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Kreis Kleve: Britische Mutation des Coronavirus nachgewiesen

Coronavirus : Britische Mutation im Kreis Kleve nachgewiesen

Ein Mann hatte sich im Urlaub bei einem Pärchen angesteckt und dann selbst mehrere Menschen im Kreis Kleve infiziert. Landrätin Gorißen ruft dazu auf, auf unnötige Reisen und auch auf Fahrten in die Niederlande zu verzichten.

Im Kreis Kleve ist erstmals die britische Mutation des Coronavirus nachgewiesen worden. Das bestätigte Landrätin Silke Gorißen auf einer Pressekonferenz am Mittwoch. Bei einem Mann sei die Mutation B.1.1.7 nachgewiesen worden, wie es heißt. Der Mann war demnach in den Urlaub gefahren und hatte dort Kontakt zu einem Ehepaar aus Großbritannien, das später ebenfalls positiv getestet worden war. Im Rahmen der Kontaktpersonennachverfolgung durch den Kreis Kleve sei dann aufgefallen, dass der Betroffene aus dem Kreis Kleve innerhalb kürzester Zeit deutlich mehr Menschen mit dem Coronavirus angesteckt hat, als es normalerweise üblich ist. „Das ist unserer Abteilungsleiterin Martina Scherbaum verdächtig vorgekommen“, sagt Gorißen. Bei der britischen Mutation geht man davon aus, dass die Ansteckungsrate bis zu achtmal höher ist als bei der bisher auftretenden Form des Virus. „Ziemlich genau so war es auch bei dem Fall im Kreis Kleve“, sagt Gorißen. Ein erneuter Corona-Test mit einer so genannten „Gen-Sequenzierung“ habe dann die Gewissheit gebracht, dass es sich um das mutierte Virus handelt. Von diesem sind dementsprechend auch alle Kontaktpersonen betroffen, die von dem Mann infiziert wurden. „Wir haben also mehrere Fälle“, sagt Gorißen. Der Mann und die Kontaktpersonen stehen nun unter Quarantäne. Weitere Details, etwa aus welcher Stadt der Mann kommt, wollte man, um die Persönlichkeitsrechte des Betroffenen zu schützen, nicht preisgeben.

In dem Zusammenhang wendet sich Landrätin Gorißen noch einmal mit einem Appell an die Bevölkerung, auf unnötige Reisen zu verzichten. „Alle sind dazu aufgerufen, die Situation sehr ernst zu nehmen“, sagt Gorißen. „Der Nachweis der englischen Corona-Mutation im Kreis Kleve führt uns in aller Deutlichkeit vor Augen, dass wir alle uns an die Hygiene- und Abstandsregeln halten müssen und dass jede Reise ein besonderes Ansteckungsrisiko mit sich bringt.“

Auch von unnötigen Fahrten in die Niederlande rät Gorißen ab. Dort sind die Inzidenzwerte deutlich höher als im Kreis Kleve, auch das mutierte Virus grassiert bereits in einem größeren Umfang. „Bitte fahren Sie nicht zum Einkaufen in die Niederlande, wenn es nicht nötig ist“, sagte Gorißen. In vielen Fällen sei mittlerweile unklar, wo sich die Menschen anstecken. „Viele schildern uns, dass sie nur einkaufen waren. Es gilt derzeit, die Kontakte so gut wie möglich zu beschränken“, sagt Gorißen.

Derzeit stehe der Kreis Kleve mit einem Inzidenzwert von 73,0 im Verhältnis zu anderen Regionen besser da, sagte Gorißen. „Mit dem Personal, das uns zur Verfügung steht, bekommen wird die Kontaktverfolgung tagesaktuell abgearbeitet. Da bleibt nichts liegen. Sollte es, auch durch die Mutation, zu einem explosiven Anstieg der Zahlen kommen, werden wir die Lage natürlich noch einmal neu bewerten müssen“, sagte Gorißen.