Übernachtungszahlen veröffentlicht Wo Menschen im Kreis Kleve am häufigsten Urlaub machen

Kreis Kleve · Die Betriebe und Campingplätze verzeichneten 2023 ein leichtes Plus. Im Landesvergleich ist das allerdings unterdurchschnittlich, zeigt eine neue Statistik. Und auch die Städte im Kreis schneiden sehr unterschiedlich ab.

 Die meisten Übernachtungen im Kreis verzeichnete 2023 Kalkar. Einen Anteil an diesen Zahlen dürfte auch der Campingplatz am Wisseler See haben, wo dieses Hinweisschild steht.

Die meisten Übernachtungen im Kreis verzeichnete 2023 Kalkar. Einen Anteil an diesen Zahlen dürfte auch der Campingplatz am Wisseler See haben, wo dieses Hinweisschild steht.

Foto: dpa/Rolf Vennenbernd

2023 haben mehr Menschen im Kreis Kleve übernachtet als im Vorjahr. Das geht aus Zahlen des Landesamts für Statistik IT.NRW hervor. Insgesamt 904.405 Übernachtungen zählten die Statistiker in den Beherbergungsbetrieben und Campingplätzen im Kreis, ein Plus von 1,6 Prozent. Auch bei den Ankünften der Gäste verzeichneten sie ein leichtes Plus von 1,5 Prozent (408.565 Ankünfte im Jahr 2023) – es haben insgesamt also mehr Menschen den Kreis Kleve für eine Übernachtung angesteuert. Im Vergleich zu ganz Nordrhein-Westfalen sind diese Steigerungen jedoch gering: Landesweit gab es einen Zuwachs in den Übernachtungszahlen von 12,8 Prozent, bei den Ankünften konnten die Betriebe sogar 16 Prozent mehr verbuchen.

Dabei geben die jeweiligen Städte und Gemeinden im Kreis ein sehr unterschiedliches Bild ab. Denn während die Übernachtungen in Kleve um 11,5 Prozent einbrachen und auch Kevelaer (-7,4 Prozent), Rees (-4 Prozent), Kalkar (-3,1 Prozent) und Weeze (-2,8 Prozent) ein leichtes Minus verzeichneten, legte die Mehrheit der Städte und Gemeinden im Vergleich zum Vorjahr zu. Spitzenreiter ist dabei Kranenburg, wo überdurchschnittliche 17,4 Prozent mehr Übernachtungen registriert wurden, gefolgt von Straelen mit 16,8 Prozent.

Analog verhält es sich mit der Zahl der Gästeankünfte: Städte und Gemeinden, die mehr Übernachtungen hatten, hatten in der Regel auch mehr Ankünfte im Vergleich zu 2022. Ausnahmen sind hier Emmerich und Issum, wo mehr Übernachtungen, aber weniger Ankünfte verzeichnet wurden – die Menschen also im Schnitt länger blieben als im Vorjahr. Gegenteiliges zeigt sich in Kalkar, wo die Zahl der Ankünfte leicht stieg, insgesamt aber weniger Übernachtungen gezählt wurden.

Auch diese Beobachtung können die Experten mit nüchternen Zahlen belegen: Die Gäste blieben 2023 jeweils 0,2 (Emmerich) und 0,3 (Issum) Tage länger, beziehungsweise 0,1 Tag (Kalkar) kürzer. 0,1 Tag entspricht dabei knapp zweieinhalb Stunden, die jedoch nicht zu unterschätzen sind. In Emmerich bedeutet dieser Sprung, dass im Schnitt nun eine zweite Nacht vor Ort verbracht wird.

Die meisten Übernachtungen verzeichnete Kalkar (164.308), gefolgt von Geldern (121.992) und Goch (108.967). Obwohl Kalkar hier mit großem Abstand führt, verbuchte die Stadt im Vergleich zum Vorjahr einen leichten Rückgang. Schlusslicht bei den absoluten Zahlen bilden Bedburg-Hau (5906) und Wachtendonk (8216). Betrachtet man diese Zahlen aber in Relation zu den angebotenen Betten, ergibt sich ein anderes Ranking: Bedburg-Hau hat eine sehr hohe Auslastungsquote von 87,4 Prozent, Spitzenreiter Kalkar nur 29,4 Prozent. Zum Vergleich: Kreisweit liegt die Rate bei knapp 37 Prozent, landesweit sind es knapp 43.

Die großen Unterschiede erklärt sich die Tourismusexpertin der Wirtschaftsförderung des Kreises mit den sehr unterschiedlichen Angeboten der jeweiligen Städte. Im Kreis Kleve gebe es zudem besonders viele Ferienunterkünfte, die nicht in der Statistik berücksichtigt werden. Die konkreten Schwankungen könne man zwar nicht erklären. Der Trend sei aber insgesamt positiv: Der Tourismus leide unter teureren Preisen und zu wenig Arbeitskräften. „Dass wir trotzdem noch im Wachstum sind, freut uns“, sagt Irina Schultz.

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