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Kreis Kleve und Kliniken bieten Stipendien für Medizin-Studenten an

Förderprogramm für Medizinstudenten : Kreis Kleve gibt Finanzspritzen gegen den Ärztemangel

Bereits seit einigen Jahren haben der Kreis Kleve und vier hiesige Krankenhäuser 22 Stipendien ausgelobt, durch die junge Nachwuchsmediziner langfristig an die Region gebunden werden sollen. Das Angebot wird durchaus angenommen. Doch einige Förderungen sind aktuell noch zu vergeben.

Bereits seit einigen Jahren prognostizieren Experten ländlichen Räumen einen zunehmenden Ärztemangel. Die noch niedergelassenen und in Kliniken arbeitenden Mediziner werden älter, der frisch approbierte Nachwuchs strebt eher in die Städte, um als Arzt oder Ärztin tätig zu sein. So führt die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KVNO) aktuell zwar noch 202 Hausarztpraxen für den Kreis Kleve auf ihrer Homepage – deren Zahl wird sich laut KVNO-Versorgungsreport bis zum Jahr 2030 allerdings noch deutlich verringern. Und auch in den Kliniken und Krankenhäusern sieht die Situation nicht unbedingt rosiger aus.

Daher haben der Kreis Kleve, das Katholische Karl-Leisner-Klinikum (KKLE) mit seinen Häusern in Kleve, Goch, Kevelaer und Kalkar, das St.-Willibrord-Spital Emmerich-Rees sowie das Clemens-Hospital in Geldern schon vor geraumer Zeit den Versuch gestartet, sich diesem Trend zu widersetzen. Mit Hilfe eines Stipendienprogramms sollen die Ärzte der Zukunft in den Kreis Kleve gelockt werden.

Insgesamt 22 Stipendien können an Medizinstudenten vergeben werden. 1200 Euro werden dazu an monatlicher Unterstützung gezahlt – 800 Euro vom Kreis, 400 vom jeweiligen Krankenhaus. Sieben dieser Stipendien sind aktuell noch verfügbar: vier in den Häusern des KKLE, zwei in Emmerich-Rees und eines in Geldern. Ein Stipendium kann beantragen, wer an einer deutschen Universität oder in einem Mitgliedsland der EU, dessen Approbation in Deutschland anerkannt wird, Medizin studiert. Voraussetzung ist, dass die Studierenden den präklinischen Abschnitt des Studiums bestanden haben.

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Eine, die in den Genuss eines dieser Stipendien kommt, ist Zita Schwaibold. Bereits seit 2019 lässt sich die gebürtige Kalkarerin, die nach dem Abitur und mehreren Praktika im Gesundheitsbereich nach Bonn zog, um dort Medizin zu studieren, am KKLE zur Fachärztin weiterbilden. Später wolle sie sich als Allgemeinmedizinerin oder als Kinderärztin niederlassen, sagt Schwaibold.

Dass sie einmal Stipendiatin in ihrer Heimatregion werden würde, war eigentlich nicht ihr Plan. Aber man müsse wohl einmal weg gewesen sein, um die Vorzüge des Lebens auf dem Land schätzen zu lernen. Städte böten zwar viele Vorteile. Aber Beruf und Familie ließen sich in ländlichen Regionen einfacher vereinbaren. Und das sei ihr wichtig.

Nun wäre es allerdings wenig weitsichtig, die Stipendien einfach nur zu vergeben, um junge Mediziner in den Kreis Kleve zu locken. Daher sind die Stipendien auch an Bedingungen geknüpft. So verpflichten sich die Stipendiaten, nach Erteilung der Approbation ihre fachärztliche Weiterbildung im jeweiligen Klinikum zu absolvieren und dort insgesamt fünf Jahre lang tätig zu sein. Im Anschluss daran müssen sie für eine Dauer von mindestens weiteren fünf Jahren im Kreis Kleve arbeiten.

Durchaus ein fairer Deal. „Von diesem Programm profitieren alle Beteiligen: Die jungen Medizinerinnen und Mediziner erhalten eine Finanzspritze für ihr Studium. Die Kliniken bekommen Kontakt zu qualifizierten Nachwuchskräften. Und der Kreis Kleve erhält mehr Planungssicherheit, die Gesundheitsversorgung auch in den kommenden Jahren sicherzustellen“, sagt Landrätin Silke Gorißen.

Das sieht auch Schwaibold so. „Die gemeinsame Initiative von Kreis und Klinken zeigt,  dass ein Problem erkannt wurde und die ersten Maßnahmen bereits greifen.“ Und durch finanzielle Anreize, aber auch daran geknüpfte Bedingungen, den medizinischen Nachwuchs an die Region zu binden, sei ein ausgezeichnetes Mittel. Zita Schwaibold aus Kalkar ist der beste Beweis, dass es funktionieren kann.