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Kreis Kleve: Programm für Langzeitarbeitslose zeigt offenbar Wirkung

Kreis Kleve meldet Erfolg : Programm für Langzeitarbeitslose zeigt offenbar Wirkung

Über das Projekt „Teilhabe am Arbeitsmarkt“ sollen besonderes betroffene Langzeitarbeitslose profitieren. Im Kreis Kleve können das schon mehr Menschen, als ursprünglich prognostiziert. Landrätin Gorißen spricht von einer „Win-Win-Situation“.

(RP) Zur Förderung besonders betroffener Langzeitarbeitsloser fördert das Jobcenter Kreis Kleve seit 2019 über das Instrument „Teilhabe am Arbeitsmarkt“ sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse. Wurde anfangs die Zielmarke von 105 Beschäftigungsverhältnissen im Kreis Kleve festgelegt, sind es im Sommer 2021 schon 148 Arbeitsverhältnisse, die über das Teilhabechancengesetz geschaffen wurden. „Das Instrument ,Teilhabe am Arbeitsmarkt’ kommt an! Es dient den Arbeitgebern bei der Begegnung des Fach- und Hilfskräftemangels und ermöglicht den Arbeitnehmern einen ersten Schritt zur Unabhängigkeit von Leistungen nach dem SGB II“, sagt Landrätin Silke Gorißen. „Eine klassische Win-Win-Situation für alle Beteiligten.“

Die geförderten Arbeitsplätze müssen weder zusätzlich noch wettbewerbsneutral sei, es muss sich aber zwingend um sozialversicherungspflichtige Jobs handeln. Die Förderquote ist ungewöhnlich hoch, um der besonderen Eingliederungssituation langzeitarbeitsloser Personen gerecht zu werden. Bei tarifgebundenen Unternehmen werden in den ersten zwei Beschäftigungsjahren 100 Prozent des tatsächlichen Arbeitsentgelts erstattet, die Übrigen erhalten den Mindestlohn. Im dritten bis fünften Jahr gibt es Lohnkostenzuschüsse von 70 bis 90 Prozent. Zur Zielgruppe des neuen Förderangebots zur Umsetzung des Teilhabechancengesetzes gehören Menschen über 25 Jahre, die während der letzten sieben Jahr mindestens sechs Jahre lang SGB-II-Leistungen erhalten haben.

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Im Juli 2021 ist die Zahl der SGB-II-Bedarfsgemeinschaften um 95 auf nunmehr 7720 gesunken. Im Vorjahresmonat waren es noch 8157 Bedarfsgemeinschaften. Aktuell leben 13.827 Personen im Kreis Kleve in diese Bedarfsgemeinschaften, davon sind 10.340 erwerbsfähige Leistungsberechtigte. Bei den verbleibenden 3487 Sozialgeldempfängern handelt es sich in der Regel um Kinder. Von 100 Einwohnern des Kreises Kleve befinden sich etwa 5,3 im SGB-II-Leistungsbezug.

Die Zahlen der Vermittlung in Arbeit werden in der Statistik des Jobcenters Kreis Kleve mit einer dreimonatigen Wartezeit erfasst. Im März konnten 179 Personen in sozialversicherungspflichtige Tätigkeiten vermittelt werden. Weitere 43 Personen arbeiten nun in einem Minijob. Zur Erfüllung des gesamten Aufgabenspektrums des SGB II wurde im Juni ein Betrag in Höhe von 9,24 Millionen Euro aufgewendet. Auf den Kreis Kleve und die Kommunen entfielen hiervon etwa 1,46 Millionen Euro für die Kosten der Unterkunft. Bisher lagen die finanziellen Aufwendungen im Jahr 2021 (Januar bis Juni) bei insgesamt rund 55,93 Mio. Euro.

(RP)