Trockenheit und Dürre : Kreis Kleve verbietet Wasser-Entnahmen aus oberirdischen Gewässern

Der Kreis Kleve hat per Allgemeinverfügung verboten, Wasser aus Oberflächengewässern wie Flüssen, Seen und Teichen zu entnehmen. Anlass ist die seit Monaten anhaltende Trockenheit in der Region. Es drohen bis zu 50.000 Euro Strafe.

Ab Dienstag, 9. August, ist es im Kreis Kleve verboten, Wasser aus Oberflächengewässern zu entnehmen. Das besagt eine sogenannte „Allgemeinverfügung“, die die Kreisverwaltung am Montag veröffentlich hat und die zunächst bis zum 30. November befristet ist. Betroffen sind alle oberirdischen Gewässer – also zum Beispiel Seen, Teiche und Flüsse. Daraus darf nun kein Wasser mehr entnommen werden, um zum Beispiel Felder oder Wiesen zu bewässern. Erlaubt ist es weiterhin, Grundwasser zu entnehmen, um damit zum Beispiel den Rasen zu wässern. Für die meisten Bürger ändert sich vorerst also nichts: Sie dürfen das Wasser aus dem Anschluss im Garten oder aus dem eigenen Brunnen weiterhin nutzen.

„Anlass für diese Maßnahme ist die seit Monaten anhaltende Trockenheit in der Region. Da eine Verbesserung der Situation derzeit nicht absehbar ist, besteht die Gefahr, dass der bereits stark belastete Naturhaushalt nachhaltig gestört wird und die Lebensgrundlagen von Tieren und Pflanzen bedroht sind“, heißt es in der Mitteilung der Kreisverwaltung. Die weitere Entnahme von Wasser aus oberirdischen Gewässern würde diese negative Entwicklung noch verstärken.

Das Verbot zur Entnahme von Wassern aus oberirdischen Gewässern gilt sowohl für den privaten und gewerblichen Gemein-, Eigentümer- und Anliegergebrauch als auch für die rund 25 eigens dafür ausgestellten Genehmigungen. Ausgenommen davon sind das Tränken von Vieh und das Schöpfen mit Handgefäßen. Die Einhaltung des Entnahmeverbots wird vom Kreis Kleve überwacht. Verstöße werden geahndet und können im Einzelfall mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro geahndet werden.