Bald 19 Grad in Schulen? Städte im Kreis Kleve bereiten sich auf Energiemangel vor

Kleve · Die Bürgermeister im Kreis Kleve haben die Umsetzung der bundesweit geplanten Energiesicherungsverordnung beraten. Die Temperatur zum Beispiel in Schulen soll gesenkt werden, das Licht an Denkmälern geht aus. Auch die Straßenbeleuchtung?

Noch leuchtet Kleves Wahrzeichen: Laut den nun in Berlin vom Kabinett verabschiedeten Plänen sollen ab September öffentliche Gebäude und Denkmäler nicht mehr angestrahlt und Schaufenster nachts nicht beleuchtet werden.

Noch leuchtet Kleves Wahrzeichen: Laut den nun in Berlin vom Kabinett verabschiedeten Plänen sollen ab September öffentliche Gebäude und Denkmäler nicht mehr angestrahlt und Schaufenster nachts nicht beleuchtet werden.

Foto: Markus van Offern (mvo)

Vertreter der Klever Kreisverwaltung und die Bürgermeister der 16 Städte und Gemeinden haben sich bei einem Treffen am Mittwoch in Straelen mit dem drängenden Thema der Energiemangellage befasst. Im Fokus der Diskussion standen dabei konkrete Vorbereitungen auf die Umsetzung der geplanten und bundesweit geltenden Energiesicherungsverordnung. Zum Hintergrund: Das Bundeskabinett hat am Mittwoch in Berlin zwei Energieeinsparverordnungen gebilligt, die dazu beitragen sollen, die deutsche Abhängigkeit von russischen Gasimporten zu reduzieren. Sie sehen Sparmaßnahmen für diesen und den kommenden Winter vor.

Nun werden auch in den Städten und Gemeinden des Kreises Kleve Vorbereitungen getroffen, um im anstehenden Herbst und Winter die Raumtemperatur in den Rathäusern und allen weiteren öffentlichen Gebäuden, wie Schulen, Turnhallen oder Bibliotheken, auf maximal 19 Grad abzusenken. Um den Energieverbrauch weiter zu verringern, werden in den Städten und Gemeinden darüber hinaus Heizungsanlagen optimiert und die Nachtabsenkungen der Heizungsanlagen vorgezogen. Das dürfte zum Beispiel auch Vereine interessieren, die in der kalten Jahreszeit Turnhallen für Trainingseinheiten nutzen.

Inwieweit über die geplante Verordnung hinausgehende Einsparmaßnahmen vorgenommen werden, das wird jede Kommune im Kreis Kleve eigenverantwortlich entscheiden, wie es heißt. Einige Maßnahmen sind hier denkbar. Ob beispielsweise auch Straßenbeleuchtungen abgeschaltet werden, bedürfe einer sorgfältigen Abwägung. Das hänge schließlich auch damit zusammen, dass man keine Angsträume entstehen lassen wolle. „Uns ist sehr bewusst, dass die Lage dynamisch ist und es jederzeit zu einer Anpassung der Absprachen kommen kann“, sagt der Sprecher der Bürgermeisterkonferenz, der Reeser Bürgermeister Christoph Gerwers.

Laut den nun in Berlin vom Kabinett verabschiedeten Plänen sollen ab September öffentliche Gebäude und Denkmäler nicht mehr angestrahlt und Schaufenster nachts nicht beleuchtet werden. In Kleve hatte man zumindest schon über eine Teilabschaltung der Beleuchtung auch jenseits der Verordnung diskutiert: Angesichts der schwierigen Zeiten schlugen CDU und Grüne in einem gemeinsamen Antrag an den Ausschuss für Kultur und Stadtgestaltung vor, die Beleuchtung der öffentlichen Gebäude durch die öffentliche Hand aber auch in einigen Fällen wie der Schwanenburg durch Vereine oder Private zu koordinieren.

Hintergrund war eine Überlegung des Klevischen Vereins, die von ihm organisierte Beleuchtung der Schwanenburg zu ändern, um ein Zeichen zu setzen.