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Kreis Kleve: Nach Corona-Infektion in Quarantäne – das sollte man beachten

Ratgeber : Quarantäne – und jetzt?

Seit Anfang Januar haben sich die Quarantäne-Regelungen mehrfach aktualisiert. Auch der Kreis Kleve gibt immer wieder Hinweise, was derzeit gilt. Wir fassen zusammen, was Isolierte beachten müssen.

Beinahe täglich erreichen die Infektionszahlen neue Rekorde. Mehr als 100.000 Neuinfizierte sind bundesweit zu verzeichnen und auch der Kreis Kleve liegt derzeit bei über 600 Neuerkrankten am Tag. Kaum ein Bürger, der nicht im Familien- und Bekanntenkreis eine erkrankte Person kennt. Trotz oft milder Verläufe der Omikron-Variante muss man sich zunehmend mit den Folgen einer Infektion beschäftigen, aber auch damit, was es bei einer häuslichen Quarantäne zu beachten gilt.


Ich wurde positiv getestet – was muss ich jetzt tun? Welche Maßnahmen zu ergreifen sind, hängt davon ab, mit welchem Test man positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Im Falle eines Selbsttests sollte das Testergebnis schnellstmöglich durch einen aussagekräftigeren PCR-Test oder neuerdings auch einen Schnelltest aus einer offiziellen Teststelle bestätigt werden. Einen Termin für einen PCR-Test kann man beim Hausarzt oder beim Testzentrum dann kostenlos bekommen. Letzteres sollte bei Symptomen allerdings nicht besucht werden, wie Benedikt Giesbers, Pressesprecher des Kreises Kleve rät. In der Zwischenzeit sollte man sich umgehend ohne behördliche Anordnung in Quarantäne begehen und an die bekannten Hygiene-Regeln halten.

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Hat man gleich einen Schnelltest oder einen PCR-Test machen lassen, wird der positive Befund vom Labor oder der Teststelle an das Gesundheitsamt übermittelt. Per SMS oder E-Mail bekommt man einen Link zu einem Online-Formular, das auszufüllen und zurückzusenden ist. Im Anschluss erhält man einen Link, der der Übermittlung der Kontaktpersonen dient. Danach erhält man per E-Mail oder telefonisch weitere Informationen durch den Fallbearbeiter. Natürlich muss man sich ebenfalls unverzüglich in Quarantäne begeben. Dies ist unabhängig vom Impfstatus. Die Ministerpräsidentenkonferenz hat in dieser Woche angekündigt, PCR-Tests für vulnerable Gruppen und Beschäftigte im Gesundheitsbereich zu priorisieren. Dies ist aber in der aktuell geltenden Corona-Testverordnung zum jetzigen Stand (25. Januar) noch nicht festgelegt.


Was genau muss ich während der Quarantäne beachten? Neben den bereits erwähnten Hygiene-Regeln sollte man sich möglichst in anderen Räumen als andere Haushaltsmitglieder aufhalten oder gemeinsame Räume zeitlich getrennt nutzen. Berührte Oberflächen und Gegenstände sollten regelmäßig mit Haushaltsreiniger gesäubert werden.


Ich habe Krankheitssymptome – woher bekomme ich Hilfe? Bei Symptomen wie Fieber, Husten, Atembeschwerden oder einem allgemeinen Krankheitsgefühl, ist das Kreisgesundheitsamt Kleve (Corona-Telefon 02821 594 950) zu informieren. Ist ärztliche Hilfe erforderlich, sollte man zunächst seinen Hausarzt anrufen, der den Patienten übers weitere Vorgehen berät. Außerhalb dessen Sprechzeiten ist der ärztliche Bereitschaftsdienst unter der Telefonnummer 116 117 erreichbar. Dabei sollte man zunächst immer auf die häusliche Isolierung hinweisen. Bei Notfällen wie zum Beispiel akuter Atemnot, sollte man umgehend die Notfallnummer 112 wählen.


Was hilft mir, die Quarantäne zu überstehen? Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) empfiehlt, Familienangehörige oder Freunde bei der Beschaffung von Lebensmitteln oder Medikamenten in dieser Zeit um Hilfe zu bitten, die dann am besten einfach nur vor der Tür abgestellt werden sollten. Alternativ können auf Vermittlung des Gesundheitsamtes hin auch ehrenamtliche Helfer in der Gemeinde den Isolierten in dieser Phase unterstützen. Weiterhin empfiehlt die BZgA eine klare Tagesstruktur, körperliche Betätigung mithilfe von Angeboten aus dem Internet, und das Kontakthalten mit Angehörigen und Freuden per Telefon oder anderer Medien. 
Wie lange muss ich in Quarantäne bleiben? Die Quarantäne dauert zehn Tage. Ein weiterer Test ist dann nicht nötig. Falls nach zehn Tagen noch Krankheitssymptome vorliegen, ist die Isolierung selbstständig zu verlängern. Wer symptomfrei ist, kann sich nach sieben Tagen mit einem Schnelltest von einer offiziellen Teststelle oder einem negativen PCR-Test aus der Quarantäne freitesten. Der Test darf aber nicht vor dem siebten Tag erfolgen und man sollte bereits 48 Stunden symptomfrei sein. Das Gesundheitsamt muss dafür nicht benachrichtigt werden.


Gilt dasselbe auch für meine Mitbewohner und Kontaktpersonen? Kontaktpersonen sind solche Personen, die man zwei Tage vor der Testdurchführung getroffen hat bei weniger als 1,5 Meter Abstand, ohne Maske und einer Dauer von mehr als 10 Minuten, ebenso Mitbewohner. Diese müssen, sofern sie symptomfrei sind, nicht in Quarantäne wenn sie jüngst doppelt geimpft (Zweitimpfung maximal drei Monate her) oder frisch genesen (Erkrankung weniger als drei Monate her) oder bereits geboostert sind. Für Kontaktpersonen, die Symptome entwickeln, gelten dieselben Quarantänebedingungen wie für den Erstinfizierten. Eine Ausnahme davon stellen Kontaktpersonen dar, die eine Kita oder Schule besuchen, Kinder und Schüler können sich bereits nach fünf Tagen aus der Quarantäne befreien.


Wie geht es nach der Quarantäne weiter? 28 Tage nach Feststellung des positiven Befundes gilt man als genesen. Wie Benedikt Giesbers betont, stellt der Kreis automatisch keine Bescheinigungen mehr über die Dauer der Quarantäne aus, denn zum Nachweis der Quarantäne gegenüber dem Arbeitgeber reicht das positive PCR- oder Schnelltestergebnis aus. Allerdings kann ein digitales Genesenenzertifikat nach beendeter Quarantäne unter Vorlage des positiven PCR-Testergebnisses bei einer Apotheke ausgestellt werden. Falls dieses nicht vorliegt oder aus anderen Gründen eine Bescheinigung notwendig ist, lässt sie sich per Webformular beim Gesundheitsamt anfordern und wird per E-Mail versendet.