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Kreis Kleve: Backhaus und Wille (Grüne) kandidieren zur Landtagswahl

Grüne starten Wahlkampf : Mit offenem Visier – und Listenplatz

Paula Backhaus und Volkhard Wille sind die Kandidaten der Grünen zur Landtagswahl. Der 54-Jährige hat zudem große Chancen auf einen Einzug über die Landesliste. Auf welche Themen sie setzen wollen.

Der Kreis Kleve könnte nach der Wahl am 15. Mai bunter im Landtag vertreten sein als bisher. Das liegt unter anderem auch an ihm: Volkhard Wille, 54 Jahre alt, kandidiert im Nordkreis für die Grünen. Sein Glück sucht er nicht allein im Direktmandat: Er steht auch auf Platz 18 der Landesliste – und hat damit gute Chancen auf einen Einzug in den Landtag, selbst wenn im Norden des Kreises Kleve am Ende jemand anderes die Nase vorne haben sollte.

Wille ist in Emmerich geboren, in Kranenburg und Kleve aufgewachsen. Er war mehr als 25 Jahre Vorsitzender der Nabu-Naturschutzstation Niederrhein, sein Slogan im Wahlkampf lautet „Für Mensch und Natur am Niederrhein“. Es gehe in den kommenden Jahren um die Umsetzung der Energiewende, die Entwicklung einer naturverträglichen Landwirtschaft und die Stärkung der mittelständischen Wertschöpfung vor Ort, so der Kandidat. „Die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft beinhaltet zu allererst den Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen“, sagt Wille. Besonders wichtig seien ihm dabei neben dem Umwelt- und Naturschutz das Thema Haushalt und Finanzen. „Genau hier werden die wichtigen Entscheidungen getroffen und Handlungsspielräume geschaffen“, sagt er.

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Seit Februar vergangenen Jahres hat der promovierte Biologe seine Ämter in Verbänden wie dem Nabu abgegeben, um sich ganz auf die politische Arbeit konzentrieren zu können, wie es heißt. „Die Entscheidung, zu kandidieren, ist schon länger gereift“, sagt er. Sie habe bereits vor der Bundestagswahl festgestanden. Derzeit sitzt Wille für seine Partei als sachkundiger Bürger im Kreisausschuss für Klima, Landwirtschaft, Umwelt und Naturschutz. „Die Natur und Landschaft bei uns am Niederrhein sind einzigartig“, sagt er.

Und die Wirtschaft sei bereit für einen Wandel, auch die Landwirtschaft. So gehe etwa die Zahl der geschlachteten Schweine im Kreis Kleve spürbar zurück, die Preise seien desaströs. „Wir werden nicht den Billigwettbewerb mit China gewinnen können“, sagt Wille. Es brauche eine andere Erfolgsformel. „Die Landwirtschaft ist viel weiter, als Verbände sich manchmal geben“, sagt Bruno Jöbkes, Sprecher des Kreisvorstandes der Grünen. Viele Landwirte signalisierten bereits ihre Bereitschaft, zum Beispiel Ställe umzubauen. „Was ihnen fehlt, ist die langfristige, auch finanzielle Perspektive.“

Für den Südkreis Kleve kandidiert Paula Backhaus. Die 40-Jährige sitzt für die Grünen im Gemeinderat von Uedem und im Kreistag, sie ist die dritte Stellvertreterin von Landrätin Silke Gorißen. Die Computer-Animateurin und studierte Fachfrau für audiovisuelle Medien befindet sich derzeit in Elternzeit. Vor wenigen Wochen hat sie in Geldern ihren zweiten Sohn zur Welt gebracht. Zu den Grünen sei sie aus feministischer Perspektive gekommen, sagt Backhaus. Es benötige eine Reform von Mütter- und Männerrollen in Deutschland, dafür stehe sie ein. Backhaus treibt aber auch die Energie- und Verkehrswende um. Sie ist beeindruckt von den FFF-Bewegung und „der Klarheit der Botschaften, auch über die Ursache der Klima-Krise“, sagt sie. Eine Klarheit, die es auch bei den Grünen gebe. „Die Energie- und Verkehrswende wird in allen allen Bereichen unseres Lebens zu großen Veränderungen führen“, sagt die 40-Jährige. „Ich will, dass wir daraus eine Erfolgsgeschichte für unsere Region machen.“

Einen aussichtsreichen Listenplatz wie Wille hat Backhaus nicht, sie setzt voll auf Angriff. Bei vergangenen Wahlen hätten die Grünen schon Achtungserfolge im Wahlkreis erzielen können. „Daran wollen wir anknüpfen“, sagt sie. Ob bei der Produktion oder Speicherung von Energie, Autozulieferern oder der Landwirtschaft: Der Kreis Kleve sei eine Region der Chancen. „Es gibt viele Unternehmen, die den Kreis Kleve auch gerade in Zeiten dieser großen Transformation zu einer einzigartigen Erfolgsregion machen können“, sagt Backhaus. Dabei müsse die Landesregierung aber helfen. „Dafür trete ich an.“

Seit Ende vergangenen Jahres sind die Grünen Teil der Ampel-Koalition im Bund. Die Wahl wird auch ein Stimmungsbild nach einem halben Jahr an der Macht sein. Aber: Jede Wahl habe ihre eigene Logik, sagt Bruno Jöbkes. Man wolle mit Themen und Köpfen überzeugen – und habe dabei auch aus dem vergangenen Wahlkampf gelernt. Dabei erzielten die Grünen auf Bundesebene zwar ihr historisches Rekordergebnis, blieben aber doch hinter den eigenen Erwartungen zurück. „Unsere Mitglieder sind hochmotiviert“, sagt Jöbkes. Das Ziel sei es, am Ende möglichst zwei Abgeordnete nach Düsseldorf schicken zu können und einen Regierungswechsel zu schaffen. „Dafür werden wir alles geben.“