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Kreis Kleve: An diesen Stellen wird es für Autofahrer künftig teuer

Neuer Bußgeldkatalog für den Straßenverkehr : Ab sofort wird’s für Raser richtig teuer

Seit Dienstag gilt die neue Straßenverkehrsordnung samt Bußgeldkatalog – damit einher gehen auch deutlich empfindlichere Strafen für Raser als bislang. Die Kreispolizei nennt zehn Stellen im Kreis Kleve, an denen vielen Temposündern Gefahr droht.

Die Zahl ist beachtlich. 4540 Autofahrer sind in den vergangenen zwölf Monaten im Kreis Kleve geblitzt worden – und das allein an den zehn Punkten, an denen die Kreispolizei Kleve laut zur Verfügung gestellter Zahlen die häufigsten Geschwindigkeitsüberschreitungen registrierte (siehe Grafik). Die Gesamtzahl der Verkehrsteilnehmer, die zu schnell unterwegs waren, liegt im gesamten Kreisgebiet also noch einmal um einiges höher.

Von diesen 4540 Temposündern waren 625 so schnell unterwegs, dass ein Bußgeld verhängt wurde – gleichbedeutend mit einer Ordnungswidrigkeitsanzeige. Aber auch für die 3915 anderen Verkehrsteilnehmer, die noch mit einem Verwarngeld davongekommen sind, wird es ab sofort deutlich teurer. Denn seit dem 28. April gilt in Deutschland die neue Straßenverkehrsordnung – und damit auch ein deutlich verschärfter Bußgeldkatalog.

Besonders, wenn innerorts gerast wird, wird es ab sofort beträchtlich teurer. Bei einer Geschwindigkeitsübertretung von bis zu zehn Kilometern pro Stunde (km/h) werden nun 30 Euro fällig. Ab 16 km/h zu viel werden Temposünder künftig mit 70 Euro zur Kasse gebeten. Und ab 21 km/h mehr als erlaubt ist nun der Führerschein weg: 80 Euro, ein Punkt in Flensburg sowie ein Monat Fahrverbot drohen bei entsprechenden Verstößen. Maximal sind innerorts Bußgelder von bis zu 680 Euro vorgesehen – für Geschwindigkeitsübertretungen von mehr als 70 km/h. Darauf stehen zudem auch drei Monate Fahrverbot und zwei Punkte in Flensburg.

Zieht man die Zahlen der Kreispolizei für die vergangenen zwölf Monate heran, ist künftig mit vielen schmerzverzerrten Gesichtern auf Schwarz-Weiß-Fotografien zu rechnen, die an der Marienstraße in Kevelaer entstanden sind. 117 mal waren Verkehrsteilnehmer in den vergangenen zwölf Monaten hier – wohlgemerkt innerorts – so schnell unterwegs, dass ein Bußgeld verhängt werden musste. An keiner anderen Stelle wurden im Kreis so viele derartige Vergehen registriert. Ob sich das künftig ändert, bleibt abzuwarten – allerdings droht ab sofort auch ein einmonatiger Führerscheinentzug.

Derweil wurden auch die für Vergehen außerhalb geschlossener Ortschaften vorgesehenen Strafen erhöht. Zwar liegen die kritischen Grenzen hier nach wie vor etwas höher. Trotzdem gilt: Ab 21 km/h zu schnell wird ein Punkt sowie ein Bußgeld von 70 Euro verhängt. Ab 26 km/h Überschreitung kommt ein Monat Fahrverbot hinzu, das Bußgeld erhöht sich dann auf 80 Euro. Zwei Punkte drohen ab einer Übertretung von 40 km/h (plus 160 Euro und einem Monat Fahrverbot). Maximal sind in dieser Kategorie 600 Euro Bußgeld, drei Monate Fahrverbot und zwei Punkte für Verstöße mit mehr als 70 km/h zu viel vorgesehen.

Entsprechend wird künftig damit zu rechnen sein, dass die Klever Straße (B9) in Kerken die Kreiskassen noch lauter als bislang klingeln lässt. Hier gingen der Polizei mit 991 die mit Abstand meisten Temposünder ins Netz, 109-mal wurde eine Anzeige geschrieben, 882 Verwarngelder wurden verhängt. Und auch die Gocher Straße (B 67) in Weeze wird wohl weiterhin im besonderen Fokus der Beamten stehen. Zwar gab es mit insgesamt 117 Geschwindigkeitsüberschreitungen hier die wenigsten der an den zehn aufgeführten „Hotspots“ registrierten Verstöße. Allerdings gilt die Gocher Straße als Unfallschwerpunkt – und damit als Örtlichkeit, an der die Geschwindigkeit auch künftig besonders häufig kontrolliert werden dürfte.