1. NRW
  2. Städte
  3. Kleve

Kreis Kleve: Alleinerziehende trifft Corona hart

SGB-II-Statistik für den Kreis Kleve : Alleinerziehende trifft Corona hart

Viele Minijobs sind während der Pandemie weggebrochen, so die Arbeitsagentur. Gerade diese seien aber für viele ein Einstieg in die Arbeitswelt.

Die Zahl der Menschen, die im Kreis Kleve auf SGB-II-Leistungen angewiesen sind, ist im Mai leicht gesunken. Wies die April-Statistik noch ein Plus von 97 sogenannten SGB-II-Bedarfsgemeinschaften gegenüber dem Monat März aus, so verzeichnete das Jobcenter Kreis Kleve im Mai 41 Bedarfsgemeinschaften weniger. Aktuell leben in den 7865 Bedarfsgemeinschaften 14.126 Menschen, davon 10.519 so genannte erwerbsfähige Leistungsberechtigte. Bei den verbleibenden 3607 Sozialgeldempfängern handelt es sich in der Regel um Kinder.

„Gut ein Jahr nach Beginn der Corona-Pandemie zeigt sich der Arbeitsmarkt im Kreis Kleve weiter sehr widerstandsfähig, auch wenn der Einfluss auf die Zahl der langzeitarbeitslosen Menschen weiterhin deutlich erkennbar ist“, sagt Landrätin Silke Gorißen. Die Zahlen der Vermittlung in Arbeit werden in der Statistik des Jobcenters Kreis Kleve mit einer dreimonatigen Wartezeit erfasst. Im Januar 2021 konnten 112 Personen in eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit vermittelt werden. Weitere 41 Personen arbeiten nun in einem Minijob.

  • Symbolfoto
    Corona im Kreis Viersen : Inzidenzwert im Kreis Viersen sinkt auf 33,8
  • Im Impfzentrum werden derzeit nur Zweitimpfungen
    Fehlender Nachschub : Vorerst keine Erstimpfungen mehr im Impfzentrum Kreis Kleve
  • (Symbolbild)
    Corona im Rhein-Kreis Neuss : Drei neue Todesfälle - Inzidenz sinkt unter 40

Im April 2021 wurde zur Erfüllung des gesamten Aufgabenspektrums des SGB II ein Betrag in Höhe von 8,95 Millionen Euro aufgewendet. Auf den Kreis Kleve und die Kommunen entfielen hiervon etwa 1,43 Millionen Euro für die Kosten der Unterkunft. Bislang lagen die finanziellen Aufwendungen im Jahr 2021 (Januar bis April) bei insgesamt 36 Millionen Euro.

Von aktuell 10.519 erwerbsfähigen Leistungsberechtigten sind 1565 Personen alleinerziehend. Dies entspricht einem Anteil von knapp 15 Prozent. Diese Gruppe umfasst 1462 Frauen und 103 Männer. „Alleinerziehende Arbeitsuchende trifft die Corona-Krise besonders hart“, sagt Landrätin Silke Gorißen. Zum einen sei die Herausforderung, eine gesicherte Kinderbetreuung zu organisieren, auf Grund von eingeschränkten Betreuungsmöglichkeiten und Kontaktverboten erheblich erschwert worden. Zum anderen sei die Zahl die geringfügigen Beschäftigungen – sogenannte Minijobs oder 450-Euro-Jobs – während der Corona-Pandemie besonders stark eingebrochen. Und für viele Alleinerziehende sind gerade diese Jobs ein Einstieg ins Erwerbsleben.

Das Jobcenter Kreis Kleve bietet auch dieser Zielgruppe bereits seit mehreren Jahren das „Aktivcenter Erziehende“ an, das bei der Bewältigung von Alltagsherausforderungen, der Suche nach Betreuungsmöglichkeiten und der Vorbereitung auf die Aufnahme einer nachhaltigen Beschäftigung hilft. Diese Unterstützung findet aktuell während der Corona-Pandemie in alternativer Form statt, beispielsweise telefonisch, per E-Mail sowie durch die Nutzung von „digitalen Pinnwänden“ und „Schoolclouds“.

Zusätzlich wurde im Mai der regelmäßige Austausch des Jobcenters Kreis Kleve mit den Verantwortlichen des Projekts EFUS wieder aufgenommen. Beim Kreis-Projekt EFUS – Einelternfamilien fördern und stärken – stehen insbesondere die Kinder im Mittelpunkt. Ziel ist es, durch individuelle Förderung die Situation der Familie nachhaltig zu verbessern. Betroffene Einelternfamilien können telefonisch unter 02821 8960699 Kontakt mit Projektleiter Wolfgang Freyth aufnehmen oder sich per E-Mail an efus@kreis-kleve.de um eine Teilnahme am Projekt bewerben.

(RP)