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Kreis Kleve beschließt Hilfen für Familien in Corona-Zeiten

Ferienangebote im Kreis Kleve : „Sommer wird zum Durchatmen gebraucht“

Mit Blick auf die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Kinder hat der Kreis Kleve beschlossen, Ferienangebote zusätzlich zu fördern. Familien mit geringem Einkommen können außerdem einen „Kinderfreizeitbonus“ beantragen.

Mit einstimmigen Beschlüssen ist der Jugendhilfeausschuss nun in die Sommerpause gegangen. Verabschiedet wurden zum Beispiel Kreiszuschüsse für das Berufsbildungszentrum Kleve, freiwillige Kreiszuschüsse für die Kitas St. Markus in Bedburg-Hau, St. Josef in Straelen und St. Jodokus in Uedem sowie Kreisbeihilfen für die Träger der offenen Jugendfreizeiteinrichtungen.

Mit Blick auf die einschneidenden Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Kinder, Jugendliche und Familien hat der Jugendhilfeausschuss einige Anträge und Projekte der Abteilung Jugend und Familie des Kreises Kleve auf den Weg gebracht. Die Mitglieder beschlossen einstimmig, die Richtlinien für die „Aktionen Ferienspaß“ zu ändern, Stornokosten der Träger für Ferienfahrten 2021 anteilig zu übernehmen sowie zusätzliche Ferien- und Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche im Kreis Kleve zu fördern.

Landrätin Silke Gorißen bat alle Verbände und Vereine im Kreisgebiet, vor Ort zu prüfen, ob kurzfristige Sommeraktionen angeboten werden können. „Lassen Sie uns so viel Gutes wie möglich auf die Beine stellen. Der Sommer wird zum ‚Durchatmen‘ gebraucht“, sagte Gorißen. Deshalb habe der Kreis Kleve auch beschlossen, die eigenen Stadtranderholungen durchzuführen – mit reduzierten Gruppenstärken, guten Hygienekonzepten und im Freien. Das sei wichtig für die Kinder. „Mein Dank gilt dem Team der Abteilung Jugend und Familie und den insgesamt 150 Betreuern, dass sie diese drei Stadtranderholungen kurzfristig realisieren.“ Sie freue sich sehr, so die Landrätin, dass der Ausschuss nun die Anträge behandeln habe und der Kreis nicht warte, ob und wie stark das Land oder der Bund solche Aktivitäten fördern.

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Der Bund hat aber schon an anderer Stelle Hilfe auf den Weg gebracht: In den vergangenen Monaten der Corona-Pandemie mussten Kinder und Jugendliche oft zurückstecken, verzichten und haben viel verpasst – nicht nur in der Schule. Neben der langen Zeit des Distanzunterrichts und den Sorgen um die berufliche Ausbildung hatten sie kaum Kontakt zu ihren Freunden und kaum Möglichkeiten, ihre Hobbys oder ihren Sport auszuüben. Deshalb erhalten Familien mit geringem Einkommen nun einen einmaligen Kinderfreizeitbonus in Höhe von 100 Euro, der Teil des Bundes-Aktionsprogramms „Aufholen nach Corona“ ist. Der Bonus kann individuell für Ferien- und Freizeitaktivitäten eingesetzt werden.

Für Familien, die im August 2021 Arbeitslosengeld 2 nach dem SGB II erhalten, wird der Kinderfreizeitbonus im Monat August durch das Jobcenter ausgezahlt. Hierfür muss kein Antrag gestellt werden. Die Zahlung erfolgt automatisch und wird nicht auf Sozialleistungen angerechnet. Dies gilt auch für Kinder und Jugendliche, die Leistungen nach dem Bundesversorgungsgesetz oder dem Asylbewerberleistungsgesetz erhalten.

Für Kinder, für die im August Kinderzuschlag, Wohngeld oder Sozialhilfe bezogen wird, kann bei der Familienkasse ein entsprechender Antrag gestellt werden. Der Antrag ist seit dem 1. Juli auf der Internetseite der Familienkasse zu finden. Dort wurden auch allgemeine Informationen rund um das Thema Kinderfreizeitbonus hinterlegt. Allgemeine Fragen werden unter der gebührenfreien Service-Telefon-Hotline 0800 4 5555 43 beantwortet.

Familien, die im August 2021 Sozialhilfe nach dem SGB XII erhalten, wenden sich an das zuständige Sozialamt in ihrer Wohnortgemeinde. Dort erhalten sie eine Bestätigung des laufenden Leistungsbezuges sowie entsprechende Antragsformulare für die Kindergeldkasse.