahren nicht ausgesprochen“, sagt Hutmacher.

Generell sind allerdings derzeit die Spaziergänger noch hilfreich bei der Brandbekämpfung: Die hohe Zahl der Waldbesucher in NRW sei ein Vorteil, teilt das Regionalforstamt mit. Die Waldbesucher helfen, Brände zu entdecken. Da heute jeder mit einem Handy unterwegs ist, können Brände deutlich schneller gemeldet werden, als noch vor einigen Jahren.

Das Regionalforstamt, das zum Landesbetrieb Wald und Holz gehört, hat die zweithöchste Waldbrandstufe ausgesprochen. In diesem Jahr gestaltet sich das Frühjahr und auch der Sommer trockener und wärmer als in den Vorjahren. Der vom Deutschen Wetterdienst erstellte Waldbrandgefahrenindex (WBI) erreicht auch in den nächsten Tagen am Niederrhein die Stufe 4 von 5. Mit Niederschlägen und fallenden Temperaturen und einer somit einhergehenden Entspannung der Gefahrenlage ist nicht zu rechnen.

Wie leicht es brennt, hat Feuerwehrmann Robert Meyboom in diesen Tage in Bislich erlebt. Dort warf ein Spaziergänger achtlos eine Zigarette weg. „Er wunderte sich, dass hinter ihm direkt Gras und Böschung wegbrannten. Der Mann rief schnell genug die Feuerwehr.

Wegen Einsätzen wie diesem sind die Retter ständig unterwegs. Wenn sie derzeit auf ihren Alarmpieper schauen, dann erscheint dort derzeit dort meist die gleiche Meldung: „Gras, Stroh, Gestrüpp.“ Für ein wenig Entspannung sorgt, dass die meisten Kornfelder inzwischen abgeerntet sind. In Wäldern bleibe die Lage aber heikel. Zwar ist der Laubbaumbestand noch nicht zu trocken, die Nadelbäume aber schon sehr.

Die Niederrheiner sollten achtsam sein beim Wegwerfen von Zigaretten, es gilt 100 Meter Mindestabstand zum Wald beim Grillen, die Waldzufahrten müssen für die Feuerwehr freigehalten werden, Autos dürfen nicht im hohen Gras abgestellt werden, da die Abwärme des Fahrzeugs ausreicht, dieses in Brand zu setzen. Kleine Brände sollten Passanten schnell selbst löschen, den Brand melden und den Wald auf dem kürzesten Wege verlassen.